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Konzertbericht

Bands
Selig

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 20.03.2013

Fuck Winter, heute ist Frühlingsanfang!

Selig im Ringlokschuppen

Bielefeld (kl)    In schöner Regelmäßigkeit kehren Selig im Bielefelder Ringlokschuppen ein. Kuschelig eng wird es am 20.03.13 in der kleinen Halle. Ausverkauft ist das Konzert jedoch nicht. Dennoch wissen alle Anwesenden, dass sie sich auf eine Zeitreise von 1994 bis 2013 einlassen werden. Und die hat es gewohntermaßen in sich.

Selig spielen im Ringlokschuppen Bielefeld. Foto: Kristof Linke

Noch bevor es losgeht prangt das neonorangene "Selig Magma" Logo auf der Bassdrum des Schlagzeuges. Wegweisend, erwarten die Besucher heute doch einen fröhlich bunten Abend
Fotos zum Konzert
Homepage von Selig
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Als die Band um 20.20 Uhr die Bühne betritt, zeigt sie sich präsent wie selten. Mit "Ich lüge nie" startet sie in ihr zweistündiges Konzert, das von tanzenden Leuten vor und auf der Bühne geprägt ist. Nach dem zweiten Lied "Sie scheint" ist es an der Zeit, das Publikum zu begrüßen und Jan Plewka fragt: „Seid ihr alle da? Heute ist Frühlingsanfang!“ und kann sich selber das Grinsen nicht verkneifen. Kaum verwunderlich, denn nach Frühlingsanfang sieht die zentimeterdicke Schneedecke, die heute gefallen ist, wirklich nicht aus. Ein männlicher Fan hat wohl genau aus diesem Grund, seinen "Fuck Winter" Turbostaat Pullover aus dem Schrank geholt. Recht hat er!

Mit "Arsch einer Göttin" wagt man sich heute erstmals in die musikalische Zeit vor der Reunion im Jahr 2008. An dieser Stelle teilt sich das stark gemischte Publikum. Während die "älteren Semester" diesen Klassiker feiern, sieht man hier und da fragende Gesichter. Also geht es wieder zurück ins Jahr 2013 und zum aktuellen Album "Magma". Generell ist die erste Hälfte des Konzertes stark vom "Magma" geprägt. Nur hin und wieder darf man sich über ältere Stücke freuen - beispielsweise über "Ist es wichtig", bei dem der laute Publikumsgesang beweist, wie wichtig Selig noch sind.

Das holt der zweite Teil des Konzertes dann allerdings ganz schnell wieder raus. Die Jahre 1994 bis 2010 kommen voll auf ihre Kosten. Das Publikum freut sich über Hits wie "Von Ewigkeit zu Ewigkeit", "Bruderlos" oder "Sie hat geschrien". Letzteres bildet den Start in eine starke Zugabe, in der "Wenn ich wollte" und "Ohne dich" folgen. Eingeleitet mit den Worten "Jetzt, wo wir alle wieder 17 sind, können wir dieses neurotische Liebeslied spielen." ("Wenn ich wollte" wurde direkt zuvor gespielt) kommt einer der ganz großen Momente eines jeden Selig Konzertes. Gänsehaut dürfte jeder Besucher haben, wenn Plewkas Stimme "Ohne dich" zunächst nur in Begleitung einer Akustikgitarre singt.

"Wir werden uns wiedersehen" bildet den glorreichen Abschluss eines tollen Konzertes. Selig haben bewiesen, dass sie eine wahre Live-Band sind. Und die zahlreichen Gitarrensoli während des Konzertes lassen auch die eine oder andere zu ruhig geratene Nummer auf der aktuellen CD nicht mehr ganz so langweilig erscheinen. Bleibt nur noch zu sagen: Ja, wir werden uns wiedersehen! Spätestens im Sommer bei Rock im Park.