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Konzertbericht

Bands
Fetsum
Patrice

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 24.10.2008

Live in Concert

Patrice flashed Bielefeld

Bielefeld (m2w)    ein Bericht von André Siekmeier

Wer auf Reggae, Soul und Funk steht, der kommt dieser Tage nicht an Patrice vorbei. Der junge Deutschafrikaner ist nicht nur national eine schillernde Szenegröße. Derzeit steht sein neues Studioalbum "Free Patri Ation" im Plattenladen deines Vertrauens und damit es da nicht lange bleiben muss gibt es die passende Tour dazu. Unter Anderem im Bielefelder Ringlokschuppen. Und dort beginnt unsere Reise.

Bilder zum Konzert
Homepage von Patrice
Homepage von Fetsum


Im Vorprogramm sollten „Fetsum“ das Publikum in die richtigen Vibes bringen, was ihnen auch durchaus gelang. Alleine das Bühnenbild überzeugte mit einer ganz eigenen Atmosphäre. In blauen Nebel getaucht befanden sich nur 2 Musiker auf der Bühne. Der eine sang, der andere begleitete auf seiner Akustikgitarre. Gerade dieser Minimalismus unterstrich nun deutlich, dass Fetsum singen kann. Seine starke Stimme führte uns durch Songs zwischen Reggae, Soul und Popmusik. Vergleichbar etwa mit „the Roots“, aber auch mit amerikanischen Singer-Songwritern, die man auch auf MTV hören kann. Nach ein paar Songs zeigten sich allerdings schon die Nachteile der dünnen Instrumentenbesetzung. Meiner Meinung nach war das auf Dauer einfach zu eintönig, wenngleich dennoch gute Musik.
Das Publikum hat jedenfalls Spaß an den beiden und singt und klatscht freudig mit. Nach einem großen Applaus für die beiden und einer kurzen Pause folgte ein noch viel größerer Applaus, als Patrice überpünktlich bereits um halb neun mit seinem Set beginnt.
Die Bühne liegt noch im Dunkel, als ein orchestraler Gospel erschallt und das Publikum zu frenetischem Jubel animiert. Plötzlich geht das Licht an und auf einer lila-blau gefärbten Bühne sieht man Patrice und seine Band, die sogleich mit der wunderschönen Singleauskopplung „Clouds“ beginnen. Auch wenn der Bass zu Beginn doch etwas arg laut ist, steht Patrice Stimme klar im Mittelpunkt und wird von der Technik gut in Szene gesetzt.
Die Spielfreude ist allen Musikern anzusehen und die Menge lässt sich gerne davon anstecken. Unter lautem Jubel von sehr fröhlichen Menschen folgt ein Set mit allen Hits der letzten Jahre. Von „Sunshine“ über „Everyday Good“ und „Music“ zu „Up in my room“ sind alle Kracher vertreten und das Publikum dankt. Mit Soulstorm endet das reguläre Set in einer Jamsession mit langen Improvisationselementen. Man könnte also denken, dass der Abend an dieser Stelle nach 80 Minuten und allen relevanten Hits vorbei wäre. Weit gefehlt. Als sich die ersten Gäste schon auf den Weg nach Hause machen wollten, sprang der Spott an und Patrice erschien im hinteren Bereich des Saals, begleitet von seiner mit Trommeln aller Art bestückten Band. Die Gruppe bahnte sich ihren Weg durch die Menge, verharrte in der Mitte des Raumes und feierte zusammen mit dem ebenso überraschten, wie begeistertem Publikum. Nach dieser Trommeleinlage folgte eine zweite auf der Bühne, die erst zu einer sehr langen Jam und dann zur Zugabe „Another one“ wurde. Die aktuelle Single sollte wohl den Schlusspunkt dieses Konzertes setzen, aber Bielefeld hatte noch nicht genug. Selbst als die Technik bereits die Musik aus- und das Licht eingeschaltet hatte, gaben die „Zugabe“ -Rufe nicht nach. Also noch einmal hoch auf die Bühne und ran an die Gitarre!
Am Ende spielte Patrice somit ein zweistündiges Set und sollte somit wirklich Jeden glücklich gemacht haben.
Unterm Strich kann man den Abend nur als großartiges Konzert bezeichnen. So muss Live-Musik sein: Überraschend und fordernd. Jedoch fielen die Improvisationsteile für meinen Geschmack zu lang aus und so wurde es zwischenzeitlich doch anstrengend dem Treiben auf der Bühne zu folgen. Patrice? Manchmal ist weniger doch mehr.