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festivalkult!
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Rudi O & Die Beatzeps
SKAtholiken
Sondaschule
The Toasters
Time to Bleed
Toolylooly & The McBobbies

Locations
Weserwiesen



Datum: 03.08.2012

festivalkult! 2012

Über 20.000 Besucher am Kraftwerk

Porta Westfalica (ml)    Am letzten Wochenende fand die Mutter aller Umsonst & Draußen-Festivals in Porta Westfalica statt. Über 20.000 Besucher kamen um zu Bands, wie Sondaschule und More Than A Thousand zu pogen oder sich von Monsters of Liedermaching bespaßen zu lassen.

Die Monsters of Liedermaching schlossen den festivalkult! grandios ab. Foto: Marcel Linke

Auch im Jahr 2012 geht der festivalkult! weiter. Mit viel Liebe zum Detail wurde an der Weser eine Bühne hochgezogen, die für die Verhältnisse eines eigentlich kleinen Umsonst & Draußen-Festivals verdammt groß ist
Fotos zum Festival
Homepage vom festivalkult
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Dafür, dass das Festival sich nur auf freiwillige Helfer stützt geht die Liebe ins Detail aber auch auf dem Gelände selbst. Es gibt zwei Bühnen, die eben genannte Weserbühne und die kleinere Bahndammbühne auf der am Wochenende hauptsächliche lokale Acts spielen. Der Campingplatz ist für ein Festival dieser Größenordnung erstaunlich groß und auch die Musik stimmt.


Der Freitag

Diese bedient sich auf dem festivalkult! hauptsächlich an den alternativen Musiksparten. So dürfen dann auf der Bahndammbühne auch die SKAtholiken (Fotos) aus Paderborn den Anfang machen. Wie der Name schon sagt überzeugen sie durch ihre Ska-Musik, die den großen Bands in Nichts nachsteht.

Lauter werden da schon Time To Bleed (Fotos). Die Deathmetal-Band eröffnet das Programm auf der Weserbühne. Beeindruckend sind die Bässe, die sich mit geschätzten 500 Beats pro Minute wie eine kostenlose Herzmassage anfühlen.

Wesentlich leiser sind hingegen Rudi O & Die Beatzeps (Fotos), die zeitgleich versuchen mit Hip Hop auf der Bahndammbühne zu bestechen. Es gelingt ihnen sogar und so finden sich viele Besucher, denen die Metalriffs auf der Hauptbühne zu viel sind ein, um Hip Hop im Stil der Fantastischen Vier auf der Nebenbühne zu sehen.

Mit Le Fly (Fotos) geht dann auf der Hauptbühne ein etwas größerer Act auf die Bühne. Das erste Highlight des Wochenendes. Die Musik erinnert etwas an Culcha Candela, nur besser und ernster. Und bevor letztere schlecht wurden hätten sie auch auf dem Umsonst & Draußen spielen sollen. Das war 2004 und leider ist das Festival dort nicht nur sprichwörtlich ins Wasser gefallen.

Das meiste Publikum ziehen an dem Abend jedoch Sondaschule (Fotos). Das ist nicht verwunderlich. So haben schon viele Besucher an dem Tag Sondaschule-Shirts an. Als Ska-Punker sind sie auch wie geschaffen für das Festival. Selten sieht man beim festivalkult! mal wirklich so viel Pogo oder Crowdsurfer. Sondaschule schaffen all das.

Für die meisten schmerzhaft dürfte am Freitagabend die Absage von Exilia sein, für die Gravity Saints (Fotos) einspringen.

weitere Fotos am Freitag von: Dukes of Hamburg, Harpyie, Hoolinettes, Upsessions


Der Samstag

Laut wird es für alle, die früh aufstehen und nicht die Nacht in der Psytrance Area durchgefeiert haben. Den Samstag leiten My Adorable (Fotos) ein, die ihren sehr melodiösen Hardcore schon zwei Wochen zuvor etlichen der in Porta anwesenden Besucher beim Serengeti um die Ohren blasen. Es wird ihr letztes Konzert, welches sie mit Sänger Patrick bestreiten, was sehr schade ist, denn gerade er hat einen Stil drauf, den man sonst Refused-Sänger Dennis Lyxzén kennt.

Wesentlich leiser sind die drei bezaubernden Schwedinnen von Baskery (Fotos). Sie wissen es mit wenigen, aber doch abgefahren aussehenden Instrumenten zu überzeugen. Eindeutig dem Pop zuzuordnen sind ihre Instrumente trotzdem eher alternativ ausgewählt. Ein Kontrabass sorgt für die nötige Untermalung. In der Mitte sitzt Greta Bondesson, musikalisches Allroundtalent der Band, die es gleichzeitig schafft ein Schlagzeug zu bedienen und eine Gitarre. Mit ihren beiden Füßen bedient sie die Bassdrum und die Snare.
Schon fast unkreativ wirkt Sunniva Bondesson, die "nur" eine Gitarre spielt, damit aber über die Bühne stürmt und sich nur selten an ihrem eigenen Mikrofon befindet, sondern ab und an auch mal auf der zuvor genannten Bassdrum.

