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Konzertbericht

Bands
Gisbert zu Knyphausen
Lichter

Locations
Falkendom



Datum: 18.02.2009

Gisbert zu Knyphausen

Die Melancholie erhält Einzug in den Falkendom Bielefeld

Bielefeld (m2w)    ein Bericht von Vanessa Vinnemeier

Nach knapp 4 Monaten ist Gisbert zu Knyphausen zurück in Bielefeld, diesmal nicht im Kamp, sondern im gemütlichen und atmosphärischen Falkendom.

Bilder zum Konzert
Homepage von Gisbert zu Knyphausen
Homepage von Lichter


Nach dem etwas nach hinten verschobenen Sound-Check durften wir dann gegen acht Uhr endlich wieder in ein warmes Gebäude. Kurz bevor Lichter, die Unterstützung Gisberts auf dieser Tour, die Bühne für eine Stunde als ihren Bereich bezeichnen durften, durften wir Gisbert noch einige Fragen stellen, die uns brennend interessierten. Nach einem kleinen aber feinen Interview (folgt noch) stürtzen wir uns also auch zwischen die Leute. Erstaunlicherweise war der Falkendom gut besucht, was Gisbert nachher mit einem „Habt ihr nichts besseres zu tun?“ willkommen hieß.
Zunächst aber traten also Lichter auf die Bühne. Eine recht sympathische Indie-Rock / Indie-Pop Band, die auch zu Knyphausen ins Herz geschlossen hat. Die meist in Erinnerung gebliebenen Lieder: „Leerer Raum“ und das Cover von „Spieglein, Spieglein“. Wahrscheinlich aber auch, weil man beide Lieder sofort mit Gisbert in Zusammenhang bringt. Beide Bands sind momentan zusammen auf Tour und haben sich vorher entschlossen, Lieder des gegenübers zu covern. Somit gab es an dem Abend zwei Versionen von „Spieglein, Spieglein“, aber auch zwei Versionen von „Leerer Raum“. Man konnte sich nicht recht entscheiden, welche der beiden Versionen nun mehr Applaus verdiente. Beide Seiten vertreten ihren eigenen Stil, Musik zu machen und schafften es, das jeweilige Cover ihrem Stil anzupassen.
Nach einer ganzen Stunde Support-Act kam es dann zum Tausch auf der Bühne. Übrigens gab es an diesem Abend eine Premiere der Neubesetzung der Band: Die Keyboarderin, die auch im Stande war, Posaune zu spielen, machte einen wirklich sehr sehr guten Eindruck und schaffte es, dass man sofort mit ihr sympathisierte.
Um halb elf stürmte dann ein kleiner, auf den ersten Blick unscheinbarer Mann mit seiner Akustik-Gitarre die kleine Bühne des Falkendoms. Die ersten Klänge von „Spieglein, Spieglein“ wurden gezupft.
Diesmal war zu Knyphausen ohne seine Band gekommen. Nur mit der Akustik-Gitarre begleitete er sich selbst zu seinen Songs. Diese Art, seine Lieder darzugeben, verschaffte wirklich Gänsehaut. Die Gitarre perfekt eingesetzt, genau wie seine Stimme. Die Stimme, die so rau klingt, wenn sie ihre Verzweiflung rausschreit. Die Stimme, die so sanft klingt, wenn sie in ihrer eigenen Welt oder ausgelaugt zu sein scheint. Die Augen, die geschlossen sind, wenn sie ihre Gefühle für die Menschen definieren. Die Augen, die so funkeln, wenn sie die Menschen euphorisch applaudieren und jubeln sieht.

Zum Schluss gab es sogar noch eine Kooperation mit den Lichtern. Beide auf der Bühne vereint. „Leerer Raum“ zum zweiten, diesmal in zu Knyphausens Version. Ausserdem gab es noch ein wenig neues Material von ihm, das uns gespannt auf das neue Album warten lässt. Auch wenn er noch nicht weiß, wann es erscheint.

Er hat uns begeistert, Gisbert zu Knyphausen. Mit seiner Stimme. Mit seiner Gitarre. Mit seinem unscheinbaren Sein, was ihn ganz groß macht. Mit seinen Textaussetzern, die er so nett mit seinem Lächeln überspielte.
Und das an einem Mittwoch abend, an dem alle Bielefelder „nichts besseres zu tun hatten“.