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Konzertbericht

Bands
Rocky Votolato
von Brücken

Locations
Zakk



Datum: 13.02.2016

von Brücken im Zakk

Fertig von weit weg Tour - Full House in Düsseldorf

Düsseldorf (sd)    Mit neuer Platte neuer Band und neuem Mut hat des den Ex-Juptiter Jones Sänger Nichols Müller mit seinen Kumpel Tobi Schmitz wieder auf die Bühnen gezogen. Im Zakk in Düsseldorf teilten Sie sich die Bühne mit Rocky Votolato, der das Vorprogramm bestritt.

'von Brücken' bei einem Auftritt im Zakk/Düsseldorf am 13.02.2016. Foto: Sven A. Droste

Es ist Samstagabend, das Zakk ist ausverkauft und richtig voll, draussen regnet es und man mag nicht raus gehen.
Fotos zum Konzert
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Homepage von Rocky Votolato
Aber in den nächsten paar Stunden gibt es auch keinen vernünftigen Grund dies zu tun. Drinnen ist warm, die Getränke sind kalt un alle sind irgendwie heiss darauf, dass es endlich losgeht.

Den Anfang mach ein Mann der auf den typisch texanischen Namen Rocky Votolato hört. Heute Singer/Songwriter, früher Mitglied der Indi-Rock-Band Waxwing. Mr Votolato hat im letzten Jahr, quasi als Befreiungsschlag aus seiner Kreativblockade, seiner Depression, das Album Hospital Handshakes veröffentlicht. Musik als Therapie oder besser als therapeutische Verarbeitung der Kriese. Dieser Rocky Votolato steht heute als Opener in Zakk auf der Bühne. Rocky, alleine mit der Gitarre auf der einen, der proppenvolle Saal auf der anderen und es läuft gut für ihn. Er hat Spass und das Publikum hat Spaß, er amüsiert sich wie bolle über ins Englische übersetzte deutsche Redewendungen - "You go me on the cookie" - aber vor allem spielt er richtig gute, intensive Songs, die hängen bleiben. Von Rocky Votolato wird man noch hören und nicht nur am heutigen Abend, aber dazu später mehr.

Die Pause zwischen den zwei Sets ist kurz. Da der Ex-Waxwing Sänger allein nur mit Gitarre aufgetreten ist, gibt es nicht viel ab-, auf- und umzubauen. Es ist Zeit für von Brücken. Im Schutz der Dunkelheit kommt die Band auf die Bühne, Tobias Schmitz an den Tasten, daneben Gitarrist Ulrich Rode, hinter den beiden Sönke Reich am Schlagzeug. Auf der anderen Seite Anne de Wolff, die wieder ihr Instumentenköfferchen, ach was Koffer, das muss ein Container sein, mitgebracht hat, dahinter Carsten Thonack - Gitarre und Vocals, Roda Bade - Vocals und Tasten und Torsten Haas - Bass. Nach einem Kurzen Intro kommt auch Nicholas Müller dazu und komplettiert die Besetzung.

Die Spannung, die im Vorfeld herrschte, wechselt ziemlich schnell in Begeisterung und steigert sich von Stück zu Stück - Das Türen Paradoxon, Gold gegen Blei, Die Sache mit dem toten Clown. Eins Song des Albums Weit weg von fertig nach dem anderen findet seinen weg zu den Ohren des Publikums. Zu Elefanten kommt auch Rocky Votolato nochmal auf die Bühne und bleibt. Wenn man als Band "nur" ein Album hat, von dem man spielen kann und einen ganzen Abend füllen will, dann bleibt einem nichts anderes übrig, als das ein oder andere Cover einzustreuen. Der Titel, der folgt - All of my prophets - ist passender Weise ein Waxwing Klassiker und Rocky und Nicholas performen ihn mit viel Freude zusammen.

Lady Angst, die erste Single des von Brücken Albums, ist wohl das Lied, das in der Show den meisten Applaus erntet, stellt aber den Rest des Repertoires nicht in den Schatten, bildet aber ein Highlight. Mit Ist gut, Mensch und der dazugehörigen Ansage beziehen von Brücken klare Position zu den rechtslastigen Entgleisungen in unserem Land. Zwischen den Liedern gibt es immer wieder den ein oder andern Spaß auf der Bühne, Nicholas knuddelt Tobias, während er ein Solo spielt und er weist immer wieder auf seine Spendenaktion für DASH, die Deutsche Angst Selbsthilfe hin, die Ihn in seiner schwierigen Zeit sehr unterstützt hat.

Es kommt wies kommen muss, Nicholas kündigt irgendwann das Ende es regulären Sets an, was beim Publikum nicht mit Freude aufgenommen wird. Besonders fällt ein Mann auf, der das nahende Ende der Show mi einem lautstarken "Nee, Nee, Nee" - den dazu synchron geschüttelten Zeigefinger stelle man sich hier bildlich von - kommentiert. Die ganze Situation amüsiert Nicholas so sehr, dass ein Bier für den Herrn fordert. Ob das auch angekommen ist, ist nicht dokumentiert.

Sei's drum, das Ende kommt, die Zugaben auch. Die erste ist Yukon aus der Feder der von Brückens, Trusty and True von Damien Rice und Fly Boy Blue von Elbow. Die Show schließt unplugged mit allen Musikern singend am Bühnenrand und begeisterten Fans im Publikum.

Nicholas, stell dir bitte Joy Denalane vor wie sie singt "Schön, dass du wieder da bist ..." und danke, dass du so viele Freunde mitgebracht hast.