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Konzertbericht

Bands
Casper
Haftbefehl
LGoony
Turbostaat

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 12.12.2015

Zurück zuhause

Casper und Turbostaat in Bielefeld

Bielefeld (m2w)    Nur sieben Minuten hat es gedauert, dann waren die Tickets ausverkauft als Casper traditionell zum Zurück Zuhause Konzert in den Ringlockschuppen lud. Geboten bekamen die Fans neben dem Lokalmatador noch Turbostaat, LGoony und Haftbefehl.

Zurück zuhause in Bielefeld. Casper lud Turbostaat, Haftbefehl und LGoony in den Ringlokschuppen ein. Foto: Marcel Linke

Wahnsinn, sieben Minuten bis zum Ausverkauf! Wesentlich länger hat es gedauert, in besagte Veranstaltungshalle zu gelangen, da sich die Schlange mehrere Blocks weit zog. Rettungsdecken und zurückgelassene Verpflegung deuteten
Fotos zum Konzert
Homepage von Casper
Homepage von Turbostaat
kurz vor dem Einlass auf einige Fans, die vermutlich früher, als eine Stunde vor Einlass eintrafen.
Auf seine Fans kann sich Casper definitiv verlassen. Sie sich aber auch auf ihn, so kaufte er im Vorfeld überteuerte Schwarzmarkttickets und verloste sie.

Während Lgoony aus Köln den Abend eröffnete, füllte sich der Ringlockschuppen langsam aber stetig.
Sozialkritische Themen wechseln in seinen Texten den puren Spaß am Leben ab und unterhielten eine gute halbe Stunde auf einer Bühne, nur dekoriert mit einem bronzefarbenen Umhang.

Das doch sehr rapbetonte Programm unterbrachen Turbostaat nach nur zehn Minuten Umbauphase. Eine halbe Stunde Vollpower und ein hin und her gerissenes Publikum, das zum Teil leider desinteressiert, zum Teil aber auch voll dabei war. So bildete sich auch der erste Moshpit des Abends.
Die Jungs aus Norddeutschland machten dennoch kräftig Stimmung und boten einen ersten Vorgeschmack auf das, was an Stimmung den Abend noch möglich ist.
Auch bei Turbostaat ging es alternativ zu, so wurde beispielsweise „Ja, roducheln“ dem AJZ Bielefeld gewidmet.
Die Band verabschiedete sich sichtlich zufrieden mit dem Publikum und ihrem Auftritt mit den Worten: „Danke, dass wir euch anschreien durften!“.

Offensichtlich mehr den Geschmack des Publikums getroffen haben Haftbefehl, die sogar mit einem Bodyguard auf der Bühne standen.
Chabos wissen nun mal wer der Babo ist, und so rollte er mit Crew und seinem Bestem durch den Ringlockschuppen und wälzte alles platt, was nicht mitgefeiert hat. „Russisch Roulette“ eröffnete den Auftritt und ließ den mittlerweile vollkommen gefüllten Ringlockschuppen beben.
Besonders hervorzuheben ist die Uraufführung von „CopKKKilla“ vom grade erst erschienenen Album „Unzensiert“.
„Ich rolle mit meim Besten“ verleitete das Publikum zu einem Circlepit, angeleitet durch Haftbefehl.
Spätestens nach diesem Auftritt waren alle eingestimmt auf den Hauptact des Abends.

Zum Indiana Jones Intro begann die Bühne zu leuchten, Vorfreude und Spannung in der Luft, nur noch wenige Sekunden.
Nicht zu halten war das Publikum als endlich Casper die Bühne betrat und direkt mit „Im Ascheregen“ Vollgas gab.
Wie ein Flummi von oben nach unten und rechts nach links sprang Casper über die Bühne, absolute Freude ins Gesicht gemeißelt, perfekter Einstand in ein perfektes Konzert.
Die Securities hatten ordentlich zu tun, aus der ersten Reihe wurden reihenweise ohnmächtig gewordene Fans gezogen während der Rest der Menge nicht mehr zu halten war. Aus den ersten Reihen regnete es Geschenke auf die Bühne, die komplette Halle war am Tanzen, Springen, Mitsingen.
Der komplette Auftritt war eine gelungene Mischung der besten Tracks aller bisher erschienenen Alben, grundsätzlich performt von einem powernden Casper.
Aber was wäre das Zurück Zuhause Konzert ohne noch mehr besondere Highlights. So erschienen Felix von Kraftklub zum Song „Ganz schön ok“ und Thees Uhlmann zu „XOXO“.
„Die letzte Gang der Stadt“ widmete Casper seiner Schwester, „Unzerbrechlich“ seinem Freund Benjamin.
Insgesamt war Caspers Auftritt ein Abriss der allerfeinsten Sorte. Lichtshow, passende Projektionen im Hintergrund der Bühne, Nebel und ein nie enden wollender goldener Konfettiregen zum Abschlusssong „Alles endet (aber nie die Musik)“.

Wer dieses erleben durfte, hat seinen Enkeln definitiv was zu erzählen.

von Daphne Dlugai