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Allgemein
Konzertbericht

Bands
Eight Legs
Kilians
Mintzkov
Olli Schulz
The Flaming Cucumbers
The Robocop Kraus
The Unfuzzbarn
Werle & Stankowski
Why?

Locations
Bürgerpark Diepholz



Datum: 08.08.2008

Open Air

Appletreegarden rockt mit Indie-Line-Up

Diepholz (m2w)    Ein Bericht von Vanessa Vinnemeier

Das achte Appletreegarden Festival läd mit einigen Indie Bands und lokalen Musikkombos erneut zum Tanzen und Feiern ein.

Foto zeigt Mintzkov.

Fotos vom Freitag
Fotos vom Samstag
Impressionen vom Festival
The Robocop Kraus bei OpenBeats.de
Olli Schulz bei OpenBeats.de
The Flaming Cucumbers bei OpenBeats.de


TAG1
Fangen wir mit Freitag Abend an. Gegen sechs Uhr erreichen wir Diepholz und folgen den kleinen Festival-Pfeilen. Nach einer kurzen Rumpel-Straße stehen wir gut durchgeschüttelt vor einer Kuhwiese, auf der vielleicht fünfzehn Zelte stehen. Etwas verwundert sind wir schon, aber gut, stellen wir unser Zelt einfach dazu, dann sinds 16. Danach verschaffen wir uns ersteinmal einen Überblick über das Festivalgelände - ein kleiner Schützenplatz inmitten von Bäumen, geschmückt mit Lichterketten, Bierbänken und Tischen, die unter den Bäumen stehen, eine Hand voll Wagen mit Pizza, Burgern, Bio-Currywurst, ein Bierstand und eine eher kleine Bühne – alles in allem: Puppenstubencharakter, aber sehr stilvoll.
Nach einem Regenschauer startet gegen halb sieben die erste Band des Abends: The Flaming Cucumbers, deutscher Ska aus Lemförde. Spielen mit Heimvorteil quasi, genau wie The Unfuzzbarn, die die Leute mit handfestem Rock unterhalten. Schon jetzt gibt es eine recht große Verspätung des Line-Ups, aber zum Glück regnen es jetzt nicht mehr.

Nach der Umbaupause: Mintzkov. Vorher nicht gekannt, aber auf der Bühne stehend sofort ins Herz geschlossen. Die fünf Belgier begeistern mit überwiegend ruhigen Indie-Rock-Stücken und lassen uns in unsere eigene Welt abtauchen, genau wie Sänger und Gitarrist es auch tun. Ganz groß. Als Mintzkov dann von der Bühne verschwinden sind wir fast traurig, dass es schon vorbei ist, aber schnell fnden wir Trost bei Why?, die von weit her, aus Californien anreisen. Die Mischung aus Indie, New Wave und Folk harmoniert perfekt und die drei irgendwie freakigen Männer auf der Bühne passen ganz bezaubernd zu dem, was sie dort präsentieren.
Danach freuen wir uns, dass wir nun endlich die Kilians wieder sehen, allerdings brauchen wir dafür eine Menge Geduld: erstmal verschiebt sich der Zeitplan eh schon von Anfang an um fast eine Stunde und beim Aufbau der Jungs scheint einiges nicht reibungslos zu klappen (ein hoch auf die Tontechniker vom Appletree..), sodass letztendlich um halb zwei der erste Ton von „Short life of Margott“ erlkingt. Simon den Hartog, Sänger der Kilians versucht das Publikum bei Laune zu halten. Bei einem Teil schafft er das auch, schließlich sind viele Besucher des Festivals wegen ihnen hier.
Zwischen den bekannten Stücken von „Kill the Kilians“ hören wir auch drei neue Songs: Zwei davon konnte man schon bei einigen Auftritten hören, den dritten allerdings gibt’s quasi ganz frisch. Ruhig, ganz im Dunkeln lauschen wir den neuen Klängen, empfinden sie mehr als angenehm fürs Ohr. Nach dem „traditionellen“ „Sunday Bloody Sunday“-Cover haben Simon, Dominic, Arne, Gordian und Micka einen anstrengenden Tag geschafft: nachmittags starteten sie schon vor 3000 Leuten auf dem Haldern Pop, sodass es dann doch recht stressig war.
Uns hats gefallen und wir haben versucht das auch sicht- und hörbar zu machen.

TAG2
Heute hören wir die Bands, die vor acht Uhr spielen nur mit einem Ohr an, aber dann geht’s los: Olli Schulz betritt die Bühne, bewaffnet mit Hut und Gitarre gibt er alles, um das Publikum nicht nur mit Musik zufrieden zu stellen, sondern beweist sich auch als DER Entertainer der deutschen Indie-Szene. Mitten in seinen Songs hört er auf zu spielen und erklärt erst einmal warum er singt was er singt, verteilt Haribo und Demo-CDs und zeigt uns den Death-Kick, den er sich selbst ausgedacht hat. Das Publikum – uns eingeschlossen – ist ziemlich gut drauf und man sieht viele lachende Gesichter, die ein Death-Metal-Stimmen-“Olliiiii“ zum Dank erklingen lassen, was er sich doch so gewünscht hat.
Nun sehen wir Werle & Stankowski an, die nach 2006 schon zum zweien Mal auf dem Appletreegarden spielen und auch sehr gut ankommen. Sommer, Sonne, Strand-Musik – ein Mix aus Indie-Klängen mit Acoustic-Gitarre und elektronischer Musik machen uns glücklich und uns wird ganz warm ums Herz.
Eight Legs betreten gegen viertel vor elf die Bühne. Die neue Indie-Rock-Hoffnung der Briten? Ich bin mir nicht sicher, es war nicht schlecht, eigentlich ganz okay, aber irgendwas fehlte da. Auf jeden Fall werde ich sie mir noch einmal anschauen um mir ein Bild zu machen, wie ich sie nun wirklich finde. Keinesfalls aber total doof, das nun wirklich nicht. Nur beim ersten Hören fehlte die Abwechslung, oder die Anstrengung der acht Beine, Monotonie zu vermeiden.
Die Headliner des Abends, The Robocop Kraus, haben wir noch vor uns, allerdings sehen wir nur drei oder vier Lieder an, damit wir den Heimweg noch antreten können ohne am Steuer einzuschlafen. Ich muss gestehen, dass ich die Jungs aus Nürnberg noch nie so richtig wahrgenommen habe, aber ab dem Zeitpunkt,als sie anfangen zu spielen, werde ich das tun. Sehr energiegeladen, ein Sänger der auf der Bühne tanzwütig wird und handfeste Gitarren-Stücke. Nicht schlecht, meine Herren, nicht schlecht!

Alles in allem ein wirklich nettes Festival, die Tontechniker sollen vielleicht noch etwas üben und eine Frage konnten wir in zwei Tagen einfach nicht klären: Wo stehen die Apfelbäume?