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Konzertbericht
Micro Festival

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Bonaparte
The Monsters

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Datum: 04.08.2012

Das MicroFestival 2012 in Lüttich

2:0 für die Schweiz – Bonaparte und The Monsters sind unschlagbar.

Lüttich/Belgien (sd)    Zum dritten Mal fand es Statt, das Festival mit dem kleinen Namen und dem großen Herz. MicroFestival 3 hieß es also am 3. und 4. August und mitten in der Lütticher Innenstadt sammelten sich die “Massen, um auf einem Hinterhof, an 2 Tagen viele großartige Bands zu erleben.

Bonaparte spielen beim MicroFestival in Lüttich - Kleine Bühne, große Show. Foto: Sven A. Droste

Leider war es nur möglich 2 davon zu sehen – die Zeit, die liebe, fehlende Zeit. Die Zwei hatten es aber in sich. Beide kommen lustigerweise aus der Schweiz und haben außer, dass sie aus verschiedenen Gründen sehr sehens- und
Fotos zum Festival
Homepage von Bonaparte
Homepage von The Monsters
hörenswert sind, kaum Gemeinsamkeiten.

Die ersten waren The Monsters. Seit 26 Jahren on Tour, spielen sie nach eigener Aussage Musik, die zu 187% nicht MTV kompatibel ist und da haben sie absolut Recht. Vier Mann, drei Instrumente und jeder der Monsters spielt eins. Doch die Rechnung geht auf, Di Putto und Swan Lee teilen sich ein Schlagzeug. Wie Siamesische Zwillinge an der Bassdrum zusammengewachsen sitzen sie sich gegenüber und geben Gas – Vollgas. Ihr Schuljungenoutfit wiegt die Zuschauer kurz in Sicherheit, Augenblicke später ist von Sicherheit keine Spur mehr. Es geht heiß her, vor der Bühne hat sich schnell ein kleiner Moshpit gebildet und Beat Man Zeller heitzt die Kids zu Tanzen an. “Wir können nur 'ne Stunde spielen, darum spielen wir alles einfach schneller.” sind Beat Mans Worte, bevor er mit Janosh am Bass und den Beiden an den Clonedrums in den nächsten Song einfällt. Schweiß und schnelle Beats, das sind also The Monsters, purer Chainsaw Massacre Garage Punk and primitive Rock’n'Roll Trash. Nice.

Wärend dann auf der Bühne im Zelt für Bonaparte umgebaut wird, gibt es auf der Wiese, wie in allen Umbaupausen, ein DJ Set. Sounds aus den 90ern verkürzen die Wartezeit, und dass in der Zwischenzeit ein Feuerwehrwagen mit Blaulicht auf das Gelände fährt, lenkt noch zusätzlich ab. Es scheint aber halb so wild, denn alle bleiben ruhig und auch die Feuerwehrleute sind alles andere als hektisch.

Als Bonaparte auf die Bühne gehen ist es schon fast dunkel. Mit großen Glocken und grotesken fedrigen Masken, die an die Fassenacht erinnern, schleppen sich Monsieur Bonaparte, Carlos Primero, Uri Gaga und Murat Le Baûmgärthè langsam auf ihre Positionen. Es geht los mit "When the ship is thinking" und nach und nach fallen auch die Kostümschichten bei dem Musikern. Bonaparte ist aber nicht nur Band, Bonaparte ist Zirkus, Varietee, einfach mehr als nur ein Konzert. Zu den Songs performen Clea Cutthroat, Mad Kate und der Cannonman in wildesten farbenfrohen und manchmal auch textilarmen Kostümen. Zu "Wir sind keine Menschen" fließt dann auch Blut auf der Bühne, dazu Feenstaub und Federboas, Hirn und Fesselspiele. Eine Bonaparte Show ist kaum zu beschreiben. Nach einer guten Stunde ist der Spaß allerdings vorbei und man wird wieder in die Realität gerissen. Von da an bleibt nur noch die Erinnerung an das bunte, seltsame und manches Mal verstörende Treiben, das für eine Weile die perfekte Unterhaltung darstellte.