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Allgemein
Konzertbericht

Bands
Frank Turner
Skinny Lister
Will Varley

Locations
Skaters Palace



Datum: 11.01.2016

Frank Turner in Münster

Rock n Roll will never die!

Münster (kl)    Hola was war das für ein Abend! Frank Turner & The Sleeping Souls beehrten das Skaters Palace in Münster mit einem Besuch. Und obwohl sie es nicht wirklich nötig hatten, haben sie mit Skinny Lister und Will Varley auch wirklich ansprechende Verstärkung mitgebracht. A Night to Remember!

In Münster eröffnete Frank Turner seine Deutschland-Tour 2016. Foto: Marcel Linke

Will Varley eröffnete den Reigen pünktlich um 20 Uhr im bereits gut gefüllten Skaters Palace. Der Singer / Songwriter
Fotos zum Konzert
Homepage von Frank Turner
Homepage von Skinny Lister
Homepage von Will Varley
aus England hatte zu Anfang einen recht schweren Stand, da seine Songs zwar textlich recht witzig sind, aber recht ruhig und balladesk waren. Dennoch schaffte er es mit Songs über Katzen, die Eier seines Vaters und das Leben im Allgemeinen und Besonderen bis zum Ende einen Teil des Publikums zum Mitsingen zu bewegen. Und da der gute Mann alleine auf der Bühne stand, brauchte man keine große Show erwarten. Und so war der Auftritt nach eine halben Stunde so zum Ende gekommen wie er begonnen hat: unspektakulär. Was nicht heißen soll, dass es schlecht war.

Skinny Lister aus London zeigten dann, wie man das Publikum wieder munter bekommt. Ihr Acoustic Folk lud das Publikum sofort zum Tanzen und mitsingen ein. Ein wenig erinnert ihre Musik an Mumford & Sons auf dem ersten Album nach einer kleinen Dosis Speed. Herrlich erfrischend und bestens gelaunt wurde der doch leicht angeklungene Schwermut von Will Varley hinweg getanzt. Das sie einen bereits etwas größeren Bekanntheitsgrad erreicht haben, war an der Reaktion in Publikum zu merken. Die Band ließ sich nicht lange bitten, und gab der Masse, was sie verlangte. Der Höhepunkt war zweifelsfrei das Crowdsurfen des Bassisten. Mit seinem Kontrabass ließ er sich über die Köpfe der Zuschauer tragen und schaffte es eine ganze Weile sich treiben zu lassen. Nebenbei wurden die Eltern der Band mit einem Gruß aus Münster bedacht. An dieser Stelle muss auch mal ein Lob an den Soundmenschen losgelassen werden. Bei vielen akustischen Instrumenten alles so sauber auszusteuern in einer doch, sagen wir zweckentfremdeteten Location…. Hut ab. Nach 45 Minuten verließen sie die Bühne und ließen ein wirklich glückliches Publikum zurück.

Um 22 Uhr betraten Frank Turner & The Sleeping Souls unter frenetischem Applaus die Bühne. Und mit dem ersten Song bewiesen sie, was für Qualitäten als Liveband haben. Bestens gelaunt wurde "The next Storm" zum besten gegeben, um dann mit "I am Dissapeared" und “The Road“ zwei ältere Songs zum Besten zu geben. Dabei war Frank Turner hinter der Gitarre und Mikro kaum zu halten. Auch der Rest der Band zeigte sich in bester Laune. Bassist Tarrant Anderson war mit seinen Einlagen eines Roboters mit Kurzschluss sehr kurzweilig anzusehen und legte mit Drummer Nigel Powell ein solides Fundament, auf dem der Rest der Band aufbauen konnte. Keyboarder Matt Nasir hielt sich im Hintergrund und wechselte hin und wieder zur Mandoline. Und Gitarrist Ben Lloyd tat es seinem Chef gleich. Er war kaum zu halten. Ein Beweis war das Hemd, dass bereits nach dem dritten Song durch war. Diese Energie wurde vom Publikum aufgesogen und umgehend in Mitsingen, Tanzen und gute Laune umgewandelt. Dabei war es vollkommen egal, was gespielt wurde. Alte Songs wurden nahtlos an Songs aus dem aktuellen Album angeknüpft, ohne dass es zu einem Ungleichgewicht kam. Eine wirklich gute und ausgewogene Mischung. Nebenher machte das Publikum wirklich alles mit, was sich der gute Frank alles ausgedacht hatte. Das beliebte Hinsetzen wurde bei "Photosynthesis" zelebriert, mitgesungen wurde sowieso, und zum Ende war auch ein Crowdsurfer zu sehen. Die große Überraschung war aber, dass sich Frank eine elektrische Gitarre schnappte. Und ich muss sagen, dass dies ein komischer Anblick war, aber es passte. Speziell die Songs des aktuellen Albums „Positive Songs for negative People“ klingen mit einer zweiten e-Gitarre einfach druckvoll, satt und fett. Aber auch an die Traditionalisten wurde gedacht. So spielte Frank Turner einige Songs in bester Singer/ Songwriter Manier komplett alleine. Es war wirklich für jede Fraktion was dabei. Und nebenbei wurde, ohne dass es aufgesetzt wirkte Lemmy Kilmister und Dawid Bowie Tribut gezollt, die leider in den vergangenen Tagen von uns gegangen sind.
Aber alles hat ein Ende. Frank Turner verließ mit seiner Band nach 70 Minuten die Bühne. Aber nur um kurz durchzuschnaufen. Für eine Zugabe kam er noch einmal auf die Bühne um dem ausverkauften Skaters Palace den Rest zu geben. Man muss wirklich sagen, dass das ein richtig guter Abend war der leider einen klitzekleinen Wehrmutstropfen hatte. Er hat „Prufrock“ nicht gespielt. Aber in Anbetracht des super Restprogramms kann dieser Abend getrost zum Konzert des Jahres aufsteigen.