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Konzertbericht

Bands
Broilers
King Cannons

Locations
Rosenhof



Datum: 19.04.2012

Broilers in Osnabrück

Noch nie so gut getanzt, selten so schlecht geschlafen

Osnabrück (ml)    Die Broilers etablieren sich zunehmend mehr in deutschen Punkrock-Szene. Mit ihrer Mischung aus Punk, "normalem" Deutschrock und Ska-Einlagen haben sie es in atemberaubender Geschwindigkeit geschafft ihren Platz in der Musiklandschaft zu finden. Am gestrigen Abend machten sie Halt im Osnabrücker Rosenhof.

Die Broilers machen den Donnerstag zu einem gefühlten Samstag. Foto: Britta Flachmeier

Obwohl die Broilers bekannt sind für ihre lange Spielzeiten von weit über 2 Stunden haben sie auf ihrer Tour einen
Fotos zum Konzert
Homepage der Broilers
Homepage von King Cannons
Support mitgebracht.
Die King Cannons aus dem Norden Australiens haben die Ehre an diesem Abend in einem ausverkauften Rosenhof für die Broilers das Konzert zu eröffnen. Mit Songs, wie "Too Young" oder auch "Take The Rock" hat die Band das Publikum schnell im Griff. Kein Wunder, bei der Mischung, die sie spielen. Hier und da hört man Bruce Springsteen raus, den sie auch als Einfluss angeben und an dem sich besonders Sänger Luke Yeoward ein Vorbild nimmt. Aber auch The Clash-Einflüsse und Reaggae-Anleihen machen ihre Musik sehr interessant. Und fast bleibt zu befürchten, dass sich bei der Hitze im Rosenhof die Besucher jetzt schon verausgaben.


"Donnerstag ist der Osnabrücker Samstag"

Nachdem sich nun auch der vordere Bereich im Rosenhof gefüllt hat und die Bühne von einem Vorhang völlig verdeckt wird ertönen die Klänge vom "Vanitas"-Intro und die Broilers kommen auf die Bühne, um mit "Zurück zum Beton" und "Harter Weg (Go!)" ihr Programm zu eröffnen.
Das Osnabrücker Publikum kann die Songs der Broilers textsicher mitsingen. Das zeigt sich zum Beispiel auch bei "Paul der Hooligan", "Heute schon gelebt" oder "Held in unserer Mitte". Das erkennt auch Sänger Sammy Amara der erkennt: "Das könnte sich zu einem Hexenkessel entwickeln hier." und für alle Schulpflichtigen unter den Besuchern, es sind einige dabei, Entschuldigungen für den folgenden Tag ausstellen möchte. "Donnerstag ist der Osnabrücker Samstag." komplimentiert Amara sein Publikum. Stellt sich dann bloß die Frage, wieso dann überhaupt Entschuldigungen ausgestellt werden müssen?

2011 sind die Broilers wohl in dem angekommen, was man Mainstream nennt. Mittlerweile betreut JKP die Band, ihr Album "Santa Muerte" ist auf Platz 3 der Charts gegangen und eine andere Band aus ihrer Heimatstadt Düsseldorf ist gut mit den Broilers befreundet. Diese Band feiert gerade ihr 30-jähriges Bestehen und so lassen es sich dann auch die Broilers nicht nehmen einen Coversong in Osnabrück zum Besten zu geben. "Reisefieber" von den Toten Hosen folgt.

Eine ziemlich konträre Widmung gibt es dann mit "Vom Scheitern (The World Is Yours, Nicht!)". Diese richtet sich an alle "Reality-TV-Stars", die sich auf RTL, RTL 2, Sat 1, Vox und ProSieben, meistens von ihrer schlechtestens Seite, präsentieren. Ein krasser Gegensatz zum Beispiel der Toten Hosen, die eine Medienpräsenz eigentlich nicht nötig haben.

Die Textzeile "Und wenn du fällst, bin ich bei dir" aus dem Song "Bei dir" bekommt am heutigen Abend dann eine Bedeutung im doppelten Sinne. Nachdem am ganzen Abend schon, für den Rosenhof verhältnismäßig viele Crowdsurfer, den Weg zur Bühne gefunden haben, wird genau zu dieser Zeile ein Crowdsurfer von den Securities nicht aufgefangen. Das nennt man dann wohl Pech. Passiert ist glücklicherweise nichts bis auf ein Schreck für alle Beteiligten.

Mit "33 rpm" entlassen die Broilers ihr völlig ausgedünstetes Publikum dann in die Zugabenpause. Eine Pause, die in einem prophezeiten Hexenkessel, völlig willkommen ist. Der Nebel kommt nicht mehr von der Bühne sondern speist sich aus dem Dunst des Publikums.
Doch noch ist es nicht überstanden, denn die Broilers haben gerade mal 2 Stunden Spielzeit hinter sich. Klar, dass da noch was folgen muss und auch im Bühnengraben bereitet man sich mit neuen gefüllten Wassereimern vor, die man noch in der Menge verteilen wird. Mit "Singe, seufze & saufe" geht es eher langsam los. Aber schnell werden mit "Alles geht weiter", "Cigarettes & Whiskey" und "Meine Sache" wieder die rockigen lauten Punkrockstücke gespielt, bevor es dann nach weit über 2 Stunden Spielzeit mit "Blume" einen endgültigen Schlusspunkt an diesem Abend gibt, der noch vielen Anwesenden im Gedächtnis bleiben wird.