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Konzertbericht

Bands
Death Letters
Disco Ensemble

Locations
Kleine Freiheit



Datum: 01.11.2012

Kurz, laut und schnell

Disco Ensemble in Osnabrück

Osnabrück (ml)    Während in einigen Bundesländern Allerheiligen ein stiller Feiertag ist, wurde es nicht weit entfernt von einem solchen Bundesland sehr laut und tanzbar. Kurz hinter der Grenze von Nordrhein-Westfalen luden Disco Ensemble in die Kleine Freiheit Osnabrück zum Tanze ein.

Laut, schweißtreibend und kurz. Jussi Ylikoski gibt auf der Bühne alles. Foto: Marcel Linke

Mit jedem Album haben sich Disco Ensemble neu erfunden. Mit dem aktuellen "Warriors" sind sie sehr poppig geworden.
Eher experimentell darf sich dafür ihr Support Death Letters bezeichnen. Mittlerweile ist es in, zu zweit auf der Bühne
Fotos zum Konzert
Homepage von Disco Ensemble
Homepage der Death Letters
zu stehen. Ein Schlagzeuger und ein E-Gitarrist/Sänger sind es bei der niederländischen Band.
Aktuell haben sie nur ein Album veröffentlicht. Von diesem spielen sie immerhin weit mehr als die Hälfte aller Songs. "Temporary Frame", eine sehr schnelle Nummer, macht den Anfang.
Death Letters wechseln zwischen lauten Uptempo-Parts mit Scream-Einlagen des Sängers und melodischen Parts. Dabei wird das Schlagzeug in positiver Weise malträtiert, als ob es morgen nicht mehr benötigt würde. Schnelle E-Gitarren-Soli bringen das musikalische Können der Band auf den Punkt.
Mit "Control" zeigt die Band aber auch, dass sie nicht nur laut sondern auch leise kann. Krasser ist dieser Unterschied nur in "I Wish I Could Steal A Sunset" zu hören, welches wie eine Hardcore-Nummer beginnt, dann aber einen Balladenteil in der Mitte hat und laut endet.
Das ganze darf man sich in der Kleinen Freiheit eine halbe Stunde lang anhören, bevor die Band leider nach einer halben Stunde viel zu schnell mit "Death Of The Sincere" von der Bühne verschwindet um Platz für Disco Ensemble zu machen.

Nach einer weiteren halbstündigen Umbaupause kommen Disco Ensemble zum Intro ihres aktuellen Albums auf die Bühne. Mit "Bad Luck Charm" schießt die finnische Band gleich sehr gutes Pulver auf das Publikum los und hat es damit dann auch von Anfang an im Griff.
Ansagen gibt es heute nur sehr wenige. Dafür reiht sich ein schneller Song an den nächsten. Blickfang ist Jussi Ylikoski, der trotz der erhöhten Hitze in dem kleinen Raum, die durch die Scheinwerfer auf der Bühne nochmal höher ist, nicht müde wird, über die Bühne zu rennen und ins Mikrofon zu schreien.
Von der recht kurzen Setlist, es werden nur 15 Songs in Osnabrück gespielt, ist natürlich ein Großteil von der seit September erhältlichen "Warriors". Die Stimmung leidet darunter trotzdem nicht. Die Songs werden live wesentlich schneller und lauter gespielt, als sie es auf Platte sind. Das Publikum ist zu Songs, wie "Spade Is The Anti-Heart" oder "Eartha Kitt" textsicher dabei.
Publikum ist ein gutes Stichwort. Während des Konzertes lässt es sich Ylikoski nicht nehmen, die flache Bühne auch Richtung Publikum zu verlassen und sich in den Moshpit zu stürzen.
Schnell vergeht bei diesem Tempo das Konzert. "White Flag For Peace", zusammen mit "Bad Luck Charm" und "Headphones" (welches am heutigen Abend nicht gespielt wird) einer der Hits der Band, leitet das Ende ein. Es folgt noch "Your Shadow", bevor es für die Band, die auf der Bühne gerade Höchstleistungen vollbracht hat, in die Zugabenpause geht.

Mit weiteren zwei Songs "Bay of Biscay" und "Stun Gun" beenden Disco Ensemble ihr Konzert nach 60 Minuten Spielzeit und einem Kalorienverbrauch, der manche Bands, die über drei Stunden spielen, noch toppen kann.
Dass das Konzert nach nur einer Stunde zu Ende ist, dürfte wohl die wenigsten Besucher angesichts der sportlichen Leistungen, die auf der Bühne stattfinden, nicht groß wundern. Überraschend ist dennoch, dass die Band "Headphones" nicht in ihre Setlist genommen hat.
Mit den Death Letters hatte der Abend genau den richtigen Auftakt bekommen.