Toolylooly & The McBobbies (Fotos) nutzen die meisten Festivalbesucher als Übergang zu The Toasters. Beide Bands spielen Ska. Die Toolyloolys nur etwas härteren als die Toasters.

Diesen merkt man dafür ihren Status auf dem Festival an. Als eine DER international bekannten Bands auf dem Festival haben The Toasters (Fotos) quasi einen Sonderstatus gepachtet. Der Platz vor der Bühne ist voll, ob das nun an Eskimo Callboy liegt, die zuvor gespielt haben und vor dem Festival für einen Eklat sorgten, der sie erst so richtig bekannt machte, oder ob es doch am Skahunger der meisten anwesenden liegt wird zwar nicht ganz klar, jedoch schaffen es die Brotröster das Publikum für sich zu gewinnen und das obwohl sie augenscheinlich einen nicht ganz so tollen Tag erwischt haben. Publikumsinteraktion Fehlanzeige. Man spielt nur seine Songs runter.

Etwas anders aber auch lauter geht es da bei More than a Thousand (Fotos) zu. Die Metalcore-Band aus Portugal versteht es das Publikum anzuheizen. Im Gegensatz zu The Toasters stehen sie regelmäßig an der Bühnenkante. Es ist hart, es ist laut, aber das bringt Metalcore so mit sich. Dafür ist die Publikumsstimmung fantastisch, denn dieses hat sich voll dem Pogo hingegeben.

weitere Fotos am Samstag von: Fahnenflucht, Kapelle Vorwärts, swain


Der Sonntag

Langsam neigt sich das Festival dem Ende zu. Viele Camper haben ihre Zelte bereits abgebaut. Auf der Bahndammbühne gibt es heute spezielles Programm mit Bandcontest-Teilnehmern aus der Region.

Einer der Gewinner ist die Bad Oeynhausener Band Choose Your Path (Fotos). Ein Heimspiel könnte man denken und in der ersten Reihe versammelten sich dann auch Fans der Band, die die Texte mitgröhlen konnten. Erstaunlich, denn diese Text zu verstehen ist schon ein Kunststück. Leider blieb es auch dabei. Diese Band gehört in einen Club ohne Graben. Sänger André Siekmeier versteht es trotzdem diese Lücke auszunutzen und nimmt regelmäßig ein Bad in der Menge. Ein grandioser Auftritt zum Wachwerden. Weiter geht es mit Comedy Programm auf der Hauptbühne.

Das Pack (Fotos) spielen auf der Weserbühne. Nicht ganz das Comedy Programm was man davor hatte sind es doch gerade die intelligenten Witze, die man erst im zweiten Anlauf versteht, die Das Pack ausmachen. Das gilt nicht nur für ihre Musik, die auch oft irgendein unterschwellig herüber gebrachtes politisches Statement beinhaltet, sondern auch und insbesondere für ihre Ansagen, mit der sie auf subtile Art und Weise auch mal das Publikum auf die Schippe nehmen. So fängt sich auch das Online-Magazin in dem dieser Artikel hier erscheint eine nette neue Beschreibung ein: "Musik mit c. Und das ganze als Kubik, ach nee als Quadrat mit so einer hohen 2. Und dann noch web.de". Ja, wir wissen der Schriftzug ist nicht einfach, aber trotzdem macht es keinen Unterschied, ob man die Adresse mit oder ohne hochgestellte 2 eingibt.

Eine Doppelrolle spielt übrigens Gitarrist Pensen. Er spielt nicht nur bei Das Pack sondern sitzt auch zusammen mit den Monsters of Liedermaching (Fotos) auf der Bühne. Allein der Soundcheck spricht schon Bände. Schon hier macht das Publikum voll mit und die Band spielt neben eigenen Songs auch bekannte andere Songs, wie "Time of your life" von Green Day an.
Neben zwei neuen Songs vom "Schnaps & Kekse"-Album konzentriert sich das Set der Monsters hauptsächlich auf die Klassiker der Band. "Tod in der Nordsee" und "Türen" dürfen da nicht fehlen. Aber auch "Superkackwurst" ist mittlerweile immer wieder ein gern gehörtes Lied. Bei den Texten der Band werden nicht nur die Lachmuskeln des Publikums angeregt, nein auch im Graben sieht man gelegentlich Pogo-Einlagen, wenn die Aufforderung zu eben diesem Tanz kommt. Auch die Securities amüsiert es. Totte wagt sich dann noch zum Abschluss mit Xylophon zum Crowdsurfen ins Publikum. Einen perfekteren Festivalabschluss kann man sich praktisch nicht wünschen.

weitere Fotos am Sonntag von: Heinz Gröning & Gäste, Leet

Alle Fotos unter: Creative Commons Lizenzvertrag