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Konzertbericht

Bands
Kaiser Chiefs
MiMi & The Mad Noise Factory

Locations
Capitol



Datum: 13.04.2014

Kaiser Chiefs in Hannover

Yours Truly, Happy Mob

Hannover (ml)    Zwei Konzerte haben die Kaiser Chiefs im Rahmen ihrer Tour in Deutschland gegeben. Eines davon fand am vergangenen Sonntag im Hannoveraner Capitol statt. Mit dabei war eine alte Bekannte. MiMi spielte, zusammen mit ihrer Mad Noise Factory, in der Stadt, in der sie vergangenes Jahr schon im Stadionbad für Biffy Clyro eröffnet hat.

Die Kaiser Chiefs befinden sich wieder im Aufwind. Foto: Marcel Linke

Es sollte ein Abend der Superlative werden. Da ist einmal diese eine englische Band, die in ihrer Heimat ganze
Fotos zum Konzert
Homepage der Kaiser Chiefs
Homepage von MiMi & The Mad Noise Factory
Stadien füllt und hier ein Clubkonzert gibt und dann noch die Vorgruppe, deren Sängerin die Tochter von Marius Müller-Westernhagen ist, aber so rein gar nichts mit der Musik des Vaters gemin hat. Wäre da nicht diese kurze Spielzeit des Hauptacts, der die Stimmung dann doch etwas trübt.

Bevor jedoch die Kaiser Chiefs auf die Bühne gehen, startet MiMi & The Mad Noise Factory in den Abend. Die Band aus dem Londoner Umfeld scheint sich innerhalb eines halben Jahres seit ihrem letzten Auftritt im Vorprogramm von Biffy Clyro weiter entwickelt zu haben. Die Musik, die MiMi & The Mad Noise Factory machen, ist handfeste Popmusik. Wobei Pop hier nicht im Sinne von schlecht oder austauschbar steht. MiMi & The Mad Noise Factory haben ein wenig was von den poppigen Stücken von Roxette. Und gerade MiMi hat einen Sex Appeal in ihrer Stimme und ihrem Auftreten, der den von Marie Fredriksson noch einmal locker übersteigt.

Es dauert eine halbe Stunde, bis die Kaiser Chiefs auf die Bühne gehen. Sie beginnen mit "The Factory Gates" von ihrem aktuellen Album, welches im UK Platz 1 erreicht hat. Eine Platzierung, die sie seit "Yours Truly, Angry Mob" nicht mehr erreichen konnten.
Gerade die ersten zwei Alben waren die erfolgreichsten Alben der Kaiser Chiefs und so ist es nicht verwunderlich, dass die Band auch viele Klassiker spielt. "Everyday I Love You Less And Less" und "Everything Is Average Nowadays" folgen. Ziemlich viel gutes Pulver, welches gleich zu Beginn verschossen wird.

Es hat zwei Alben gedauert bis die Kaiser Chiefs ihren neuen Sound gefunden haben. Nach den ersten zwei Alben kam der Bruch, was den altbekannten, hitlastigen Sound betraf. Der Sound mit dem die Fans die Band Kennen und Lieben gelernt haben. Das war 2005. Nun schreiben wir 2014 und die Kaiser Chiefs sind nicht mehr ganz so schnell und verspielt. Dafür haben sie sich musikalisch um Meilensteine entwickelt.
"Ruffians On Parade" ist dabei ein Beispiel. Ebenso, wie "Coming Home". Hymnische Songs, mit fantastischen Hooks und tollen E-Gitarren-Soli. Das sind die neuen Kaiser Chiefs. Nicht mehr ganz so punkig, wie die alten Kaiser Chiefs, aber mit einem weiterhin unvergleichlichen Sound.

"You Can Have It All" vom Debütalbm widmet Ricky Wilson der Sängerin des heutigen Supports. Auch "Modern Way" fehlt nicht, bis mit "Bows & Arrows" ein weiterer toller Song vom neuen Album kommt. Nun heißt es die Stimmung, die ohnehin schon hoch ist bis zum Finale noch einmal zu steigern. "I Predict A Riot" und "Ruby" sind zwei grandiose Klassiker dieser Band. Mit "The Angry Mob" geht es nach einer guten Stunde dann in die Pause und Wilson lässt es sich nicht nehmen diesen Song direkt über dem Publikum von der nächstgelegenen Theke aus zu performen.

Mit "Misery Company" kommt die Band noch einmal wieder, bevor sie sich mit dem eingängigen "Oh My God" nach viel zu kurzen 75 Minuten jetzt endgültig verabschieden.

Nach ihren ersten zwei Alben sind die Kaiser Chiefs ein wenig ins Abseits geraten. Auf Festivals kriegen sie immer noch die höchsten Spielpositionen. Zu Recht. Über die Jahre sind sie dennoch eine großartige Live-Band geblieben. Mit ihrem aktuellen Album "Education, Education, Education & War" finden sie langsam zu alter Stärke zurück und haben sich dabei trotzdem weiter entwickelt.