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Konzertbericht

Bands
Turbowolf

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 14.03.2012

The Subways in Bielefeld

The Subways haben Bock zu spielen

Bielefeld (ml)    Nach Ankunft am Ringlokschuppen führte der Weg links rum in die nicht ausverkaufte kleine Halle. Moment Mal. Kleine Halle? Und dann noch nichtmal ausverkauft? Kann das denn sein, wo doch die Subways heute in besagter Halle spielen und diese in den letzten Monaten einen medialen Hype erlebt haben? Ja, es kann sein und nein, der Stimmung schadet das nicht.

The Subways hatten nicht nur große Spielfreude. Sie erfüllten auch Songwünsche. Foto: Britta Flachmeier

Mitgebracht hat das Trio heute zwei Vorgruppen
Fotos zum Konzert
Homepage der Subways
Homepage der Pickers
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Die Pickers dürfen den Abend eröffnen. Dass sie aus Deutschland kommen hört man zwischendurch mal an ihren Ansagen oder seltener auch mal an den Texten in ihrer Musik. Ansonsten steht dort, wie es die englische Musikzeitschrift NME betiteln würde, das nächste große Dinge. Retter des Indie-Rocks, der eigentlich keine weiteren Retter mehr benötigt. Die Band auf der Bühne klingt nicht nur so, wie die englischen Vorbilder, sie sehen auch noch so aus. Dünn, schlaksig, enge Röhrenjeans, der E-Gitarrist hat Ähnlichkeiten mit Luke Pritchard (The Kooks) und der Sänger und der Bassist könnten von den schwedischen Mando Diao ausgeliehen worden sein.

Einen krassen Kontrast dazu bieten Turbowolf, die sich vom Aussehen her im Jahrzehnt geirrt haben müssen. Der Sänger trägt lange Haare mit fettem Schnauzbart. On top gibt es ein Batikshirt, so dass er rüber kommt wie ein Hippie. Die restlichen Bandmitglieder machen da nur wenige Abstriche. Erstaunlich ist, das sich Turbowolf aber zusätzlich im Ort geirrt haben. Denn musikalisch kommt nur Schrammelrock, gepaart mit einer ohrenbetäubenden AC/DC-Versuchsstimme des Sängers. Gut ist das nicht und es bleibt das Fragezeichen, ob das wohl wirklich ernst gemeint war.


The Subways haben große Spielfreude

Aber schon oft haben wir die Erfahrung gemacht, dass je kontrastreicher oder auch schlechter die Vorgruppe ist, desto besser ist der Hauptact. Haben The Subways bei der Auswahl ihres Supports also vielleicht alles richtig gemacht?

Gut starten The Subways auf alle Fälle. "Oh Yeah" kann man nicht anders bezeichnen und mit diesem explosiven Start haben Billy Lunn, Charlotte Cooper und Josh Morgan dann auch direkt ihr Publikum im Griff. Mit dem ersten Ton des Songs bildet sich ein Moshpit, der in der nicht ausverkauften kleinen Halle dann auch genügend Platz zum Tanzen bietet.

Und schnell wird nach Songs, wie "Holiday" und "Obsession" klar, dass die Subways eine recht ausgewogene Setlist spielen werden, die sich nicht nur aus dem aktuellen Album und einigen Hits speist. Hits hat die Band aber trotzdem ohne Ende. Man findet einfach keinen schwachen Song auf ihren bisher drei Alben.

Und allein durch die schiere Spielfreude, die die Band ausstrahlt, können auch andere Mankos kaschiert werden, die der pogende Konzertbesucher noch nichtmal so stark mitbekommt. Hatte Billy vor drei Jahren noch Probleme mit der Gitarre gehabt, hat dieses Mal Charlotte anscheinend Probleme mit dem Bass. Trotzdem freut sich die Band über das Bielefelder Publikum, wie Kinder, die lange auf einen Kuchen gewartet haben und ihn nun bekommen.

Das Bielefelder Publikum befindet sich auch meistens in der Offensive. Nur zu Songs vom neuen Album flaut die Stimmung etwas ab. So zum Beispiel zu "Like I Love You" und später zu "Popdeath". Nur dass sich letzterer Song als Unterbrechung zum Viererpack "Kalifornia", "We Don't Need Money to Have a Good Time", "Rock & Roll Queen" und "Shake! Shake!" sehr gut macht. Es wird ihnen gedankt, dass sie so ein Feuerwerk an schnellen Liedern spielen. Beeindruckend sehen nämlich die zu fast jedem Song auf gemachten Wall of Deaths oder Circle Pits aus.

Das registrieren natürlich auch die drei Musiker und bedanken sich auf ihre Art und Weise. Billy Lunn mit einem dicken Grinsen, Charlotte, die auf vereinzelte "Charlotte"-Chöre mit einem rotwerdenden Gesicht reagiert und Josh, der einfach bloß mit seinem Kopf nickt.
Ein Fan bekommt heute aber ein ganz besonderes Erinnerungsstück mit nach Hause. Billy schnappt sich eine der vielen vorhandenen Digicams aus dem Publikum für ein gestelltes Bandfoto mit Publikum im Hintergrund.


Wunschkonzert mit The Subways

So langsam gefallen dann auch die neuen Songs, wie "Kiss Kiss Bang Bang", welcher auch vom Publikum extrem gut aufgenommen wird. So langsam neigt sich das Konzert dem Ende zu. Schon oft gesehen hat man "Turnaround" auf diversen Festivals im Jahr 2011. Hier verlangt Billy immer nach dem größten Circle Pit, den er je gesehen hat. Sie unterbrechen das Lied und ist der Circle Pit nicht groß genug wird nicht weiter gespielt. Wie soll das nun aber in der kleinen Halle des Ringlokschuppens funktionieren? Es funktioniert und Billy sieht aus wie ein Honigkuchenpferd, als das Publikum auf der kompletten Breite des Saales Platz für einen solchen Circle Pit macht. So eine große freie Fläche hat man dann doch nicht allzu oft.

Und weil es der Band und allen Anwesenden so viel Spaß macht, geben sie sich auch fannah. Natürlich kommen sie mit einem Zugabenteil zurück auf die Bühne. Der startet ruhig mit der Ballade "Lostboy" und geht lauter weiter mit "Celebrity". Was jedoch ganz selten geschieht und dann auch ganz besonders ist, dass an diesem für alle wohl unvergesslichen Abend, auch Wünsche erfüllt werden. Standardmäßig stehen "Strawberry Blonde" und "Girls & Boys" nämlich nicht auf der Setlist der aktuellen Tour und eigentlich meinte Billy, als er den ersten der beiden Songs angefangen hat, dass er nur so lange spielt, wie er den Song noch beherrscht und dann hofft, dass der Rest der Band einsetzt. Den gefallen haben Josh und Charlotte dem Publikum getan, so dass es mit "Strawberry Blonde" und "Girls & Boys" sogar noch zwei zusätzliche Songs auf die Ohren gab, bevor "It's a Party" das Konzert beendete.

Und ja: "It was a real great party.". Da hat das nicht anwesende Musik-Bielefeld was verpasst, was es so schnell auch nicht nochmal bekommt.