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Konzertbericht

Bands
Jan Delay
Moop Mama

Locations
Seidensticker Halle



Datum: 14.03.2015

Jan Delay rockt Bielefeld

Mit viel Liebe in der Seidensticker Halle

Bielefeld (ml)    Am vergangenen Samstag spielte Jan Delay zusammen mit seiner Band Disko No. 1 in der Seidensticker Halle Bielefeld vor über 5.000 Besuchern. Begleitet wurde er bei dem Tourauftakt zum zweiten Teil seiner "Hammer & Michel"-Tour von seinem Support Moop Mama, die zuvor schon die Halle zum Kochen bringen.

Mit Charme und Melone: Jan Delay. Foto: Marcel Linke

Wenn man die Beschreibung liest könnte man das für ziemlich spießig halten, was da im Vorprogramm von Jan Delay
Fotos zum Konzert
Homepage von Jan Delay
Homepage von Moop Mama
spielen soll. Eine Band, die neben einem Sänger nur aus Bläsern, einem Pauker und einem Trommler besteht, hört sich ein wenig nach Schützenfest-Kapelle an.
Moop Mama sind DAS aber definitiv nicht. Der Sänger rappt, Pauke und Trommel geben den Beat an, die Tuba macht den Bass und alle anderen Blasinstrumente sorgen für den richtigen Groove. Heraus kommt eine total mitreißende Mischung, die sich keinesfalls zu ernst nimmt, wie man den Texten der Band entnehmen kann. Die werden dann schonmal umgeschrieben, um den Nieselregen von Bielefeld zu dissen (zur Verteidigung: Die Tage zuvor gab es in Bielefeld gleißenden Sonnenschein bei wolkenfreiem Himmel), um Katzenfleisch als Tofuersatz anzupreisen, denn diese Tiere haben sieben Leben. Moop Mama machen dabei einen richtigen Sprung. Erst wenige Monate zuvor spielte die Band noch im Forum Bielefeld. Was auf der kleinen Bühne funktioniert, klappt auf der großen Bühne aber so gut, dass das Publikum nach dem Ende des Gigs noch nach einer Zugabe verlangt, die leider nicht mehr kommt. Lange wird man Moop Mama wohl nicht mehr im kleinen Rahmen sehen können.

Und lange dauert es dann auch nicht mehr, bis Jan Delay auf die Bühne geht und, nachdem Moop Mama mit "Liebe" ihr Set beendet haben, seinerseits mit "Liebe" sein Set beginnt. Und natürlich dem obligatorischen Herzchen-Zeichen. So richtig kocht der Scheiß dann aber doch erst mit Jan Delays Klassiker "Klar", zu dem er sich die mitgebrachte Leoparden-Look-Fahne holt und groß über die Bühne schwenkt.
Jan Delay gibt sich in bester Spiellaune. Man könnte fast denken, dass nicht das Publikum den meisten Spaß haben soll, sondern Jan Delay nur auf Tour geht um selbst feiern zu können.

Das tut er auch, denn es dauert nicht lange, bis "Türlich, Türlich" folgt. Ein weiterer Kracher aus dem Hause Jan Delay, bis er mit seinen typischen Medleys anfängt, die mit Jan-Delay-typischen Texten auch und vor allem durch das Resamplen großer Hits durch die Disko No. 1 bestechen. So folgt mit "Can't Stop" von den Red Hot Chili Peppers das erste Medley des Abends. Dem Publikum wird jede Verschnaufpause erstmal vorenthalten, da aber einige Songs folgen, die weniger bekannt sind und weniger Airplay genießen, kann die Stimmung zwar hochgehalten werden, aber befindet sich nicht mehr ganz auf Top-Niveau.


Der DFB-Pokal raubt Jan Delay die Freude

Das ändert sich dann schlagartig durch "Die Sonne die scheint" in Kombination mit dem Guns'n'Roses-Song "Paradise City". Zu "Sie kann nicht tanzen" gibt es dann noch ein handfestes Tanzbattle auf der Bühne. Die Bläsergruppe und die Sängerinnen müssen sich gegenseitig duellieren und versuchen natürlich auch alles um den anderen einzuschüchtern. Abgestimmt wird über die Jubellautstärke und das Ergebnis wird auf Lightscreens im Bühnenhintergrund angezeigt. Erwartungsgemäß gewinnen die hübschen Sängerinnen das Battle. Wenn eine Frau diesen Artikel schreiben würde, würde diese wohl die Blechbläser bevorzugen.

Jan Delay hat an allem seinen Spaß. Und das bringt er dann zu "Feuer" so zum Ausdruck, dass er einen Lachanfall bekommt und der Song unterbrochen werden muss. Die Fassung bekommt der Meister der nasalen Klänge allerdings schnell wieder, als er sich an die Pleite seines Lieblingsvereins Werder Bremen im DFB-Pokal gegen den Nicht-mehr-lange-Drittligisten DSC Arminia Bielefeld erinnert.

Mit "Oh Jonny" gehen Jan Delay und seine Disko No. 1 dann nach einem schweißtreibenden Abend das erste Mal von der Bühne. Zurück kommen sie mit "Disko", ein Lied welches zu diesem Abend definitiv passt. Denn die Seidensticker Halle entspricht einer großen Disko. Was folgt ist ein Medley aus "Are You Gonna Go My Way", "Fight For Your Right" und "Song 2", welches mit Jan Delays obligatorischem Stopptanzen eingeleitet und dem Text von "Vergiftet" ausgeleitet wird.
Bevor dann zum Abschluss auf "St. Pauli" Licht brennt, wird erstmal in der Seidensticker Halle ein Lichtermeer aus Handylampen gezündet als Unterstützung zur Ballade "Hoffnung".

Jan Delay hat es mal wieder geschafft auf ganzer Linie zu überzeugen. Auch wenn er auf der Bühne zum totalen Partylöwen wird und umher springt bis zum geht nicht mehr. Ohne Stil geht es bei ihm nicht und der wird immer gewahrt. Man fragt sich nach jedem Konzert immer wieder, wie der Typ es schafft, scheinbar nicht zu schwitzen, am Ende des Konzertes perfekt durchgestylt zu sein und noch so gut auszusehen. Denn eines ist klar, mit der Energie, die er auf seinen Konzerten versprüht, kann er locker die gesamte Bühne mit Strom versorgen.