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Allgemein
AStA Sommerfestival
Konzertbericht

Bands
Dendemann
Disco Ensemble
Kraftklub
Massendefekt

Locations
Universität Paderborn



Datum: 06.06.2013

AStA Sommerfestival 2013

Ein sonniger Start in die Open-Air-Saison

Paderborn (ml)    Nach vielen regnerischen und kalten Tagen kommt pünktlich zum AStA Sommerfestival, dem traditionellen Start in die ostwestfälische Festivalsaison, die Sonne raus. Zur Musik von Disco Ensemble, Dendemann und Kraftklub steigen die Temperaturen des Thermometers auf über 30 Grad.

Kraftklub schließen das AStA Sommerfestival 2013 als Headliner ab. Foto: Mark Haake

Ich war lange nicht mehr hier. Nach 2008 ist es das erste Mal, dass es mich wieder nach Paderborn zieht zum AStA Sommerfestival
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Einiges hat sich seitdem geändert. So steht die Hauptbühne mittlerweile am anderen Ende des kleinen Parks der Uni Paderborn auf einem Hügel.

Wir kommen heute leider nicht zur ersten Band, schaffen es aber auf der Hauptbühne noch Massendefekt mitzunehmen. Und obwohl auch die zweite Bühne mit Martin Jondo und den Ohrbooten ein sehr starkes Programm bietet entscheiden wir uns vor der Hauptbühne zu bleiben.

Massendefekt sind wohl die lauteste Band, die wir uns hier an diesem Abend anschauen werden. Gegen den Punkrock, den sie machen, ist selbst Disco Ensemble poppig. Man kann anfangs nur schlecht unterscheiden, was bei der Band noch zum Soundcheck gehört und was zum Konzert, als die Jungs allerdings nach dem Einstimmer-Medley "Fight for your Right/Boom Boom Boom/You're My Mate" mit ihrem eigentlichen Set beginnen ist klar: Das ist das Konzert und es hat strategisch sehr gut begonnen.
Die Band macht Punkrock der wie eine Mischung aus Jupiter Jones, Muff Potter und Die Toten Hosen klingt. Uns gefällt es und wir bleiben da.

Was sich jedoch jetzt schon abzeichnet sind Sichtprobleme, die sich später auf die Bühne ergeben werden. Diese steht auf einem Hügel, vor dem im vorderen Bereich das Gelände abschüssig ist. Wer Pech hat sieht später von Kraftklub dann nur noch die Köpfe des Vordermanns, oder, politisch korrekt, der Vorderfrau.

Doch erstmal wird es Zeit für Disco Ensemble. Mit 45 Minuten Spielzeit die sie haben, schaffen sie es fast ein komplettes Set hinzulegen. Sie sind extra für ihre Festivaltermine beim AStA in Paderborn, bei Rock im Park und bei Rock am Ring von Finnland nach Deutschland gereist. In Paderborn liefern sie auch ein ordentliches Set ab. Dabei dürfen Songs, wie "Bad Luck Charm" als auch "Spade is the Anti-Heart" nicht fehlen.
Für viele Anwesende sind Disco Ensemble das Highlight des Tages. Mit ihrem Post-Hardcore gehören sie neben Massendefekt zu den lautesten Vertretern des Festivals.
Dennoch ist ihr aktueller Hit "Second Soul", leider durch den Schweiger-Film Kokowäh 2 bekannt geworden, eine eher ruhige Single. Hoffentlich nehmen sich die Jungs an diesem Erfolg kein Beispiel. Mögen sie weiterhin so laut bleiben wie zuvor.

Der Umbau zu Dendemann wird durch seinen DJ begleitet. Und eigentlich könnte der Umbau auch durchaus schneller gehen. Neben ihm und dem DJ ist nämlich nicht die Freie GbR der Herzen, sondern nur noch sein Schlagzeuger mit angereist.
Vielleicht ist das einer der Gründe für einen schlechten Sound im vorderen Bereich. Dendemanns Stimme hört man nämlich kaum. Wer nun vorne rechts steht und zu klein ist um die Bühne zu sehen muss auch etwas raus an den Rand und hört dort durch die Uni-Gebäude: Ein Echo. Ideal ist das leider nicht, aber es lässt sich nicht verhindern.
Obwohl Dendemann quasi allein die Bühne ausfüllen muss macht er dabei einen guten Job. Hits, wie "Nichtschwimmer" dürfen nicht fehlen. Vom aktuellen "Vom Vintage verweht" spielt er nur wenig. Na klar, dieses Album hat er auch mit Band aufgenommen.

Bevor die Besucher des AStA Sommerfestivals nun in die mittlerweile einsetzende Nacht entlassen werden, um in den zahlreichen Uni-Räumlichkeiten noch mit zahlreichen DJ-Sets zu feiern kommt erst noch der Headliner. Kraftklub dürfen diese Position bespielen. Mit "Ich will nicht nach Berlin" haben die Jungs sofort das Paderborner Publikum auf ihrer Seite.
Es ist voll geworden. Dank des schlauchartigen Uni-Parks, der sich vor der Bühne erstreckt kommen einem Gedanken an den Ring. Wenngleich in Paderborn natürlich wesentlich weniger Leute als die drei Tage darauf an der Rennstrecke sind. Trotzdem: Überall wo man hinsieht sind Menschen.
Der Sound zu Kraftklub ist auch wieder besser geworden. Das Echo ist zwar noch da, aber die Lautstärke ist höher als noch zu Dendemann und wird somit auch etwas besser von vorne übertönt.
Als Stimmungsmacher sind Kraftklub eine der besten Bands. Songs, wie "Scheiß Indie-Disco" und "Karl-Marx-Stadt" sind sehr tanzbar. Neben der Bühne blasen sich auf einmal riesengroße Pommesgabel-Hände auf, von denen die Band sagt, sie hätte sie zum ersten Mal im Einsatz.
Zum grandiosen Abschluss gibt es dann zu erst eine Unplugged-Version von "Songs für Liam", die dann in eine verstärke Version übergeht.

Paderborn hat wieder super abgliefert. Nicht perfekt, aber sehr gut. Und wir freuen uns auf die restliche Festivalsaison.