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Konzertbericht

Bands
Failure
Refused
Safi

Locations
Docks



Datum: 05.12.2015

Refused mit Failure und Safi als Support im Docks in Hamburg

The new Beat!!!!!

Hamburg (kl)    Refused haben mit ihrem eopchalen Meisterwerk "The Shape of Punk to come" ein Denkmal in Sachen Agithardcore abgeliefert. Leider hat es viel zu lange gedauert bis ein Nachfolger in die Läden kam. Dieses Jahr war es endlich soweit. Und wenn schon ein neues Album da ist, warum nicht auch dieses Live präsentieren? Das taten sie am 05.12.15 in Hamburg.

Nach langer Zeit haben Refused endlich wieder ein Studioalbum veröffentlicht, was die Hardcore-Götter nun für einige Termine nach Deutschland geführt hat. Foto: Kristof Linke

Den Reigen begannen Safi. Das Trio spielt sphärischen Indierock. Dabei erinnert die Stimme der Frontfrau wie eine
Fotos zum Konzert
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Mischung aus Björk und Anette Humpe und die Schminke eine wenig an Michael Stipe. Halten wir uns allerdings nicht mit Äußerlichkeiten auf, sondern konzentrieren wir uns auf die Musik. Und die war echt gut. Wer so früh noch nicht da war, hat wirklich was verpasst. Ihr, wie schon geschrieben, sphärischer Indierock ließ sich wirklich gut anhören und war zu keinem Zeitpunkt langweilig. Und auch der Mischer hatte einen guten Tag erwischt, und somit wurde ihr Set ein wirklicher Genuss. Nach gut 30 Minuten verließen Safi die Bühne aus dem leider noch fast leeren Docks. Als Resümee steht fest: mehr davon!

Weiter ging es dann mit Failure aus Los Angeles. Die drei Jungs machten da weiter, wo Safi aufgehört haben. Intelligenter Indierrock, der sich einige Anleihen bei den Deftones und Tool holt, dabei aber nicht die Brachiale Kraft entfaltet, wie bei den beiden Vorgenannten. Dafür hatte ihre Musik eine fast schon unheimliche Dichte und Kraft, die fast beängstigend war. Wer braucht dann noch eine Energiegeladene Show? Failure haben die Musik für sich sprechen lassen. Und das war Wirklich sehr gut. Sehr angenehm war darüber Hinaus, dass Failure es schafften nie Langweilig zu klingen. Wer Interessen an ihrer Musik hat, der sollte sich ihr aktuelles Album zulegen, das durchweg gute Kritiken bekommen hat. Live auf jeden Fall empfehlenswert, und falls sie nochmal nach Deutschland kommen sollten einen Besuch wert. Nach ca. 45 Minuten verließen sie unter deutlichem Applaus die Bühne des mittlerweile gut gefüllten Docks.

Aber frei nach dem Motto: Scheiß auf die Beilage das Steak ist das Ziel: Alle waren für die JazzHardcorepunkagitatoren aus Schweden ins Docks gekommen. Und von der allerersten Sekunde zeigten Refused ihre Qualität als Live Band. Sänger Dennis Lyxzen sprang wie ein Derwisch über die Bühne, und erinnerte ein klein wenig an Mick Jagger. Von der Energie ließ sich das Publikum allzu gerne anstecken. Sofort wurde gemosht, gepogt und lauthals mitgesungen. Und das bei Allen Tracks, die dargeboten wurden. A Pro pro Tracklist: Eine ausgewogene Mischung aus „The Shape of Punk to Come“ und “Freedom”, garniert mit zwei Perlen aus „Songs to fan the Flames of Discontent” ließen keine Wünsche offen. Und on top hat der Soundmensch einen wirklich guten Tag erwischt. Allerdings warteten einige unverbesserliche seit dem ersten Song nur aus „New Noise“. Herr! Vergib ihnen!! Refused haben so viele bessere Tracks geschrieben, die leider bei Weitem nicht so bekannt sind.
Zwischendurch brachte Dennis auch seine Politischen Ansichten und Gedanken in längeren Ansprachen an das Publikum. Egal ob Harsche Kritik an Kapitalismus, Machismus oder Intolleranz; es wirkte nie aufgesetzt, sondern von tiefsten Herzen als eigene Überzeugung. Die langen Ansagen waren in Anbetracht seines Bewegungsdranges auf der Bühne auch nötig, um ein wenig durch zu schnaufen. Damit kompensierte er den Rest der Band, der teilweise schon Stoisch aber technisch sauber die Songs spielten.
Nach etwas mehr als einer Stunde verließen Refused die Bühne um kurz darauf wieder für eine Zugabe zurück zu kommen. Und ja: In der Zugabe wurde „New Noise“ gespielt, welches nicht nur vom Publikum frenetisch aufgenommen wurde. Ein Roadie von Failure versuchte sich im Stagediving. Ein herrliches Bild wie knapp 2 Zentner das Publikum abräumte. Nach knapp 90 Minuten verließen Refused endgültig die Bühne, und hinterließen ein überglückliches Publikum. Ein Abend, der vielen noch lange in Gedächtnis bleiben wird, und hoffen lässt, dass Refused sich nicht wieder und wieder auflösen werden.