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Konzertbericht

Bands
Kakkmaddafakka
Roosevelt

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 05.10.2013

Kakkmaddafakka und Roosevelt im Ringlokschuppen

Einladung zum Kindergeburtstag

Bielefeld (mh)    Ursprünglich war die Band aus dem norwegischen Bergen mit dem einprägsamen Namen lediglich als Eintagsfliege geplant. Eigentlich wollte man nämlich nur ein einziges Konzert für ein paar Freunde geben, um dann gleich wieder in der Versenkung zu verschwinden. Das war vor inzwischen neun Jahren. Damals waren ihre Freunde so von dem Auftritt der Band begeistert, dass sie sie anflehten unbedingt weiter zu machen. Man kann also sagen, dass Kakkmaddafakka von Anfang an Publikumslieblinge waren. Daran hat sich bis heute nichts geändert, wie ihr Auftritt im Bielefelder Ringlokschuppen am 05.10. eindrucksvoll belegt.

Die Spaßguerrilla bei der Arbeit: Kakkmaddafakka rocken den Ringlokschuppen - Foto: Mark Haake

Den Anfang macht an diesem Abend aber Roosevelt. Roosevelt, das ist das Solo-Projekt von Beat!Beat!Beat! Drummer Marius Lauber, der live zum Duo erstarkt daher kommt. Schon nach ein paar Takten fühlt man sich weniger wie in Bielefeld sondern eher, als stünde man vor einer der Bühnen des Melt! Festivals, wo Roosevelt, wen wundert’s, natürlich auch schon gespielt hat. Dabei beweist er mit seinen Discobeats und flirrenden Sythieklängen in Songperlen
Bilder vom Konzert
Homepage von Kakkmaddafakka
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wie "Around You", "Cape Cod" oder den Singles "Sea" und "Elliot", dass hinter dem aktuellen allgemeinen Electro-Hype auch eine ganze Menge Substanz steckt. Das scheint das Publikum an diesem Abend genau so zu sehen und steigt gerne zu den gleichzeitig chilligen und mitreißenden Klängen ein. Nach rund einer halben Stunde ist Roosevelt mit seinem Set durch und wir fragen uns, ob wir hier vielleicht das "nächste Große Ding" am Electro-Himmel gesehen haben. Sollte es damit nichts werden und Bernard Sumner mal keinen Bock mehr auf New Order haben, kann man nur hoffen, dass Morris und Gilbert die Telefonnummer von Marius Lauber haben, dessen gefällige Stimme sich großartig bei den New-Wave Pionieren aus Manchester machen würde.

Nach einer kurzen Umbaupause geht es jetzt aber mit dem Hauptact des heutigen Abends weiter. Dass Kakkmaddafakka keine Leisetreter sind, zeigt sich schon beim Einmarsch der heute acht Mann starken Kapelle, den sie im wahrsten Sinne des Wortes mit fliegenden Fahnen absolvieren. Musikalisch geht es dann los mit der Uptempo-Nummer "Touching" gefolgt von "Someone New". Den inzwischen komplett gefüllten kleinen Saal des Ringlokschuppens haben sie damit sofort fest im Griff. Daran haben sicher auch die beiden Backroundsänger/Tänzer des Kakkmaddachoirs ihren Anteil, die gewissermaßen die Funktion von Animateuren übernehmen. Aber auch musikalisch kommen der Spaß und vor allem die Abwechslung nicht zu kurz. Zwar beschränkt sich die Songauswahl an diesem Abend auf die beiden letzten Alben "Hest" (2011) und das in diesem Jahr erschienene "6 Month Is A Long Time", aber dennoch vereint der verrückte Stilmix alle möglichen Musikrichtungen von Pop über Indie-Rock bis hin zu Disco und Reggae. Damit den Musikern selbst nicht langweilig wird, wechseln sie auch gerne mal die Instrumente oder den Gesangspart und animieren das Publikum weiter mit allerlei Mätzchen und zotigen Ansagen. Nach 17 Songs verschwinden sie dann mit "All About You" zunächst von der Bühne, um mit "Forever Alone" den Zugabenblock zu eröffnen, in dessen Mittelpunkt dann der Song "Drø Sø" steht, in den noch rasch Michael Jacksons "The Way You Make Me Feel" eingewoben wird. Spätestens jetzt sind auch wirklich die letzten bewegungsmüden Zuhörer komplett durchgeschwitzt. Nach rund eineinhalb Stunden ist der große Kindergeburtstag vorbei und die Band verabschiedet sich ganz unbescheiden zu den Klängen von Tina Turners "Simply The Best" von einem durch und durch zufriedenen Publikum.