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Konzertbericht

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Kmpfsprt
Matula

Locations
Weberei



Datum: 13.10.2014

Kmpfsprt und Matula besuchen Gütersloh

Montag ist jetzt Punkrocktag

Gütersloh (as)    Mit Matula und Kmpfsprt ist nach langer Zeit wieder ein Doppel unterwegs, bei dem die Vorfreude beiden Bands gilt. Fünf Städte werden besucht. Eine davon ist Gütersloh.

Kmpfsprt, hier auf dem Foto, haben zusammen mit Matula ein Konzert in Gütersloh gegeben. Foto: Marcel Linke

Ja, es ist Gütersloh und ja, es ist ein Montag. Am Ende werden hier vielleicht 50 Besucher sein, am Ende wird es auch
Fotos zum Konzert
Homepage von Kmpfsprt
Homepage von Matula
keine mitreißende Stimmung geben. Aber am Ende werden zwei Bands trotzdem 100% geben und 100% überzeugen. Leidenschaft, Energie, Spielfreude und viele gute Songs. Gute deutschsprachige Punkrocksongs: davon gibt es ja nicht so viele.

Das Gelände der Weberei war immer schon ein kleiner Irrgarten. Man muss da schon wissen, wo es hingeht. An diesem Abend nämlich zum "Werk II". Das ist gleich die zweite Tür neben der eigentlichen Tür und dann nur eben die Treppe rauf. Oben angekommen findet sich ein kleiner Saal mit kleiner (aber feiner) Bühne, Toiletten und einer Theke. Und damit haben wir schon alles, was so ein Punkrockmontag braucht beisammen. Die Musik vom Band ist eine feine Auswahl: Ramones, The Generators, The Bones... Das Ambiente ist stimmig. Auch Licht und Sound sind ordentlich. Guter, zweckmäßiger Laden. Zum Werk II der Weberei muss somit nicht viel mehr gesagt werden. Wenden wir uns also dem Wesentlichen zu:

Matula ist eine dieser Bands aus dem Norden, die den Glauben an deutschsprachige Musik am Leben halten. Schon seit 10 Jahren sind die vier gebürtigen Neumünsteraner auf deutschen Bühnen unterwegs. Gaben Konzerte mit Muff Potter, Captain Planet, Escapado oder Turbostaat. Wem die genannten Bands zusagen, der wird auch Gefallen an Matula finden. Zwar ist deren Indy-Punk etwas ruhiger, aber immernoch mit ausreichend Zunder. Live sogar nochmal etwas mehr Zunder, als auf Platte.
Los geht es mit "Monstrum" vom aktuellen Album "Auf allen Festen". Ein typischer Matula-Song und dadurch ein guter Einstieg für die folgenden rund 45 Minuten Set. Der zweite Song lässt Fan-Herzen höher schlagen: "Over The Top" vom 2010er Album "Blinker" erinnert daran, warum man sich damals in diese Band verguckt hat. Melodie mit Wumms, Tempo und eine Stimme, die eben nicht klingt, wie alle anderen. Textlich anspruchsvoll, aber nicht mit Weisheit überladen. Und ganz viel Herz.
12 Lieder gibt es heute zu hören. Vier stammen von "Blinker", sechs von "Auf allen Festen". Dazu noch "Agenda" vom 2007-Debüt "Kuddel" und "Den Bach herunter" von der Kolumbus-EP. Eine gesunde Mischung aus Album-Promo und Klassikern. Wobei "Schwarzweissfotos" und "Drei Minuten" als instant-classics durchgehen können. Was Matula hier zeigen ist Erfahrung auf der Bühne und Talent am Instrument. Am 28.11 spielen sie mit Duesenjaeger im Bastard Club Osnabrück: Hingehen!

Kmpfsprt geben den zweiten Headliner. Auch diese Band macht Hoffnung. Die erste EP "Das ist doch kein Name für'ne Band" erschien zwar gerade erst 2012, aber die Bandmitglieder sind zuvor schon jahrelang unterwegs gewesen (Fire In The Attic, Days In Grief). Also sehen wir auch hier geballte Bühnenerfahrung am Werk. Kmpfsprt veröffentlichten dieses Jahr ihr Debüt "Jugend Mutiert" und positionieren sich damit an der Speerspitze des neuen deutschen Punkrock. Ne Ecke lauter als Matula, und ne Ecke rotziger schreien uns die Kölner entgegen. "Unter Kannibalen" startet 45 schweißtreibende, hart rockende Minuten. Höhepunkte bieten die auch als Videoclip veröffentlichten Songs "Atheist" und "Musikdienstverweigerer". Vor allem aber ist "Nachtsicht" ein wahnsinnig guter Livesong: "ICH BIN DIE NACHT, DU BIST DER TAG"! Singalong #check

Mit der Durchbruch-Single "Affengeld" endet dann dieses Konzert. Was ein gelungener Abend! Zwei sehr gute Bands und das beruhigende Gefühl, dass deutsche Musik noch immer funktionieren kann, dass die Szene noch nicht tot ist. Da ist ein Funke, der niemals erlischt. Die Clubs mögen derzeit etwas kleiner sein, aber genau da gehört Punkrock ja nunmal auch hin. Kein Graben, Keine Grenzen. Liebe*r Leser*in, geht zu den kleinen Shows, hier ist es schön.