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Konzertbericht

Bands
Boysetsfire
Kvelertak
Truckfighters

Locations
FZW



Datum: 04.10.2013

Westend Festival Tag 2

Boysetsfire bringen das FZW zum Kochen

Dortmund (mh)    Am zweiten Tag des Westend Festivals im Dortmunder FZW heizten die Headliner Boysetsfire dem bewegungsfreudigen Publikum ordentlich ein. Unterstützt wurden sie dabei von den Truckfighters und Kvelertak.

Setzen das FZW in Brand - Nathan Gray und seine Jungs von Boysetsfire Foto: Britta Flachmeier

Vielleicht war es dem im Vergleich zur angekündigten Anfangszeit von 20:00h frühen Beginn gegen 19:30h
Fotos vom Konzert
Homepage von Boysetsfire
Homepage von Kvelertak
Homepage von Truckfighters
geschuldet, dass das FZW erst recht spärlich gefüllt war, als die Truckfighters die Bühne betraten. Da auch wir somit nur die zweite Hälfte des Sets der Combo aus Schweden mitbekommen haben, gibt es von den Jungs leider auch keine Bilder. Für einen ersten Eindruck haben wir aber dennoch genug gesehen. Insgesamt wirken die Truckfighters mit ihrem trockenen Desert Rock wie die kleinen Brüder der Queens Of The Stone Age. Oder vielleicht auch wie ihre viel kleineren Cousins. Insgesamt werden sie zwar von der allmählich anwachsenden Besuchermenge positiv aufgenommen, zu mehr als zu sehr übersichtlichem Standfußball reicht es bei den Dortmundern heute allerdings nicht.

Nach der Umbaupause wird es mit den Norwegern von Kvelertak richtig kultig. Inzwischen ist die ausverkaufte Halle komplett gefüllt und Kvelertak starten ihr Set mit "Apenbaring", dem Opener des aktuellen Albums "Meir". Dass Sänger Erlend Hjelvik dabei eine Eule mit ausgebreiteten Flügeln und glühenden Augen als Kopfbedeckung trägt, passt bei dieser etwas anderen Band nur allzu gut ins Konzept. Geht man nach den nicht wenigen Kvelertak-Shirts im Publikum, hat die Band aus Norwegen sich auch hierzulande schon eine wackere Fangemeinde erspielt. Musikalisch präsentieren die sechs Musiker eine Mischung aus Black Metal und Hardcore Punk vermischt mit Elementen des Classic Rock, sind also irgendwo zwischen Turbonegro und Wolfmother, allerdings in ihrer ganz eigenen Mischung, beheimatet. Für gute Stimmung sorgten die Jungs allemal. Nachdem sie das Publikum nach 14 Songs aus ihrem Würgegriff entlassen, hört man ganz unterschiedliche Meinungsäußerungen von "wie geil ist das denn?" bis "lustig, aber brauch' ich nicht noch mal". In jedem Fall haben sich die Dortmunder ihre Energie an diesem Tag für den Hauptact aufgespart, denn auch bei Kvelertak hält sich die allgemeine körperliche Betätigung noch im Rahmen.

Das ändert sich schlagartig, als Boysetsfire gegen viertel nach zehn die Bühne betreten und ihr inklusive der Zugaben insgesamt 18 Songs umfassendes Set mit "Walk Astray" beginnen. Sofort kommt im Publikum reichlich Bewegung auf und auch die ersten Crowdsurfer lassen nicht lange auf sich warten. Die Songauswahl verbindet das neuere Material nach er Reunion mit Klassikern wie "White Wedding Dress" und "Requiem", weshalb heute wohl kaum jemand enttäuscht wird. Spätestens bei "After The Eulogy" in der Mitte des Sets steht wirklich niemand mehr still und die ganze Halle tobt. So geht es weiter, bis sich eine bestens gelaunte Band schließlich nach "Rookie" in die Zugabenpause zurückzieht, um nach ein paar Minuten noch einmal mit "Empire" und "Bled Dry" zurück zu kehren. Spätestens in dieser Phase ist die Stimme von Frontmann Nathan Gray schon merklich angeschlagen. Aber was soll's? Schließlich stehen hier nicht die Überprofis von Incubus sondern Boysetsfire mit ihrer Punkattitüde auf der Bühne, wie Gitarrist Josh bemerkt. Das Publikum verzeiht diese kleinen Unzulänglichkeiten auch gern und lässt sich dadurch auch nicht davon abzubringen, ihre Helden ordentlich abzufeiern. Nach einem für Hardcore-Verhältnisse normal kurzem Set von rund 75 Minuten trennen sich daher auch eine gut gelaunte Band und ein sehr zufriedenes, - beide gleichermaßen durchgeschwitzt.