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Konzertbericht

Bands
Chuck Ragan
Joe Ginsberg
Josh Mann
PJ Bond
The Drowning Men
Tim Vantol

Locations
Skaters Palace



Datum: 15.08.2013

Kleines Folk-Punk-Festival

Chuck Ragan & Friends begeistern im Skaters Palace

Münster (ml)    Am vergangenen Donnerstag gab es im Skaters Palace Münster ein kleines Folk-Punk-Festival. Chuck Ragan hat eingeladen und etliche Musiker seines Genres sind gekommen.

Chuck Ragan rief und alle folgten seiner Einladung in den Skaters Palace. Foto: Marcel Linke

Schon eine halbe Stunde vor offiziellem Beginn steht der erste Überraschungsgast auf der Bühne: PJ Bond. Der Singer-/Songwriter kann sofort mitreißen. Mit einem "Great Wide Open"-Cover der Band Tom Petty & The
Fotos zum Konzert
Homepage von Chuck Ragan
Homepage von The Drowning Men
Heartbreakers, schafft er es sogar, dass einige Konzertbesucher mitsingen. Sehr selten für den Opener eines Festivals und wenn dieses noch so klein ist. Für PJ Bond ist das Konzert eine große Ehre. Wie er verrät, spielte er das letzte Mal nämlich nicht in der Halle vom Skaters Palace, sondern im viel kleineren Café-Bereich das Clubs.

Als zweiter Support übernimmt Joe Ginsberg. Vielen ist er noch bekannt von der Revival Tour. Dort hat er den Kontrabass gespielt. In der Band von Chuck Ragan wird er nachher Bass spielen. Als Support steht er erstmal nur mit Gitarre auf der Bühne und gibt dort einige seiner Punkrock-Songs zum besten.
Gerade mit solchen Singer-/Songwriter-Sets wird die Qualität mancher Punkrocker deutlich. Sie können nicht nur laut, sondern auch leise. Wie im Fall von PJ Bond und Josh Mann haben sie nicht nur ein grandioses Taktgefühl für ihr Instrument, sondern auch noch fantastische Stimmen, die allesamt etwas an Bruce Springsteen erinnern.

Einen Bruch machen The Drowning Men. Die Band spielt statt Folk-Punk eher Indie-Rock mit Folk-Einschlag. Wobei der Indie-Rock und der Folk-Einschlag bei dieser Band selten gleichzeitig gespielt wird. Spielen sie ihren Folk, klingen sie etwas, wenn auch nicht ganz so abgefahren, wie Gogol Bordello.
Ihr Indie-Rock erinnert an eine Mischung aus typischen anderen Alternative-Bands, wie Travis, The Cure oder The Wombats. Insgesamt können The Drowning Men gut überzeugen, auch wenn sie aus dem Line-Up des Abends schon sehr herausstechen.


Wenn Chuck Ragan wie Bruce Springsteen klingt

Knapp zwei Stunden nach Beginn der Veranstaltung ist es dann Zeit für den Meister. Um halb 10 betritt dieser zusammen mit seiner Band, die unter anderem aus dem Bassisten Joe Ginsberg und dem Fiddler Jon Gaunt besteht, die Bühne. Beide waren auch auf der Revival Tour dabei. Und sofort fällt auf, Chuck Ragan hat sich seit seinem letzten Besuch in Münster verändert. Der Bart ist dreckiger und er hat sich eine Mähne wachsen lassen. Er ist nur schwer wieder zu erkennen. Die Songs dafür aber nicht. Schon früh spielt er eines der Highlights "Nomad by Fate".
Chuck Ragan macht sehr energiegeladene Musik. Als Sänger von Hot Water Music weiß er auch, wie das geht. Und das spiegelt sich in etlichen Songs wieder. Über weite Strecken wird er von einer typischen Folk-Besetzung unterstützt. Dadurch klingen Songs, wie "Rotterdam", in etwa so, wie die Ausflüge von Bruce Springsteen mit der Sessions Band. Auch "Do You Pray" hat einen solchen Einschlag. Unterstützt wird Chuck Ragan hier von Tim Vantol.
Viele Songs, die Chuck Ragan spielt, sind allerdings ruhiger. Ein sehr schönes Lied ist so "Bedroll Lullaby", welches Chuck nur mit Gitarre und Mundharmonika performt.
Er gibt einige seiner Songs auch allein auf der Bühne zum Besten. Dabei kommt seine wahre Klasse erst zum Vorschein, wenn er es komplett allein schafft, die Aggressivität seiner Punkrock-Wurzeln auch ohne Band in Songs, wie "For Broken Ears" oder "Nothing Left to Prove" zum Besten zu geben.
Es geht ab in die Zugabe. Zurück kommt die Bandbesetzung mit Verstärkung. War vorhin noch Tim Vantol auf der Bühne steht dort jetzt Josh Mann von den Paper Arms mit dabei. Er unterstützt die Band im Gesang bei "California Burritos" und "The Boat".
Wenn Chuck Ragan ruft, kommen sie alle. Ein klasse Abschluss eines grandiosen Abends.

Folk Punk ist stark im Kommen. Das zeigt nicht nur eine fast ausverkaufte Veranstaltung, bei der der Gastgeber Chuck Ragan ist, sondern auch immer mehr Musiker, die in dieser Stilrichtung erfolgreich sind. Speziell Chuck Ragan ist jedoch ein Ausnahmetalent und ein Vorreiter in dieser Musikrichtung. So erschuf er mit der Revival Tour eine Institution in der schon etliche großartige Musiker, wie zum Beispiel auch Frank Turner und Brian Fallon gespielt haben.
Nicht weniger fantastisch ist sein Soloprogramm mit dem er nun seit langer Zeit wieder in Europa gastiert hat.