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Allgemein
Konzertbericht

Bands
Blood or Whiskey
Bryan McPherson
Dropkick Murphys
The Mahones

Locations
Swiss Life Hall



Datum: 11.02.2015

St. Patrick's Day wurde vorverlegt

Die Dropkick Murphys feiern ein Irish-Folk-Punk-Festival

Hannover (ml)    Wenn die Dropkick Murphys kommen, dann ist eine ausgelassene Stimmung garantiert. Auftrumpfen müssen sie eigentlich nicht und tun es dennoch immer wieder durch beinahe Mini-Festivals, die sie ihrem Publikum geben. In Hannover ist die Band beinahe Dauerstammgast und ihre Konzerte auch beim Publikum so kultig, dass sich einige irisch-traditionell zu ihren Konzerten verkleiden.

Die Dropkick Murphys brachten die Swiss Life Hall zum Kochen. Foto: Kristof Linke

Auf dieser Tour haben die Murphys sogar ganze drei weitere Bands mit dabei. Zwar fehlt ein riesen Name, wie Frank
Fotos zum Konzert
Homepage der Dropkick Murphys
Homepage von The Mahones
Homepage von Blood or Whiskey
Homepage von Bryan McPherson
Turner, der auf der letzten Tour der Dropkick Murphys noch das Vorprogramm in Deutschland bestritten hat, dafür darf sich das Publikum mit Hilfe der Vorgruppen schon für den Hauptact in Stimmung bringen.

Den Anfang macht Bryan McPherson, ein Singer- und Songwriter mit sehr punkigem Touch. Aufmerksam geworden sind die Dropkick Murphys auf ihn, weil er genau wie sie aus Boston kommt. Er spielt ein kurzes, aber auch gut passendes Set aus Songs, die typischer Folk-Punk sind. Trotzdem hat er es schwer. Offizieller Beginn laut Tickets ist 20 Uhr. Bereits um 19:30 steht Bryan McPherson auf der Bühne.

Lauter wird es dann mit Blood or Whiskey, die schon wesentlich mehr nach den Dropkick Murphys klingen. Ein starker lauter Support, der jetzt schon die Richtung des Abends bekanntgibt. Laute E-Gitarren, Punkrock, rauen Stimmen und irischer Folk sind ihr Programm. Klingt nach den Dropkick Murphys, kommt natürlich aber nicht ganz an den Hauptact des Abends ran. Das jetzt schon zahlreich erschienene Publikum im Innenraum feiert die Band trotzdem schon und das obwohl die eigentlichen Highlights noch ausstehen.

The Mahones wurden schon 1990 gegründet und sind damit sogar noch länger unterwegs als der heutige Hauptact. Auch sie bilden mit ihrem kurzen Set einen guten Support für die Dropkick Murphys. Die kanadische Band kann überzeugen und bringt das Publikum ordentlich zum Schwitzen. Auch die Tribünen werden nun voll und alle sind so aufgeheizt, dass die Dropkick Murphys nach einer kurzen Umbaupause direkt übernehmen können.

Nach einem irischen Folk-Intro kommen die Dropkick Murphys klassisch mit "The Boys Are Back" auf die Bühne. Ein toller Einstieg um direkt in Fahrt zu kommen und auch mit "Citizen C.I.A." wird das Tempo direkt hochgehalten. Aber auch mit "The Warrior's Code" und "Rose Tattoo" geht es weiter schnell durch das Set und nach anfänglichen Soundschwierigkeiten auch in hoher Lautstärke. So, wie man es sich halt von einem Dropkick Murphy's wünscht. Auch echter irischer Folk darf nicht fehlen. Die Dropkick Murphys spielen sehr gerne mal traditionelle Songs in neuem Gewand. "Rocky Road to Dublin" ist so ein Song. Man nehmen ihn und ein paar verzerrte E-Gitarren und fertigist das neue Lied. Mit "Walk Don't Run" folgt eine Dropkick-Murphys-Hymne. Das Publikum ist textsicher und singt mit, wie auch schon bei den vergangenen Songs. Starke Leistung, denn nebenbei wird gesprungen und gepogt, was das Zeug hält. Und zwar härter als bei den meisten Punkrock-Bands.

Dennoch ist Irish Folk nicht nur für seine ausgelassenen fröhlichen Songs berühmt, sondern auch und gerade wegen der ruhigen eher melancholisch-traurigen Lieder. "Cruel" ist nach 9 Songs die erste Ballade im Set. Eine willkomene Verschnaufpause für die Besucher. Von nun an wechseln sich die schnellen und die langsamen Songs etwas ab. So zum Beispiel "Wheel of Misfortune" oder das Irish Traditional "The Wild Rover", welches hier in Deutschland durch das Klaus & Klaus-Cover "An der Nordseeküste" bekannt gemacht worden ist. Das Publikum singt lautstark den englischen Text mit.

Die Band gibt sich heute wortkarg, spielt dafür aber Lied an Lied pausenlos hintereinander, was umso schöner für das Publikum ist. Denn mittlerweile haben die Dropkick Murphys zahlreiche Hits angesammelt und am liebsten würde man natürlich alle hören. So werden an diesem Abend von den Murphys Songs aus 8 Alben gespielt.
Eine der einzigen Ansagen kündigt dann abermals Bryan McPherson an, der nochmal solo vor versammeltem Publikum "Caps and Bottles" zum Besten gibt, an dessen Ende dann auch die Dropkick Murphys mit einsteigen nur um direkt in "Shipping Up To Boston", dem wohl bekanntesten Stück der Band zu wechseln, bevor es in die für alle verdiente Zugabenpause gibt.
Es dauert ein paar Momente, bis die Besucher wieder so viel Luft haben um lautstark "Let's Go Murphys" zu fordern und die bedanken sich mit "Johnny, I Hardly Knew Ya".
Kurz darauf folgt eine weitere für Dropkick-Murphys-Konzerte übliche Tradition. Zu "Kiss Me, I'm Shitfaced", einer weiteren Ballade der Band, wird der weibliche Teil des Publikums auf die Bühne gebeten. Zu "Skinhead on the MBTA" darf dann auch der männliche Teil der Besucher auf die Bühne, so lange bis irgendwann die Securities absperren und es Zeit für das Ende ist. Ein Sham-69-Cover "If The Kids Are United" bildet den Abschluss eines schweißtreibenden und für Hannover fast schon traditionellen Frühjahrskonzerts der Dropkick Murphys.