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Konzertbericht

Bands
Abay
Madsen

Locations
Reethus



Datum: 18.10.2014

Madsen holen den Punk raus

Hörst du die Sirenen?

Rheda-Wiedenbrück (ml)    Am vergangenen Samstag spielten Madsen im Reethus in Rheda-Wiedenbrück. Zur Zeit sind sie auf der Tour zu ihrem 10-jährigen Jubiläum. Auf ihren Konzerten packen sie die Klassiker wieder aus, spielen sogar neue Songs und erfüllen Wünsche.

Madsen feiern ihr 10-jähriges Jubiläum im Reethus in Rheda-Wiedenbrück. Foto: Kristof Linke

Nachdem auf den vergangenen Konzerten der Tour immer Vierkanttretlager Support gemacht haben, ist nun zum
Fotos zum Konzert
Homepage von Madsen
ersten Mal Abay, die neue Band von Aydo Abay dabei. Zum Leidwesen von ein paar Fans, die sich in der Hoffnung Vierkanttretlager zu sehen, in die erste Reihe verirrt haben, dafür aber direkt von Aydo getröstet werden.
Seine Musik ist ruhig und melancholisch, was daran liegt, dass seine Band mit einer Western-Gitarre statt einer E-Gitarre sehr akkustisch klingt. Das ganze klingt dann auch etwas wie Blackmail, nur ohne Verstärker.
Einzig und allein der Abschluss wird dann mit "How Much Is The Fish", "Always Hardcore", "Maria" und "Hyper Hyper" zu einem Scooter-Medley, allerdings auch im typischen Abay-Sound, den man sich, wie Aydo mitteilt, seit dem 17. Oktober nun auch als EP kaufen kann.


"YMCA" und "Smells Like Teen Spirit" - Madsen sind coverfreudig

Nach einer kurzen Umbaupause stürmen dann auch Madsen mit "Das muss Liebe sein" auf die Bühne. Das Reethus ist offensichtlich nicht ausverkauft. Das Publikum ist aber spätestens zum zweiten Song "Vielleicht" stimmungsmäßig komplett da, pogt und singt.
Das muss auch Sänger Sebastian kommentieren: "Das letzte Konzert war in den 90ern Guildo Horn. Nichts gegen Guildo Horn, aber heute wird die Hütte ein bißchen mehr rocken."

Insgesamt sind Madsen zwischen ihren Liedern sehr zum Spaßen aufgelegt. Nach "Wo es beginnt" gibt es eine Metal-Einlage ("Das war unser schnellstes Lied, nur für euch"), einen Song für Rheda-Wiedenbrück auf der Melodie von "YMCA" und Nirvanas "Smells Like Teen Spirit".

Allgemein ist die Band sehr coverfreudig. Innerhalb ihres Songs "Liebeslied" spielen sie als Bridge das gleichnamige Lied der Toten Hosen und die "Perfektion", dessen erste Strophe von Schlagzeuger Sascha Madsen mit Sebastian an den Drums, gesungen wurde, bekommt als Bridge den Kiss-Hit "I Was Made For Loving You Baby".


"Im Dunkeln" wird im dunkeln gespielt

Mit "Sirenen" gibt es von Madsen auf der Jubiläumstour nun aber auch einen neuen noch nicht veröffentlichten Song zu hören, der sehr punkig und aggressiv ist, sowie tolle Melodien und Chöre beinhaltet. Man darf gespannt auf das kommende Madsen-Album sein.

Nach dieser punkigen Nummer folgt mit "So cool bist du nicht" erstmal eine Ballade, die Sebastian und Keyboarderin Lisa im Duett singen. Der Abend bewegt sich nun nach über 70 Minuten dem Ende zu. Und pünktlich zum Schluss fällt das Lichtpult aus für den Song "Im Dunkeln". Ein Lied vom ersten Album, welches Madsen nur selten spielen, was aber eigentlich in ein Standardset von Madsen gehören sollte, wie der Autor, der den Song mit der Abi-Band für die Abi-Show 2006 am Immanuel-Kant-Gymnasium Bad Oeynhausen gecovert hat, findet. Geil, endlich einmal dieses Lied live gehört. Jetzt kann ich glücklich sterben.

Zur Zugabe ist zumindestens wieder Frontalbeleuchtung da. Bunte Farben und Lauflicht funktionieren zwar nicht mehr. Das ist aber bei einer Band, wie Madsen auch nicht unbedingt von Nöten. Sie überzeugen nicht durch eine aufwendige Lichtshow, sondern durch ihre druckvollen Songs.
"Nachtbaden" folgt, im Gegensatz zum Protagonisten des Liedes, haben aber die Jungs von Madsen und auch das Publikum für diesen Samstag Abend Pläne gemacht. Nachtbaden mit der Freundin wäre jetzt aber auch nicht schlecht. Während man noch so davon träumt, wird auch schon das Ende der Zugabe eingeleitet. Mit "Lass die Musik an" verabschieden sich Band und Publikum voneinander nach einem Konzert, welches zurecht Teil einer besonderen Jubiläumstour sein durfte.