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Konzertbericht

Bands
Anti-Flag
Billy Talent

Locations
Halle Münsterland



Datum: 10.10.2012

Billy Talent und Anti-Flag in Münster

Gipfeltreffen der Punkrockgiganten in Münster

Münster (ml)    Billy Talent spielten am vergangenen Mittwoch in der Halle Münsterland. Im Vorprogramm wurden sie dabei von niemand anderem als Anti-Flag begleitet.

Billy Talent und Anti-Flag stehen gemeinsam auf der Bühne. Foto: Marcel Linke

Nachdem Anti-Flag Anfang des Jahres zahlreiche Konzerte in den kleinen Clubs in Deutschland gegeben haben und auch auf zahlreichen Festivals im Lande gespielt haben, kamen sie nun mit Billy Talent für ein paar große
Fotos zum Konzert
Homepage von Billy Talent
Homepage von Anti-Flag
Hallenshows zurück.

Die Kanadier Billy Talent sind bekannt dafür große Supports mit auf Tour zu nehmen. Anti-Flag ist so ein großer Support. Beide Bands sind in der weltweiten Punkrockszene wohlbekannt. Klar, dass da ein Konzert in Münster mal schnell zum Gipfeltreffen ausartet.

Bevor der Headliner des Abends auf die Bühne gehen konnte hatten zu erst Anti-Flag die Ehre die Menge anzuheizen. Mit einer Spielzeit von fast einer Stunde war die Band mit zahlreichen eigenen Fans in den ersten Reihen fast gleichberechtigt zu Billy Talent. Mit "The Press Corpse" kamen Anti-Flag auf die Bühne. Nur wenige Ansagen machen sie und spielen dafür ein Set welches in der Fülle fast einem Einzelkonzert der Band entspricht. Schon früh gibt es zu "The Bright Lights of America" eine große Wall of Death im Publikum. Das ist jetzt schon voll dabei. Kein Wunder, dass sich einige schon vor Billy Talent sehr verausgaben.
Von einigen Punkrock-Fans im Publikum werden Anti-Flag sogar über Billy Talent hinaus gelobt. Und auch die Besucher im Publikum, die mit Anti-Flag vorerst nichts anfangen können werden durch Songs, wie "This Is The End (For You My Friend)" und "The Ranks of the Masses Rising" schnell mitgerissen.
Unbestrittene Höhepunkte des Sets der Band aus Pittsburgh sind "1 Trillion Dollar" und "Die For Your Government", welches wie schon ein halbes Jahr zuvor in Osnabrück von den Fans immer wieder lautstark angestimmt wird. Chris Barker lässt es sich hier auch nicht nehmen einen Stage Dive ins Publikum zu machen.
Mit dem The Clash-Cover "Should I Stay Or Should I Go" grüßen die Jungs um Justin Sane und Chris Barker, die während ihrer Konzert sonst öfter politische Statements abgeben, dann eine Band, die man aus der Region um Münster wohl nicht weg denken kann: die Donots. Es verwundert dann bloß, wieso niemand dieser Band am heutigen Abend auf der Bühne steht, so ist gerade Ingo Knollmann doch sonst bekannt dafür auch zu anderen Musikern auf die Bühne zu gehen um einen Song gemeinsam zu singen.

Mit "Lonely Road To Absolution" kam dann für die meisten Leute das Highlight des Abends auf die Bühne. Billy Talent spielten sich mit diesem als Intro gedachten Song warm. Der Vorhang fiel und es kam der "Viking Death March". Schnell ließen Billy Talent mit "Devil In The Midnight Mass" einen alten Klassiker folgen.
Neben neuen Songs, wie "Love Was Still Around" spielen Billy Talent auch und vor allem viele Songs der ersten drei Alben. Besonders "Billy Talent II" und "Billy Talent III" kommen hier nicht zu kurz. Gerade mit dem ersteren der beiden genannten Alben haben Billy Talent einen Meilenstein in ihrer Geschichte gesetzt. Songs wie "Red Flag" und "Surrender", die in Münster nicht fehlen dürfen haben der Band in Deutschland zum Durchbruch verholfen.
Ein Erfolg, den sie mit "Rusted From The Rain" weiter geführt haben.
Angesichts des grandiosen Auftakts durch Anti-Flag schaffen es Billy Talent trotzdem, dass sich das Publikum noch mehr bewegt und auch noch mehr mitsingt als bei den Kollegen. Erstaunlich, so haben Anti-Flag eigentlich schon eine Show gespielt, wie man sie von einem Support selten sieht. Dass es bei Billy Talent noch mehr abgeht ist zwar eigentlich absehbar aber trotzdem fast nicht mehr möglich. Ein großes Highlight gibt es, als Justin Sane und Chris Barker Billy Talent auf der Bühne zu einem Song unterstützen.
Auf ein recht kurzes Set folgt dann noch ein grandioser Zugabenteil. Dieser hat es mit "Fallen Leaves" und "Red Flag" nochmal in sich. Hier wird die Halle Münsterland nochmal richtig zum Kochen gebracht und selbst das Publikum schafft es locker die Bühne zu übertönen.

Man kann sich definitiv unsicher sein, wem dieser Abend nun wirklich gehört. Anti-Flag lieferten eine tolle Show ab. Billy Talent natürlich auch. Der Gipfeltreff ist gelungen. Man bekam zwei grandiose Bands zum Preis von einer geboten. Ich selbst bin kein überaus großer Billy Talent-Fan, dafür mag ich die Musik von Anti-Flag umso mehr. "Dead Silence" hat mich wieder etwas mehr an die Band heran geführt, auch wenn ich die markante Stimme von Benjamin Kowalewicz nicht allzu lange hören kann. Live sind Billy Talent eine Wucht und in der Konstellation würde ich sie mir immer wieder anschauen.