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Konzertbericht
Visions

Bands
Kraftklub
Marcus Wiebusch
Royal Republic
Thees Uhlmann

Locations
Westfalenhalle



Datum: 25.10.2014

Visions 25th Anniversary

Geburtstagstreffen mit alten Bekannten

Dortmund (ml)    Die Visions hat ihren 25. Geburtstag mit einer riesen Geburtstagsparty in der größten Halle der Heimatstadt Dortmund gefeiert. Gemeinsam mit Kraftklub, Thees Uhlmann, Royal Republic und Marcus Wiebusch wurde der Geburtstag in der Westfalenhalle zelebriert. Diese war zwar nicht ausverkauft, dennoch erfüllt man sich selbst gerade zum 25. Geburtstag auch mal solche Träume.

Kraftklub sind der Headliner eines Generationentreffens zum 25. Geburtstag der Visions. Foto: Marcel Linke

Den Abend startete Marcus Wiebusch mit dem Album-Opener "Off" seines ersten Solo-Albums "Konfetti" ruhig. Begleitet wurde er von einer siebenköpfigen Band. 25 Jahre
Fotos zum Konzert
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Das Geburtstagskind
 Visions lassen auch Wiebusch ein Resümee seines bisherigen Schaffens ziehen. Ein Debüt-Album würde für den Opener-Slot zwar ausreichen, dennoch gibt es während seines Gigs auch noch Überraschungen auf die Ohren des Publikums.
Zuerst werden aber noch ein paar Marcus Wiebusch-Songs gespielt. Hier darf "Nur einmal rächen" nicht fehlen, einer der stärksten Songs des Albums, der den Werdegang eines Nerds thematisiert: In der Schule verprügelt und nun den besten Champagner in der ganzen Stadt schlürfend.
Zu "Jede Zeit hat ihre Pest" holt Marcus Wiebusch dann auch den Hip Hopper hervor.
Aber es gibt auch Rückblenden. So wird der ..But Alive-Song "Vergiss den Quatsch" gespielt, als auch der Kettcar-Song "Balkon Gegenüber" in neuem Gewand und mit zweiter Strophe: Die Sicht des Typen auf dem Balkon gegenüber, der sich über die unwillkommenen Blicke seines Nachbarns beschwert und sich vornimmt wieterzumachen statt aufzugeben.
Weiter gemacht wird dann auch nach dem wohl wichtigsten Song des Marcus-Wiebusch-Albums, der zugleich das letzte Lied des Sets darstellt: "Der Tag wird kommen". Ein Lied über Homosexualität im Profifußball und freie Liebe im Allgemeinen. Stark.

Eigentlich müsste an dieser Stelle nun direkt der Bericht zum Royal Republic-Auftritt kommen, aber, da es gerade so schön zum Grand Hotel van Cleef, zu Marcus Wiebusch und damit auch zu alten Zeiten passt, machen wir erstmal mit Thees Uhlmann weiter. Die Sache mit der Solo-Karriere hat Thees seinem Labelkollegen Marcus vorgemacht. Mit "Weiße Knöchel" fängt er an. Ein Song, der wie die Faust aufs Auge zu Dortmund passt, so geht es immerhin über einen Ruhrgebietspolitiker im Wahlkampf für die SPD.
Ansonsten spielt Thees Uhlmann ein buntes Set seiner zwei Soloalben. Für längere Zeit wohl zum letzten Mal. Das Konzert im Rahmen des Visions Anniversary Festival ist das vorerst letzte seiner Tour mit dem aktuellen Album. Anekdoten zu seinen Songs muss er eher nicht mehr erzählen. Viele Besucher kennen Thees Uhlmann schon und haben ihn viele viele Male live gesehen.. Interessant ist allerdings die Tatsache, dass Thees Uhlmanns Mutter wohl wirklich im selben Krankenhaus wie Rudi Dutschke und am selben Tag auf die Welt gekommen ist. Das ganze thematisiert in "Am 07. März". Toller Song, von einem tollen Sänger, der sich mit Fußballsongs über St. Pauli in der Stadt, die gerade eine weitere Niederlage verkraften musste, dezent zurückhält. Kein "Kaffee & Wein" und auch kein "Das hier ist Fußball".
Dafür gibt es einen wirklich alten Bekannten zu hören: "Schreit den Namen meiner Mutter". Thees Uhlmann spielt wieder Tomte-Songs!!! Und das verdient wirklich drei Ausrufezeichen. Weitere Konzerte für Thees Uhlmann & Band stehen derzeit nicht an. Darf man sich vielleicht auf eine Tomte-Reunion freuen? Uns wäre es ein Fest. So toll Thees Uhlmann auch ist, wir vermissen die alten Zeiten. Und ja, da sind wir nostalgisch und auch ein bißchen konservativ, alternativ aber grundsätzlich immer.

