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Konzertbericht

Bands
Donots
Smile and Burn

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 29.01.2016

Auf Zickzackkurs

Donots überzeugen im Ringlokschuppen

Bielefeld (ml)    Komisches Booking. Am Freitag spielten die Donots im Ringlokschuppen Bielefeld. Einen Tag später ging es für die Band nach Hamburg zum regulären Tourfinale. Zwei Tage später folgte das Minifinale in der Heimat im Rare Guitar Münster vor 200 Besuchern. Wie Hamburg und Münster aussahen können wir nicht sagen, aber das Konzert in Bielefeld überzeugte.

Die Donots haben das letzte Wochenende eingeleitet und dabei einfach mal gepflegt den Ringlokschuppen auseinander genommen. Foto: Rune Fleiter

Den Anfang machen Smile and Burn. Die Band ist aktuell der neueste Hype der Berliner Punkrockszene. Und das zurecht. Sie enttäuschen nicht und schaffen es das Publikum schonmal auf Temperatur zu bringen. In aller Regelmäßigkeit bilden sich bei Smile and Burn erste Circle Pits, die die Band mit ein wenig sichtlichem Stolz erfüllen. Alles richtig gemacht kann man da wohl sagen.

Das Setup im Ringlokschuppen sieht an diesem Abend wie folgt aus: Wie immer vorne die Bühne. Die große Halle wird bespielt. Das Konzert ist aber nicht ausverkauft, es ist eher sogar ziemlich viel Platz im Ringlokschuppen, sodass hier auch noch der Merchandisingstand am hinteren Ende der Halle Platz hat. Da am Freitag natürlich auch noch Disco-Abend ist wird das eine Mammut-Aufgabe den hinterher wieder abzubauen. Insgesamt ist das aber natürlich toll für die Leute, die als Merchandiser mitfahren und relativ selten direkt mit in der Halle stehen, sondern meistens, wie es sonst auch eigentlich im Ringlokschuppen der Fall ist, im Foyer.

Statt Musik von den Boxen gibt es, wie bei den Donots mittlerweile üblich zur Umbaupause eine Rückkopplung auf die Ohren. Eine Rückkopplung die mir, der die Donots schon sehr oft gesehen hat, mittlerweile doch etwas auf die Nerven geht. Außerdem müssen sie mich heute auch erstmal so richtig überzeugen. Donots-technisch stehe ich noch unter dem Eindruck des Jahresabschlusskonzerts in Osnabrück mit Klo-Konzert für die wartenden Fans vor dem Eingang, mit 3-stündiger Setlist, in der lauter Songwünsche erfüllt worden sind und mit zahlreichen Spielereien der Band. Allgemein wird es schwierig dieses JAK nochmal zu toppen. Zumal ich die Donots, die paar Male, dass ich sie mal nicht zu besonderen Anlässen, wie dem Grand Münster Slam oder dem Jahresabschlusskonzert, sondern ganz normal auf Tour zu Gesicht bekam, ohnehin auch nicht so toll fand.

Aber dieses Mal sollten mich zum Schluss dann auch die Tour-Donots trotz dem sehr frischen Eindruck der Besondere-Anlässe-Donots überzeugen. Der Anfang ist dabei schon gar nicht mehr so überraschend. "Ich mach nicht mehr mit" und "Dann ohne mich", meine persönliche Anti-Pegida-Hymne, starten das Konzert. Witzig wird es, dass zu "To Hell With Love" dann die Fotografen auf die Bühne dürfen und dort nen Circle Pit bilden. Zu einem der wenigen Male, wo ich die Donots mal nicht fotografiere, machen die sowas. Boah. Aber Glück gehabt. Ingo wollte, dass die Kollegen dann auch noch Crowdsurfen gehen und an der Stelle hätte ich gesagt, gut, dass du nicht dabei warst, denn du wärst mit Sicherheit so verrückt gewesen und hättest die Kamera zum Fotografieren mitgenommen. Was hätte dazu wohl die Versicherung gesagt?

Über den ersten Teil des Konzerts wechseln sich die englischen Songs der Donots mit den deutschen Songs der Band ab. Dabei sind dann Lieder, wie "Pick Up The Pieces", "Straßenköter" oder auch eine Coverversion vom Die Ärzte-Hit "Westerland". Zu "Kaputt" gab es dann einen großen Circle Pit mit Ingo und ein paar Helfern der Initiative "Kein Bock auf Nazis" in der Mitte, die dort ihre Spendendosen mit im Pit hatten, um Geld zu sammeln. Haben die Leute gemacht und das meiste, was in den Dosen gelandet ist, waren am Ende dann auch Geldscheine statt Münzgeld. Fett Bielefeld, echt super!

Aber auch ein Abend, der so abgeht, wie das Konzert der Donots in Bielefeld neigt sich irgendwann dem Ende zu. Nachdem auch mal Guido bei "Problem kein Problem" singen durfte, ist mit "Hier also weg" dann vorerst Schluss.

Zurück kommen dann die Gebrüder Knollmann vorerst ohne Band. "Hansaring 2:10 Uhr" performen Ingo und Gudio an der Akkustikgitarre mitten im Publikum, welches sich um die beiden herum setzt und zuhört. Funktioniert ganz gut.
Danach kommen dann Songs, die den guten Abend für mich dann in einen grandiosen Abend verwandeln. Auf dem Jahresabschlusskonzert haben sie diese Lieder nicht gespielt und im Allgemeinen vermisse ich diese Songs auch mittlerweile seit einem Jahr in der Setlist. Hier gab es sie endlich mal wieder auf die Ohren: "Whatever Happened To The 80s" ist dabei fast schon nicht der Rede wert, dennoch sollte es eigentlich keine einzige Show der Donots ohne diesen Song geben dürfen.
Viel besser ist aber das "Early Times"-Medley, wie ich es mal nennen würde. Gleich fünf Klassiker gab es, teils voll und teils teilweise ausgespielt auf die Ohren: "Superhero", "We Got the Noise", "Saccharine Smile", "Today" und "Big Mouth". Klasse. Lange nicht mehr gehört. Alle Daumen hoch.

Zu "We're Not Gonna Take It" lässt es sich Ingo dann nicht nehmen nochmal durch die Menge zu surfen. Aber das tut er nicht irgendwie. Nein, der kleine Abenteurer in ihm steigt erstmal die Stufen auf die Empore hoch. Dort stellt er sich auf das Geländer und springt ins Publikum, von dem er aufgefangen wird. Wahnsinn! Dem Publikum gefällt es, seiner Mutter, die heute auch im Publikum anwesend ist wohl eher nicht so. Ihr sagt er aber, dass er immer aufgefangen wird. Natürlich wird unsere Lieblingsband aufgefangen. Wir wären sonst auch keine Donots-Fans!
Den Abschluss macht dann "So Long", aber nicht ohne den nächsten Knaller: Ein Konzertbesucher entledigt sich seiner Klamotten und bekommt dafür prompt von der Band lauter Merch und kostenfreien Eintritt zu fünf Donots-Konzerten seiner Wahl.

Die Donots haben es mal wieder gezeigt. Nicht nur zu besonderen Anlässen, wie dem Jahresabschlusskonzert oder dem Grand Münster Slam kann die Band überzeugen. Auch auf Tour kann sie dies. Und so war der Abend für mich am Ende perfekt, wenn auch nicht ganz so perfekt, wie das Konzert der Donots am 28. Dezember 2015 im Rosenhof Osnabrück!