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Konzertbericht

Bands
Deichkind

Locations
Seidensticker Halle



Datum: 27.01.2016

Groß gedacht - groß gemacht

Deichkind in der Seidenstickerhalle

Bielefeld (dd)    Abriss, Abrissbirne, Deichkind. Tanzen, als gäbe es kein morgen, da braucht man den Rest der Woche auch keinen Sport mehr machen. Zum ersten Mal wurden mehr Leute auf die Party in Bielefeld gelassen, dank des Umzugs vom Ringlokschuppen in die Seidenstickerhalle.

Deichkind vertreten eine klare und starke Message: Refugees Welcome. Foto: Marcel Linke

Das größer Denken hat sich gelohnt, die Seidenstickerhalle ist ausverkauft.
Fotos zum Konzert
Homepage von Deichkind

5.000 Fans warten auf Deichkind, trinken Getränke aus den bandeigenen Bechern („Gerste ohne Grenzen“) und schauen Musikvideos auf der vor der Bühne aufgespannten Leinwand.
Die Stimmung ist gut, die Musik im Vorfeld eine Mischung von Hiphop und Elektro der 80er und 90er, der Merchstand professionell mit beleuchteter Theke, der Möglichkeit per Karte zu zahlen und Festivalbändchen zur Tour (#pennerohnegrenzen).
David Bowie wird gespielt, andächtig wird gelauscht, mitgesungen, Feuerzeuge gezündet, am Ende applaudiert.
Es wird dunkel.

Dreiecke bunt leuchtend hinter der Leinwand, Intro, der Vorhang fällt.
„So’ne Musik“, tanzen vom ersten Moment an.
„Denken Sie groß“, wörtlich genommen, Gehirne auf den Köpfen so groß, dass sie teilweise von Crewmitgliedern gehalten werden müssen.
Spätestens jetzt kann auch auf den Tribünen kaum einer mehr ruhig sitzen.
Auch vom Album „Befehl von ganz unten“ (2012) werden Hits gespielt. Auf Bürostühlen wird zu „Bück dich hoch“ über die Bühne gerollt.
Zu jedem Song eine neue Show mit neuen Kostümen. Dreieckige Säulen drehen sich über die Bühne (die kennt man schon von der letzten Tour), eine Seite weiß, eine schwarz, eine mit sich drehenden Elementen. Teilweise werden sie als Erhöhung benutzt, teilweise als Kulisse, teilweise als Part der Choreo.
Ich kenne kaum Bands, die so viele Accessoires in ihre Show einbinden, überall gibt es was zu entdecken.

Insgesamt fehlt kaum einer der großen Hits der letzten Jahre „Arbeit nervt“, „Illegale Fans“ (wo sind die "illegal"-Stempel hin?) und „Bon Voyage“ werden gespielt.
Besonders freue ich mich über „Vodoo“ vom Album „Aufstand im Schlaraffenland“ (2006), meine Einstiegsdroge zu Deichkind.
Auch „Luftbahn“ darf natürlich nicht fehlen, „Leider geil“.

Jetzt kommt ein Part, den man seit 2012 schon kennt.
„Roll das Fass rein“, dieses Mal in schwarz-weiß, darin und darauf Deichkind in Pullis, die eine klare und starke Message vertreten: Refugees welcome.
Weiter rollen sie durch die Halle, zu „Niveau, weshalb, warum“, dem Titelsong zur Tour. Das Fass wird aufgestellt, „Prost“!
„Power of Love“, das Fass glitzert, alle singen andächtig mit, bis „Hört ihr die Signale“?! Schläuche werden ins Publikum gereicht. Daraus kommt (zumindest war es früher so), Vodka Lemon.
Noch etwas, was sehr typisch ist für Deichkind: das Publikum wird aktiv in die Party eingebunden (zumindest das Getränk geht aufs Haus, ein Hoch auf die internationale Getränkequalität!).

„Porzellan und Elefanten“ und es wird fast schon romantisch.
Sie haben Ferris, und „was habt ihr?“, zumindest eine menge Spaß! „Fast schon lebensgefährlich“ die Party! 

Hände fliegen durch die Luft, „Limit“. Auch in der Stimmung, besser geht nicht mehr, 1+ mit Sternchen und Glitzereinhörnern.
Moment, da geht doch noch was...
Typisch Deichkind: Absoluter Abriss zu „Remmi Demmi“ am Ende des Konzerts. Alles fliegt über die Bühne, über dem Publikum ein Trampolin, von dem Federn fliegen, Konfetti, Lichter und dazu tanzen, bis die Luft weg bleibt (zum Beispiel, weil man eine Feder eingeatmet hat – schon wieder...).

Die Show ist vorbei, in den Federn wird trotzdem weiter gefeiert.
Gute Nacht Kinder!