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Konzertbericht

Bands
Insert Coin
Old Man Markley
Pennywise

Locations
Rosenhof



Datum: 08.05.2013

Pennywise im Rosenhof Osnabrück

Und BOOOOOM!!!!!

Osnabrück (kl)    Da sind sie eingeschlagen. Mit der Wut die sich in 25 Jahren angesammelt hat und der Wucht die ihre Musik kennzeichnet. Da, wo einst der Rosenhof stand, ist nur noch ein qualmender Haufen Schutt zu sehen. Glücklich aussehende Menschen stehen davor und werden sich noch lange an den glorreichen Abend erinnern. Aber alles hat seine Zeit.

Pennywise reißen den Rosenhof ab. Foto: Marcel Linke

Vor den Abriss haben die Götter den Meißel gesetzt. Und der erste kam aus Recklinghausen. Insert Coin kamen pünktlich um 20:00 Uhr auf die Bühne und mühten sich redlich das Publikum im bis dahin halbvollen Rosenhof zum Abgehen zu animieren. Straight gespielter Punk a la Rise Against sollte eigentlich auch zum nachfolgenden Setting passen. Aber irgendwie wollte der Funke nicht überspringen. Sie waren wirklich gut und gaben echt Gas, aber das Publikum war eindeutig noch nicht warm. Erst zum Ende des halbstündigen Sets kam etwas Stimmung auf. Wie gesagt sie waren gut und wir hoffen mal, dass man mehr von ihnen in der Zukunft hören wird.

Nach kurzer Umbaupause kamen um 20:45 Uhr Old Man Markley auf die Bühne. Das Intro ließ schon einiges vorausahnen. Wer mit Queens „Flash“ auf die Bühne kommt sollte auch einiges Futter hinter sich haben. Sollte man meinen. Denn es stellte sich heraus dass die 7 Frauen und Männer aus Los Angeles der elektrischen Fraktion eher abgeneigt waren. Countrypunk mit Banjo, Mandoline, Geige, Kontrabass oder was man davon halten sollte und Akustikgitarre war angesagt. Und im Gegensatz zum Schreiber war der inzwischen doch vollere Rosenhof recht begeistert von ihnen. Es wurde eine Mischung aus Square Dance und Pogo getanzt, erste Bierduschen wurden verteilt und die Band gab auch einiges damit die Stimmung nicht abriss. Neben eigenen Songs wurde auch No Use for a Name gecovert und der Gesang wurde bei einigen Songs gewechselt. Wie gesagt dem Schreiber gefiel es nicht so aber der Masse schon. Und die Masse hat Recht. Gegen 21:30 Uhr gingen dann OMM von der Bühne und noch stand der Rosenhof.

Und was dann folgte war die Apokalypse. Ein Erdbeben mit dem Epizentrum im Rosenhof und eine Abrissbirne zugleich. Um 22:00 Uhr kamen Pennywise auf die Bühne und stellten sofort klar wo der Frosch die Locken hat. Mit "Wouldn’t it be nice", "My Own Country" und "Can’t believe it" wurde gleich in den ersten 3 Songs eine Standortbestimmung vorgenommen. Der mittlerweile volle Rosenhof ging ab wie Bolle. Und der Soundmensch hat auch einen exzellenten Tag gehabt. Der Sound war wirklich gut abgemischt. Was aber besonders ins Gewicht fiel war, dass Jim Lindberg wieder am Mikro ist. Zoli Teglas von den von mir sehr verehrten Ignite war schon gut, aber Jim ist einfach der einzig wahre PW Sänger. Mit "Same Old story", "Unknown Road" und "Straight ahead" ging es weiter. Und zwischendurch wurde noch "TNT" von AC/DC eingeworfen.

Neben Jim war es vor allem Fletcher Dragge an der Gitarre, der immer wieder das Gaspedal durchdrückte und das Publikum zum Abgehen animierte. Zwischen den Songs machte er die Ansagen und gab allerlei von sich. Nach "Peaceful day" war Wunschstunde angesagt. Das Publikum konnte sich aussuchen, ob es einen Song von den Ramones, Blag Flag oder Nirvana hören wollte. Nirvana machte das Rennen und bei "Territorial pissings" wurden dann auch erste Crowdsurfer gesehen. Die Apokalypse ging weiter mit "Pennywise", "Perfect people", "Every single day" und "Fuck authority". Schnell nach vorne und ohne Kompromisse wurde da ans Werk gegangen. Dem Publikum wurde keine Zeit zum Atmen gegeben. Wer sich vorher schon verausgabt hat sollte nun seine Preis bezahlen. Die ersten Reihen lechzten nach Wasser und der Mosh Pit hörte einfach nicht auf. Mit "Living for today" wurde schon das letzte Drittel des Konzertes eingeläutet. Und über "Society", "Broken" und "Land down under" ging es zu "Alien". Und auch hier gab das Publikum alles. Wirklich alles. Nach "Alien" verließen die vier die Bühne im Rosenhof. Aber zu Ende??? Ohne DAS Lied? Den Icon von Ihnen?? NEIN Nicht machbar. Vor allem weil das Publikum noch mehr wollte. Und so ließen sie sich nicht lange bitten. Mit "Stand by me" wurde der finale Abriss eingeläutet. Herrliche Coverversion die zuerst etwas Ruhe reinbrachte um dann in die Fresse zu treten. Und dann kann es! "Bro Hym" Der Klassiker und der endgültige Grund zum Ausrasten. Es gab kein Halten mehr. Crowdsurfer en masse, der Moshpit glich einem schwarzen Loch und die Band gab noch einmal alles.

Nach "Bro Hym" und ziemlich genau 60 Minuten war dann endgültig Schluss. Und überall kaputte aber glückliche Menschen, die den Abend noch lange in Erinnerung haben werden.