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Konzertbericht

Bands
Baru
Kilians

Locations
FZW



Datum: 06.12.2013

Kilians Abschiedssause Part I

Die Party ist vorbei

Dortmund (mer)    Im Zuge der Bandauflösung unternehmen die Kilians nochmal eine letzte Reise quer durch die Republik und die kleinen Clubs. Eine der Stationen lautete dabei: Dortmund – FZW. Und man glaubt es kaum. Debüt und Abschiedsvorstellung gibt es in dieser Lokalität somit zeitgleich.

Sag beim Abschied leise Servus: Die Strokes vom Niederrhein auf Abschiedstour - Foto: Mark Haake

Wie bereits auf der letzten Kilians Tour, ist als Support wieder die großartige Band Barumit "on the road". Leider immer noch weitesgehend unbekannt, weil vor allem unentdeckt. Ja, sie haben noch nicht mal einen Wikipedia-Eintrag. Inzwischen hat die Band aus Werdau allerdings ihren ersten Longplayer "Sailors Of The City" im Gepäck,
Bilder vom Konzert
Homepage der Kilians
Homepage von Baru
welcher auf ganzer Linie zu überzeugen weiß. Und bereits mit dem Opener "In Love with Delay" haben die Jungs die Musikinteressierten im Saal für sich gewonnen. Nicht schlecht für "nur" Support. Im kurzen Set der Band sticht dann auch nochmal die Single "Repair" heraus, bei der Sänger Ferdinand dann zu seiner Geige greifen darf. Insgesamt präsentieren die Baru Jungs einen zur Zeit sehr angesagten Indie-Alternativ-Electro Sound. Die Tanzböden der Dockville und Melt Festivals sollten eigentlich das Zuhause für ihre Musik werden. Im Jahr 2013 hat es damit leider noch nicht geklappt. Die Band musst sich ganz knapp geschlagen geben, beim Melt-Nachwuchswettbewerb "Mutti, wir spielen Melt!". Sehr schade, denn die Band hätte dort sehr gut hingepasst.

"On the Run" als Abschiedsgeschenk

Weniger elektronisch angehaucht kennt man die Kilians. Und so bleibt das auch an diesem Abend. Keine Schnörkel, keine unnötigen Effekte. Auch wenn es eine der letzten Shows in der Karriere der Strokes vom Niederrhein ist, man bemüht sich, keine Sentimentalitäten aufkommen zu lassen. Somit spielen sich die Jungs durch ein kurzweiliges Set, welches klar vom Debüt und dem aktuellen Album dominiert wird. Aber natürlich sind alle Hits dabei und besonders der erste Block überzeugt mit den schnellen und rockigeren Nummern. An dritter Stelle platziert und recht unspektakulär wird mit dem Song "On the Run", die inoffizielle Abschiedshymne präsentiert.

Pogo und Crowdsurfing zum Abschiednehmen

Umso näher der Abschied an diesem Abend rückt, umso besser wird die Stimmung im Publikum. "Noch ein letztes Mal feiern mit den Jungs" denken sich immer mehr Leute im kleinen Saal des FZW und eröffnen zum Ende die Pogo-Area vor der Bühne. Ganz mutige Fans erstürmen schließlich die Stage und versuchen sich gar im Crowdsurfing. Die Stimmung erreicht ihren Höhepunkt und "When Will I Get Home" wird zum Pogo zweckentfremdet. Getreu dem Muff Potterschen Motto: Die Party ist vorbei – lass uns tanzen! 

Den Soundtrack zum Untergang gibt es dann in den beiden Zugabenblöcken. Leider sind hier ausschließlich ruhigere Songs der Band platziert. Zwar bekommt man das Publikum am Ende noch mit einem kleineren Sing a Long Part gepackt, aber grandiose Rock- and Rollstimmung will nicht noch einmal aufflammen. Oder macht sich hier jetzt doch die Melancholie des Abschieds bemerkbar?

Allerdings werden auch bei der Verabschiedung keine Tränen vergossen und keine Torte überreicht. Und letztendlich sorgt Sänger Simon mit einem Zitat noch für einen Hoffnungsschimmer bei den Fans der ersten Stunde: "Wer will denn gleich so streng sein, ein Comback muss doch wohl drin sein!"