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Konzertbericht

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Beatsteaks
Bilderbuch

Locations
Seidensticker Halle



Datum: 23.11.2014

Beatsteaks in der Seidensticker Halle

Das Piratenschiff Beatsteaks kapert Bielefeld

Bielefeld (ml)    Die Beatsteaks spielten am vergangenen Sonntag in der Seidensticker Halle Bielefeld ein Konzert vor über 5.000 Besuchern und drehten dabei komplett am Rad. 2 Stunden Power und Überraschungen nach einem vermeintlichen Konzertende waren garantiert. Das ganze wurde durch den Support Bilderbuch abgerundet.

Die Beatsteaks machen nicht nur tolle Musik, sondern spielen noch viel viel tollere Shows. Foto: Kristof Linke

Bevor die Beatsteaks auf die Bühne gingen, eröffneten am letzten Sonntag vor dem ersten Advent 2014 Bilderbuch
Fotos zum Konzert
Homepage der Beatsteaks
Homepage von Bilderbuch
den Abend in der Seidensticker Halle. Sie gaben eine Mischung aus Hip Hop gemischt mit Rockmusik zum Besten und schrieben sogar ihre Songs um ("In der Diskothek Beatsteaks aufgelegt.").
Ganz warm wurden die Österreicher nicht mit dem Publikum, welches hauptsächlich für die Berliner Band da war und das, obwohl gerade ihre schnellen Songs ganz leicht an Kraftklub erinnerten und die Band auch alles tat um bei den Konzertbesuchern anzukommen. So spielte der E-Gitarrist ein Gitarren-Solo im Jimi-Hendrix-Stil hinter dem Kopf.


Die Tribüne ist nicht scheiße

Nun dauerte es bloß noch eine halbe Stunde, bis die Beatsteaks auf die Bühne gingen, aber nicht ohne vorher angekündigt zu werden. Ein Clown ging auf die Bühne, fegte diese noch und hielt hinterher ein Schild mit der Aufschrift "FERTIG!" hoch.

Neben dieser Aktion tauchte der Clown auch auf der Bühne in verschiedenen Posen auf, mal hinter dem Keyboard, mal an den Percussions. Vor dem Wiedersehen, wurde "Up On The Roof" jedoch erstmal hinter einem Vorhang begonnen, auf dem die Schatten der Bandmitglieder sichtbar waren.
"Wir sind ein Piratenschiff namens Beatsteaks.", begrüßt Arnim die 5.000 Besucher in der Seidensticker Halle und macht weiter mit "As I Please". Nun gibt es kein Halten mehr, denn auch im Anschluss wird die Stimmung mit "Monster" und "Cheap Comments" hoch gehalten. Aber auch dadurch, dass nach Arnims Aufforderung alle die Handys für die nächsten 2 Stunden stecken lassen und da das Publikum mittlerweile komplett ausgerastet ist, tun dies auch die Beatsteaks ("Wir singen nicht nur, sondern wir drehen auch komplett am Rad."). Der Beweis folgte mit dem sehr schnellen "DNA" von der neuen selbstbetitelten Platte "Beatsteaks".
Auch ein Herz für sitzendes Publikum haben die Berliner. Nachdem während einer Laola die "Scheiß Tribüne"-Rufe los gehen, schreitet Arnim ein: "Erstens ist hier niemand scheiße. Zweitens, beim Scheiß-Tribüne-Schreiben habt ihr die Loala verpasst.". "Everything Went Black" folgte und in der Mitte der Halle wurde zu diesem Song eine riesengroße Spiegelkugel angeleuchtet, die die komplette Seidensticker Halle mit Licht durchflutet hat.


This is Atomic Love

Nach kurzen "Smells Like Teen Spirit"- und "Basket Case"-Anrissen um das Publikum wieder anzuheizen folgt "Jane Became Insane".
Die Beatsteaks können sowohl laut und schnell, als auch gechillt. "Summer" ist so ein Song, den man sich durchaus zu einem sommerlichen Sonnenuntergang am Baggersee vorstellen kann. Auch "To Be Strong", welcher im Anschluss folgt und von Arnim allein gespielt wird, passt herrlich hierzu.
Der Anteil an Songs vom aktuellen Album wurde nun etwas reduziert, dafür packten die Beatsteaks von jetzt an zahlreiche ihrer Hits aus. "Milk & Honey", "Let Me In", "SaySaySay" und "Demons Galore" sorgten dafür, dass niemand mehr in der Halle trocken blieb. Schweißnass durch Pogo und Springen war das erklärte Ziel, welches die Beatsteaks und Clown Dennis wohl gesetzt haben.
Ein weiteres Cover spielten die Beatsteaks ebenfalls von einer sehr bekannten Band: "Beast Of Burden" der Rolling Stones. Schnell und laut. Aufgeweckt kommt mit "Creep Magnet" - der Titelsong zur Tour - wieder ein ruhiges Stück, bevor "Hello Joe" und "Hand in Hand" den Hauptteil des Konzertes mit einem großen Knall beendeten.

Zu "Under A Clear Blue Sky" wurde die Bühne nun in blaues Licht gehüllt. Eine Konzertbesucherin durfte sich besonders freuen und wurde von Arnim auf die Bühne gezogen. Viele Fans der ersten Stunde konnten sich dann hinterher mit der Konzertbesucherin über "Barfrau" vom ersten Album "48/49" freuen, bevor mit "Cut Off The Top" und "Automatic" zwei weitere Hits der Band kommen.

Deutschsprachig wird nun die zweite Zugabe, die mit "Hey Du" aus dem Berliner Musical "Linie 1" ruhig beginnt, mit "Frieda und die Bomben" ihren Höhepunkt findet und "I Don't Care As Long As You Sing" das Konzert vermeintlich beendet. Das Licht geht an in der Seidensticker Halle und es kommt Rauswurf-Musik, was für viele Besucher auch der Anlass ist zu gehen. Trotzdem lassen es sich die Beatsteaks nicht nehmen, auch bei Festbeleuchtung der Halle nochmal auf die Bühne zu kommen und "Atomic Love" sowie das The Police-Cover "So Lonely" zum Besten zu geben.

Wo die Beatsteaks hinkommen schaffen sie es jeden zu überzeugen und für sich zu gewinnen. Musiker, die sich von Album zu Album musikalisch weiter entwickelt und dazugelernt haben, abwechslungsreiche Musik, die mal laut und hart, mal ruhig und mal fröhlich-melodiös ist, tun ihr übriges, um die Beatsteaks wohl als eine der besten Live-Bands Deutschlands bezeichnen zu können. Auch die Nähe zum Publikum ist genial. Arnim ließ es sich nicht nehmen, sich von seinen Fans umarmen zu lassen und immer wieder auf Tuchfühlung zu gehen. Nur der Stagedive blieb dieses Mal aus.