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Konzertbericht

Bands
Bastille
To Kill A King

Locations
X



Datum: 12.11.2013

Bastille in Herford

Bombast-Sound im kleinen Rahmen

Herford (ml)    Bastille sind aktuell die Indie-Überflieger schlechthin. In den UK-Charts erreicht ihr Debütalbum "Bad Blood" auf Anhieb Platz 1. Mit den Singles "Pompeii" und "Things We Lost in the Fire" konnten sich Bastille auch beim deutschen Mainstream-Publikum platzieren. Beide Songs sind bekannt durch die Fernsehwerbung. Am gestrigen Dienstag spielte die britische Band im X Herford.

Bastille füllten das X in Herford bis auf den letzten Platz. Foto: Thomas Weiss

Bevor Bastille die Bühne im, bis an den Rand gefüllten, X betreten, spielt erstmal ihr Support To Kill A King. Sie
Fotos zum Konzert
Homepage von Bastille
Homepage von To Kill A King
passen sehr gut zu Bastille und können mit ihrem poppig-bombastischen Sound, der aber auch sehr viel Platz für ruhige und akkustische Momente lässt, das Konzert der Hauptband stilistisch verlängern. Denn der Act des Abends, weswegen alle hier sind, hat bisher nur ein Album veröffentlicht. Es ändert nichts daran, dass das X gerappelt voll ist und draußen noch eine beachtliche Schlange auf den Einlass wartet. Wer jetzt noch kommt hat keine Chance mehr auf einen Platz mit freier Sicht auf die Bühne.


Ein vielseitiges Set einer vielseitigen Band

Nach einer langen Umbaupause startet mit einem gigantischen Publikums-Flashmob das Konzert von Bastille. Viele viele Luftballons, die die Fans mitgebracht haben, sorgen für einen wunderbaren Eye-Catcher. Mit "Bad Blood" beginnt die Band um Sänger Dan Smith den Abend und haut mit dem nächsten Song "Things We Lost in the Fire" dann auch gleich ordentlich Pulver raus. Das Eis ist gebrochen - das Publikum, von denen viele diese Single kennen hängt an Smiths Lippen und dreht durch.

Bastille sind unglaublich vielseitig. Mit "Daniel in the Den" beweisen sie, dass sie den Spagat zwischen lauten, elektro- und basslastigen Songs und sehr ruhigen Balladen machen können. Ein Klavierintro leitet diesen Song ein, der mit der Zeit durch einen immer breiteren Soundteppich wunderbar überzeugen kann.

Auch elektronische Klänge kommen im Sound von Bastille nicht zu kurz. "Weight of Living, Pt. II" fängt mit einem Techno-Intro an und entwickelt sich zu einer tollen Pop-Nummer. Der Sound, den Bastille live erzeugen ist glasklar und klingt, wie von Platte. Es gibt ausreichend Bass, ausreichend Höhen und es ist nicht so laut gemischt, dass es zerren könnte. Klasse, was eine Band, die gerade einmal ihr Debütalbum draußen hat, jetzt schon leistet.


Pomp mit "Pompeii" gibt es zum Abschluss

Auch einige neue Songs stellt die Band vor. Mit "The Draw" gibt es einen sehr ruhigen Song auf die Ohren. "Icarus" überzeugt durch ein sehr starkes Drummer-Intro, seine Chöre und die Tanzbarkeit. Allgemein sind die schnellen Nummern von Bastille sehr tanzbar.
Nachdem das Publikum nun über 50 Minuten alles gegeben hat, kann auch Dan Smith sich nicht mehr halten. Trotz seines kabelgebundenen Mikrofons macht er einen Abstecher durchs Publikum, um auch nochmal den Besuchern in den hinteren Reihen, die nur eine schlechte Sicht auf die Bühne haben nah zu sein. Mit "Flaws" verabschiedet er sich und seine Band in die Zugabenpause.

In der Zugabe können nun noch einmal die Besucher, die nur die Singles der Band kennen aufgewärmt werden, bevor es auf das große Finale zugeht. "Of The Night" kombiniert die beiden Eurodance-Hits "Rhythm is a Dancer" und "The Rhythm Of The Night" in einem Song.
Natürlich wird der Überhit der Band, "Pompeii", erst zum Abschluss gespielt. "But if you close your eyes..." - mit Sicherheit eine Zeile, welche die Musik von Bastille treffend beschreibt. Manchmal reicht es aus, sich einfach nur der Musik einer Band hinzugeben und alle anderen Eindrücke außen vor zu lassen. Bastille sind mit den Soundteppichen, die sie live und im Studio erschaffen eine solche Band.

Das X in Herford hat mit Bastille ein großartiges Konzert ausgerichtet. Das sollte man sich merken. Ein erinnerungswürdiger Abend, denn schon bald wird die Band wohl in größere Hallen und Stadien ausweichen.