Home

Taglist:

Allgemein
Konzertbericht

Bands
Imaginary Cities

Locations
Kleine Freiheit



Datum: 31.03.2012

Imaginary Cities in der Kleinen Freiheit Osnabrück

Ein Abend voller Herzenswärme

Osnabrück (mer)    Trotz des prominenten Ziehvaters Thees Uhlmann ist die Besuchermenge in der Kleinen Freiheit zu Osnabrück mehr als beschaulich. Knappe 80 Personen haben an diesem Samstagabend den Weg in eine der charmantesten Lokalitäten der Studentenstadt gefunden. Den Besuch wird am Ende des Abends sicherlich niemand bereut haben, denn hier kann man eine Band erleben, fühlen, genießen und anfassen.

Multiinstrumentalist Rusty Mayas und Soulstimme Marti Sarbit in der Kleinen Freiheit Osnabrück. Foto: Mark Haake

Deutschlands Indiepapst Thees Uhlmann betätigt sich ja gerne als Geburtshelfer hoffnungsvoller Nachwuchsbands (Killians, Young Rebel Set, An Horse, etc.). Auch im Falle von Imaginary Cities beweist sich Uhlmann erneut als
Fotos zum Konzert
Homepage von Imaginary Cities
äußerst geschmackssicher. Erst ermöglicht er der Band aus Kanada ihr Debütalbum in Deutschland über sein Label GHVC zu veröffentlichen, dann nimmt er die Gruppe als Support bei seiner eigenen Tour unter den Arm und schließlich covern sich die Musiker gegenseitig auf Thees Uhlmanns erster Platte. Doch genug der väterlichen Zuwendung. Die Stützräder des ersten Kinderfahrrades sind abmontiert und Imaginary Cities spielen ihre erste eigene "Headliner-Tour", wie sie voller Stolz mehrfach heute Abend betonen.


80 Besucher erleben quasi ein "Privatkonzert"

Einen Supportact sieht man heute Abend nicht, aber die Zeit zwischen dem Einlass und dem Konzertbeginn kann man heute damit verbringen eine Band beim Arbeiten zu beobachten. Sänger und Multisinstrumentalist Rusty macht nochmal einen kleinen Gitarrensoundcheck, Sängerin Marti dekoriert nochmal die Artikel am Merchstand um und die drei Tourmusiker (Bass, Keyboards, Drums) platzieren sich ihre Kaltgetränke in verschiedenen Verstecken auf der Bühne. Um 21.20 Uhr ertönen dann die ersten Klänge der Band und das Publikum ist sofort dabei. Ohne Aufforderung rücken die Zuschauer sehr nah an die Bühne und die ersten Reihen tanzen sofort mit. Das Publikum nutzt die Gunst der Stunde und macht diesen Abend zu seinem "Privatkonzert".

Auch wenn die Band sich in ihrem Zusammenspiel gut ergänzt und live sich ein ganz wunderbarer Sound entfaltet, wird gleich deutlich das Imaginary Cities halt doch „nur“ Sängerin Marti Sarbit und Musiker Rusty Matyas sind. Vor allem die Soulstimme von Sarbit beeindruckt in den ersten beiden Stücken der Band. Und als wenn sich Rusty nun herausgefordert sieht, greift er im Schlußteil von "Calm before the storm" zur Trompete und erbringt damit einen ersten Beweis seiner musikalischen Vielfältigkeit. Sichtlich aufgetaut beginnt Matyas, eindeutig der kreative Kopf in diesem Projekt, nun auch kurze Ansagen. Kommunikation innerhalb der Band beschränkt sich auf Sarbit und Matyas, stets höflich und zurückhaltend. Man erfährt das die Band sehr froh über jeden Besucher ist und es den beiden in Deutschland sehr gut gefällt. So sehr, dass sie im Mittelteil der Show drei neue Songs am Stück spielen und einer davon sogar den Titel "Bells of Cologne" trägt.


Hummingbird fordert zum Mitsingen auf

Im Vergleich mit den Songs vom Album "Temporary Resident" kommen die neuen Stücke nicht so ruhig daher, verzichten aber auch nicht auf die typischen Sommerklänge der Band. Bei erst einer Veröffentlichung und neuen Songs welche sich noch im Entstehungsprozess befinden, bleibt dann auch noch Platz für ein nicht sonderlich gelungenes Cover von Cakes "Mexico". Der Hauptteil der Show wird mit dem Hit "Hummingbird" beschlossen und jetzt kann das Publikum nicht nur tanzen und klatschen, sondern das erste Mal heute Abend mitsingen. Die Band lies es sich natürlich nicht nehmen zur geforderten Zugabe wieder auf der Bühne zu erscheinen und noch zwei weitere Songs zu spielen.

Nach einer Stunde Spielfreude und Herzenswärme blickte man ausschließlich in zufriedene Gesichter und Publikum sowie Musiker setzten ihr Stell-dich-ein am Merchstand und an der Theke fort. Imaginary Cities verkauften und signierten ausgiebig ihre Shirts, Cds und Platten und übten sich im Musiker-to-Fan Small-Talk. So schließt sich der Bogen an diesem Abend, den nun konnte man wieder eine Band beim Arbeiten beobachten.