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Konzertbericht

Bands
Ezra Furman
Nada Surf
Tall Ships

Locations
Rosenhof



Datum: 13.11.2012

Nada Surf im Osnabrücker Rosenhof

Rien ne va plus

Osnabrück (mer)    Es erscheint mir äußerst Lobenswert, wenn sich eine Band mit einer variierenden Setlist auf Tour begibt. Allerdings können Konzertbesuche somit leicht zum Glücksspiel für den einzelnen Fan werden. Doch wie endete das Spiel in Osnabrück? Niete oder Hauptgewinn?

Nada Surf spielten im Rosenhof Osnabrück. Foto: Marcel Linke

Pünktlich und zeitgleich mit dem Gong der Tagesschau betrat Ezra Furman die Bühne des Rosenhofs. Ein namentlich mir völlig unbekannter Support, welcher scheinbar sonst mit seiner Band, den Harpoons, im Rücken die
Fotos zum Konzert
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Bühnenbretter betritt. Den momentanen Supportjob bei Nada Surf bestreitet er jedoch ohne seine Backing Band. Er bietet den Frühanreisern dann auch noch die momentan wohl schwer angesagte Mischung aus Folkrock, Songwriter und Punk welche in meinen Ohren mit kompletter Bandbesetzung immer noch am besten klingt. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, surft am besten einfach mal auf seiner Homepage vorbei. Die A Seite seines aktuellen Albums gibt es dort zum freien Download bzw. "or whatever you want to pay".

Zwei Mal Support – man gönnt sich ja sonst nichts.

Auch der zweite Support an diesem Abend zauberte zunächst Fragezeichen in die Gesichter der Konzertbesucher: Tall Ships – bitte wer? Ein Trio welches ziemlich verfrickelten Gitarrenpop produzierte und – dem Apple sei dank – klang als wären sie zu zehnt auf der Bühne. Mitreißend geht anders, aber wenigstens beim letzten Stück bemühte sich das Osnabrücker Publikum zum obligatorischen Handclap.

 

Die Niedersachsen - Sturmfest und Erdverwachsen...und äußerst reserviert.

Auch der Headliner des Abends sollte es heute mit diesem reserviertem Publikum nicht leicht haben. Da half auch die Verstärkung von Studio-Gitarrist Doug Gillard (Guided By Voices) nur bedingt. Und ein Fehlen des bei der Frühjahrstour noch im Gepäck gewesenen Trompeter Martin Wenk schmerzte spätestens bei "The Blankest Year" und dem Fanboy in meinem Herzen war auch auf einen Wimpernschlag klar, "Let the Fight Do the Fighting" wird heute leider nicht auf der Setlist stehen. Aber ausreichend andere Songs vom aktuellen Longplayer "The Stars are Indifferent to Astronomy". Den Einstieg bildeten "Clear Eye Clouded Mind" und "Waiting for Something". Erste Interaktion mit dem Publikum gab es dann zusammen mit "Weightless", aber das Gros der Besucher wollte heute lieber zuhören und nicht mitsingen oder gar tanzen. Den obligatorischen "Inside of Love"-Walzer wollte sich Matthew Caws dann aber nicht nehmen lassen. Und so schunkelten die Menschen im Rosenhof zu einem eigentlich sehr traurigem Lied einhellig von links nach rechts und retour.

Man kann aber nicht sagen, dass die Band hier auf ein schlechtes Publikum getroffen ist. Den es erschien mir zwar zurückhaltend, aber äußerst respektvoll. Denn das inflationäre und unsittliche Gequatsche bei jedem Song, vernahm man an diesem Abend doch äußerst selten. Und so erschien einem die Zugabe doch wie ein gefühlsmäßiger Bruch des Abends. "See these Bones" leitete den Zugabenteil ein und im Anschluß konnte die Band mit "Always Love" und "The Blankest Year" nochmals deutlich anziehen und doch etwas – "FUCK IT" – Partystimmung erzeugen. Und das trotz ausbleibendem Bühnensturm.

Überraschenderweise war nach einem einzigen Zugabenblock dann auch schon Schluss, aber mehr wurde auch nicht von den Besuchern eingefordert. Dabei fehlten doch noch so viele meiner persönlichen Highlights: Amateur, Hyperspace, Fruit Fly, Popular,...

Vielleicht beim nächsten Mal – Rien ne va plus.

Setlist Nada Surf