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Konzertbericht

Bands
Supermutant
The Computers

Locations
FZW



Datum: 05.04.2013

The Computers in Dortmund

Newcomer mit Hang zum Größenwahnsinn

Dortmund (ml)    Am Freitag war es wieder so weit. Nach langer Abstinenz sind wir zu einer Visions Party gefahren. Leider nicht ins Forum Bielefeld, sondern dieses Mal ins FZW nach Dortmund. Dort spielten dieses Mal The Computers und Supermutant.

Einer der seltenen Momente in denen Al Kershaw auf der Bühne steht. Foto: Britta Flachmeier

Den Start in den Abend machen Supermutant. Mit "Luft" starten sie den Abend.

Schon am Tag zuvor waren sie mit den Computers auf Tour in Berlin. Fast wäre ihr Auftritt in Dortmund geplatzt. Sie sind jetzt zwar im Ruhrgebiet angekommen, ihr Wagen steht aber auf Grund einer Panne immer noch in Berlin
Fotos zum Konzert
Homepage von The Computers
Homepage von Supermutant
erzählt Sänger Yann Thönnessen dem Publikum. "Den nächsten Song widme ich uns" sagt er und stimmt "Brady Cardia" an.

Nachdem wir Supermutant schon in Osnabrück im Vorprogramm von Nagel gesehen haben, stellt sich auch in Dortmund wieder der Eindruck ein, dass sie in die Fußstapfen von Muff Potter treten wollen. Sprache und Musik passen und auch die Tribute an andere coole Bands, wie Matula, deren Song "Overthetop" gecovert wird, stimmen.

Im FZW ist mittlerweile eine sehr lockere Runde von ca. 100 Fans eingetroffen. Neben der Bühne auf der Supermutant spielen steht der Pianist von The Computers und zieht den Gitarren der Band neue Saiten auf. "Do you like it?" - "Yeah" gibt es dann schonmal als Dialog zu hören.
Glücklich gemacht wird ein Fan von Supermutant. Niko wird auf die Bühne geben. Schon beim letzten Mal als die Band in der Gegend war hat er sie darum gebeten einen Song auf der Gitarre begleiten zu dürfen. Das ist damals geschehen und das geschieht heute nochmal zum Song "Gold auf der Zunge".


The Computers stellen sich vor und überzeugen

Was nun bei The Computers abgeht ist einfach ausgedrückt: Eine Nummer für sich. Das betrifft nicht unbedingt das Dortmunder Publikum, welches heute nur schwer zu überzeugen ist. Es liegt wohl daran, dass es zu viel Platz zum tanzen gibt. Das betrifft aber definitiv Sänger Al Kershaw, den heute so gar nichts auf der Bühne halten möchte. Er schnappt sich Mikrofon und E-Gitarre und spaziert mit beiden Dingern bis auf Kabelanschlag durch das Publikum durch. Der Tourmanager hat alle Hände voll zu tun das Kabel abzurollen.

Auch der Rest der Band begeistert. Mit gegelten Rockabilly-Frisuren und Anzügen im Stile der 60er runden sie das Bild ab. Was da aber raus kommt ist nur zu einem kleinen Teil Rockabilly. Punkrock ist auch enthalten. Es klingt alles nach einer gehörigen Portion Garage Rock.
Zur Enttäuschung aller Fans, die sich mit dem alten Album auf das Konzert eingestellt haben, gibt es aber fast ausschließlich neue Songs zu hören. Die Band möchte ihr kommendes Album vorstellen. Das unterscheidet sich musikalisch allerdings auch nicht groß vom Debüt.
Mit "Head of a Hipster" startet das Konzert bis kurz danach "Love Triangles" das Titellied des kommenden Albums kommt. Für Sänger und Band gibt es kein Halten. Alle sind in bester Spiellaune. Während Al Kershaw mit dem Publikum tanzt, tun dies die Bandmitglieder untereinander auf der Bühne auch.

Nicht nur Tanzen kann Al Kershaw. Ab und zu gibt er auch Ansagen, die von einem selbstbewussten Ego zeugen. Da kann es dann auch durchaus vorkommen, dass er das Konzert mit einem Boxkampf und die Band mit einem Schwergewichtschampion vergleicht.

Ein wenig was von Pelle Almqvist hat er, der Al Kershaw. Mit "Disco Sucks" folgt sehr spät wohl eines der ersten dem Publikum bekannten Songs. So ist es doch die Vorabsingleauskopplung des kommenden Albums. Dem als Krone oben drauf gesetzt spielen die Jungs "Music Is Dead" vom Debütalbum bevor es in die Zugabenpause geht.

Die Zugabe schließen sie nach nicht einmal einer Stunde – mehr kann man bei den bisher zwei kurzen Alben auch nicht erwarten – mit "Train in Vain" und "Tell Me Something" ab.

Und auch wenn es gewagt ist dafür seine Hand ins Feuer zu legen. Nach dem, was mit der Band abging kann man mit Fug und Recht behaupten hier das nächste große Ding, oder "The Next Big Thing", wie es in England so gerne genannt wird, gesehen zu haben. Es wäre nicht überraschend, wenn die Jungs in 3 Jahren die 2000er-Hallen der Nation füllen.