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Konzertbericht

Bands
Jan Plewka

Locations
Rosenhof



Datum: 25.01.2013

Jan Plewka im Rosenhof

Bier für die Band und somewhere over the rainbow….

Osnabrück (kl)    Wer sich durch den zugegebenermaßen saukalten Abend zum Rosenhof durchgeschlagen hatte sollte dies wieder einmal nicht bereuen, denn auch dieses Jahr lieferte Jan Plewka mit Band einen wunderbaren und stimmungsvollen Abend ab. Und wie schon letztes Jahr war dieser Abend kein gewöhnliches Konzert, sondern eine Revue, die das Werk Rio Reisers angemessen würdigte.

Jan Plewka und Band auf Sammlung für Bier.

Um kurz nach 21:00 Uhr betrat er den nicht ganz ausverkauften und bestuhlten Rosenhof durch die Hintertür.
Fotos zum Konzert
Homepage von Jan Plewka
Bewaffnet mit Akustikgitarre, einer Stimme die ohne Mikroverstärkung den Raum füllt und sehr viel Lust ging es auf die Bühne, wo sich zu "Halt dich an deiner Liebe fest" die restliche Band einfand. Über "Mein Name ist Mensch", das sehr Bluesig interpretiert wurde, ging es zu "Keine Macht für Niemand", dass sehr druckvoll und kräftig rüberkam, und bei dem das doch eher ältere Publikum erste Fäuste in die Höhe reckte. Und beim "Rauch Haus Song" wurde zu Lagerfeuer, Geige und Akustikgitarre die eigentliche Parole des Abends ausgegeben: Ihr kriegt uns hier nicht raus!

Generell zeigte sich, dass die Band gut aufeinander eingespielt war und ordentlich Laune hatte. Das wurde schon früh honoriert. Als bei "Der Turm stürzt ein" sich die gesamte Combo auf den Weg durch das Publikum machte, um Geld für Bier zu sammeln. Es soll auch einiges an Geld zusammengekommen sein, was nach der Show in einer angrenzenden Lokalität wieder ausgegeben werden sollte. Ob das stattfand ist bis dato nicht kolportiert.

Zweifellos das erste richtige Highlight war "Irrenanstalt", bei dem JP mitten im Song die Bühne verlässt um sich auf die Suche nach dieser zu begeben. Die Band untermalte dies mit einem musikalischen Horrortrip par excellence. Und über "Wunder" ging es zu "Unten am Hafen", wo JP sich auf einmal bewaffnet mit Akkordeon wiederfand. Er kann es sowieso viel besser spielen als der Pianist, der auch Posaune und eben genanntes Akkordeon spielte. Generell zeigte sich die Band in bester Spiellaune.

Gut ausgewogen war die Mischung aus Ton Steine Scherben und Rio Reiser Solo Songs. Dass sie sich dann in der Setlist auch beißen können, liegt auf der Hand, soll aber den Abend in keinster Weise schmälern. Klassiker wie "Der Traum ist aus" und "Junimond" fehlen ebenso wenig wie "Für immer und Dich" und "Zauberland", dass auch dieses Jahr wieder mit ein Highlight war.

Nach 90 Minuten verließ die Band die Bühne das erste Mal, wurde jedoch schnell wieder auf die Bühne zurück geholt. Nach insgesamt 3 Zugaben, bei denen unter anderem "Alles Lüge", "Der Turm Stürzt ein" Plugged und "Keine Macht" gespielt wurden, war um 23:15 Uhr endgültig Schluss. Ein wunderbarer Abend ging zu Ende, der auf der einen Seite zeigte, dass Rio Reiser Songs zeitlos sind. Und auf der anderen Seite wiederholt bewiesen hat, dass wenn sie gut interpretiert sind, auch Coverversionen ihren ganz eigenen Charme haben. Entgegen der Parole des Abend "Ihr kriegt uns hier nicht raus!" musste das Publikum doch irgendwann das Haus verlassen.