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Konzertbericht

Bands
Polarkreis 18
Super700

Locations
JZ Kamp



Datum: 25.02.2009

In andere Sphären katapultiert

Polarkreis 18 im Bielefelder Kamp

Bielefeld (m2w)    von Anne Husemöller

Augen zu, Ohren auf und einfach nur fühlen - Wenn Polarkreis 18 seinen sphärischen Klangteppich ausrollt, ist Gänsehaut garantiert. Mit ihrem aktuellen Erfolgsalbum "The Colour of Snow" im Gepäck haben die Dresdner Jungs jetzt auch in Bielefeld Halt gemacht.

Bilder vom Konzert
Homepage von Polarkreis 18
Homepage von Super 700


Mit ein bisschen Drama, viel Poesie und noch mehr Melancholie eroberten aber zunächst Super700 aus Berlin die Bühne im Kamp. Der gekonnte Wechsel zwischen nachdenklichem Gesang der bezaubernden Sängerin und gekonnten Uptempo-Einlagen der Instrumentalsektion konnte dabei immer wieder beeindrucken. Die Band entwirft eine Szenerie voller Tragik und Gefühl, die die Zuhörer in kürzester Zeit unaufhörlich in ihren Bann zieht. Polarkreis 18 bereiten sie damit natürlich den perfekten Einstieg, das Publikum ist bestens eingestimmt auf diesen großen Konzertabend.
Dunkelheit erfüllt den Raum, Nebelschwaden verhüllen die Bühne – sechs weiße Gestalten betreten die Szenerie. Das grellweiße Licht ihrer Stirnlampen durchbricht das tiefe Schwarz. Der Inszenierung ist Raum gegeben.

Abwechselnd in rotes, blaues und weißes Licht getaucht, legen Polarkreis 18 mit ihrer aktuellen Singleauskopplung „The Colour of Snow“ vom gleichnamigen Album los. Der charismatische Sänger Felix Räuber erfüllt mit seiner durchdringenden, elfenhaften Stimme von der ersten Sekunde an den Raum. Das sind Töne, die vom Ohr direkt ins Herz gehen. Den Leuten gefällt’s, die Masse vor der Bühne geht mit und feiert die Band.
Dass die Chemie zwischen Publikum und Band stimmt, merkt auch der Sänger: „Es macht einfach nur einen Riesenspaß mit euch!“ Sagt’s und grinst. Die Lieder der Band lebt er voll und ganz – seine ekstatischen Tanzeinlagen sprechen dabei für sich. Voller Herzblut interpretieren die sechs Dresdner die Songs ihres aktuellen zweiten Albums, aber auch viele Stücke ihres Erstlings „Polarkreis 18“.

Dabei weiß man nie so recht: Ist das nun eine Rockband mit ganz viel Elektro oder ein Elektro-Projekt mit E-Gitarren. Die Lieder beginnen meist leise, weiche Töne werden angeschlagen. Die werden jedoch schnell abgelöst, wenn sich die Lieder zu dramatischen Höhepunkten aufschaukeln. Eine beeindruckende Lichtshow trägt einen großen Teil zum Spannungsaufbau bei und macht das Kamp ein Stück weit zur vollkommen surrealen arktischen Landschaft.

Als die ersten Takte des Nummer Eins Hits „Allein allein“ erklingen, gibt es kein Halten mehr, die Meute geht ab, haut der Band den eigenen Text um die Ohren und erhebt den Song zur wahren Hymne. Noch einmal beherrschen mystische und gleichwohl imposante Klangwelten die Szenerie, bevor sich die Band verabschiedet. „Das war bislang das beste Konzert der Tour“ - Sänger Felix Räuber ist spätestens jetzt völlig begeistert. „Ein gutes Publikum zeichnet aus, dass nicht nur an den richtigen Stellen rocken und klatschen kann, sondern, dass es bei den ruhigen Stücken auch wirklich ruhig ist. Vorhin habe ich gesungen, und es herrschte Totenstille im Publikum. In dem Moment hatte ich überall Gänsehaut und mir wurde bewusst, dass hier grad was ganz Besonderes passiert.“

Besser hätte man den Abend kaum beschreiben können. Große Worte für ein großartiges Musikerlebnis. Das war kein Konzert, das war vielmehr eine ganzheitliche Performance, eine Inszenierung, die atmosphärischer nicht hätte sein können. Als sich der Raum schon größtenteils geleert hat, kommt Felix Räuber noch mal auf die Bühne und setzt sich ans Klavier. Ein allerletztes Mal stimmt er „Allein allein“ an. Auf den Gängen antworten ihm die Menschen, die schon auf dem Weg nach draußen sind und werfen den Refrain zurück – eine verrückte Szenerie, die aber genau so bestens ins Bild passt.