So, kommen wir nun zu Royal Republic. Die Jungs aus Schweden bringen ihre gesamte Spielfreude auf die Bühne und werden vom Publikum heiß erwartet. Gibt es hier vielleicht einen neuen Stern am Rockstar-Himmel? Die Durchstarter werden auf jeden Fall immer beliebter. Man könnte es wirklich als ein Generationentreffen bezeichnen. Gehören Thees Uhlmann und Marcus Wiebusch zum alten Eisen und jahrelangen Geburtstagsgästen der Visions, sind Royal Republic quasi noch Kleinkinder im Showgeschäft. Trotzdem feiern alle ihre Jugend.
So auch die Schweden, die direkt zum Anfang klar machen keine geringere als die Tochter des Präsidenten ("President's Daughter") flachzulegen.
Für große Ansagen, für die Royal Republic ja eigentlich bekannt sind, bleibt nicht viel Zeit. Die Band möchte in ihrer einstündigen Spielzeit viele Songs unterbringen. So gibt es dann auch "Everybody Wants To Be An Astronaut" im Set zu hören. Highlight ist mit Sicherheit "Addictive", welches akkustisch gespielt wird.
Und auch die letzten beiden Songs "Tommy-Gun" und "Full Steam Space Machine" brachten die Menge zum brodeln, von denen viele wohl hauptsächlich wegen Royal Republic da waren.

Der Headliner für denen augenscheinlich auch sehr viele Besucher da sind und der nochmal zusätzlich etliche Fußballfans nach dem Spiel aus dem Stadion zur Westfalenhalle gezogen hat ist an diesem Abend Kraftklub. Die Band hat es geschafft. Innerhalb von nur zwei Alben schaffen sie es immer größere Hallen in Deutschland zu bespielen. Die Westfalenhalle ist an diesem Samstag aber trotzdem nur zur Hälfte gefüllt und das mit abgehängten Oberrängen. Der Stimmung schadet das aber nicht, als Kraftklub mit "Hand in Hand", der ersten Single ihres aktuellen Albums auf die Bühne kommen.
Nach Royal Republic machen Kraftklub dem Publikum am heutigen Abend am meisten Stimmung. Immerhin scheint die Band auch etliche Hits zu haben, so textsicher ist das Publikum zu Songs, wie "Ich will nicht nach Berlin" oder "Schüsse in die Luft".
Obwohl das Publikum definitiv abgeht, machen sich Kraftklub heute trotzdem Feinde. Wenn man in Dortmund ist, so sollte man es vermeiden diese Stadt in irgendeiner Weise runterzumachen. Auch das ist nach einem Cover von "Blitzkrieg Bop" und dem Song "Karl-Marx-Stadt" aber verziehen.
Das richtig gute Pulver kam dann zum Schluss. "Unsere Fans", der Hit vom aktuellen Kraftklub-Album, nimmt dann sozusagen alle Fans in der Halle auf die Schippe. Wir unterstellen nun einfach mal, dass die wenigsten Kraftklub schon bei ihren ersten Anfängen als Vorgruppe der Beatsteaks oder Casper auf dem Schirm hatten. Spätestens seit "Songs für Liam", welcher als nächster Song folgt, ist der Erfolg von Kraftklub besiegelt.
Und trotz des Verpulverns aller Hits geben Kraftklub noch eine Zugabe, die mit "Scheissindiedisko" und einem Feuerwerk in der Halle endet. Ein toller Abschluss für ein tolles Festival.

Insgesamt gesehen war die Westfalenhalle zwar etwas groß. Wenn man als Musikmagazin aber 25-jähriges feiert und es sich finanziell leisten kann geht man in die größte Halle der Stadt und warum? Weil es geht!
Das Line-Up aus diesen vier Bands ließ nichts zu Wünschen übrig. Insgesamt eine tolle Show, die die Stimmung auch auf das Publikum übertragen hat, bei dem auch ein großer Konsens für alle Bands bestand.
Wir können es nachvollziehen, warum man zum 25-jährigen einfach mal die größte Halle bucht. Wir werden selber nächstes Jahr 10 Jahre alt und stecken dafür noch in der Planung, was wir machen können.

Für die Visions: Happy Birthday und auf die nächsten 25 Jahre!