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Konzertbericht

Bands
Editors
Mobius Band

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 18.03.2008

Editors in Concert

An End Has A Start

Bielefeld (ml)    Man nehme die Stimme von Michael Stipe, die Bewegungsabläufe von Robert James Smith, den Sex-Appeal von Justin Timberlake und sehr viel eigenen Charme. Dann hat man Tom Smith - den Sänger einer Band, die hierzulande noch das Dasein als Geheimtipp fristet, aber schon jetzt große Konzerthallen problemlos voll kriegt. Die Rede ist von den Editors. Diese haben gestern ein Konzert im Ringlokschuppen gegeben.

Im Vorprogramm war die New Yorker Mobius Band, die Anhängern alternativer Musik vor allen Dingen durch ihren Titel "Friends Like These" ein Begriff sein dürfte.
Bilder vom Konzert
Homepage der Editors
Homepage der Mobius Band

Mobius Band kann man wohl am ehesten in die Sparte Indie Electro Pop einsortieren. Vergleiche mit The Postal Service bleiben hier nicht aus, obwohl die New Yorker aus dem Stadtteil Brooklyn ihren ganz eigenen Sound haben. Dieser klingt nicht nach puren Synthesizern sondern immer noch nach vielen Instrumenten, die selbst gespielt sind. Das bestätigt auch die Bühnenshow des Trios. So wird zwischen Synthesizern und E-Gitarre bzw. E-Bass gewechselt und der dritte Mann bedient das Schlagzeug.
Leider dauerte der Gig vor dem sehr zurückhaltenden Bielefelder Publikum auch nur 30 Minuten.

Zwischen den beiden Bands zeichnete sich auch langsam ab, wie das Publikum aussehen wird. Es war bunt gemischt. Natürlich mehr jüngere Leute, aber bis zu einer Altersgrenze von ca. 50 Jahren war alles vertreten. Selbst vom Kleidungsstil her waren wohl Anhänger verschiedenster Musikrichtungen vertreten.
Sehr erstaunlich war, wie voll der Ringlokschuppen doch noch war, zumal zu Beginn des Einlasses gerade einmal 20 Menschen vor den Türen standen und es auch eine halbe Stunde nach Einlass vor der Bühne nicht voller werden wollte.

Nach einer kurzen Umbaupause stiegen dann pünktlich eine halbe Stunde später die Editors auf die Bühne und starteten ihr Set mit dem Song Camera. Auch hier war das Bielefelder Publikum immer noch sehr zurückhaltend und dies hat auch nicht zum zweiten Lied An End Has A Start geändert.
Der Show der Editors und den musikalischen Glanzleistungen auf der Bühne hat dies jedoch nicht geschadet. Unbeeindruckt von den Ostwestfalen, die ja berühmt für ihre Ignoranz auf jeglichen Konzerten sind, machte man so weiter wie bisher.
Erst mit der Coverversion des The Cure-Klassikers Lullaby ließ sich dann auch das Publikum überzeugen richtig mitzumachen und so wurde dann auch die Stimmung über die zweite Hälfte sehr viel besser.

Zu Recht ruhiger wurde es im Publikum bei einer Akkustik-Version von Push Your Head Towards The Air. Gerade dieses Lied ist ideal, um sich ein Bild der stimmlichen Qualitäten von Tom Smith zu machen. Was nur wenige Musiker schaffen, macht er vor: Er klingt live nochmal besser als im Studio, was kaum zu toppen ist. Diese Stimme ist so durchdringend, dass er den Song auch ohne Mikrofon hätte performen können, man hätte ihn dennoch in der gesamten Halle gehört.
Aber auch die anderen Editors können auftrumpfen. Das gesamte Set wird fehlerfrei und auch hier klanglich besser als im Studio gespielt. Dies soll keine Negativwerbung für die beiden Alben sein, die natürlich super sind, aber wer die volle Klangbreite der Editors hören möchte, ist hiermit dazu aufgefordert ein Konzert der Band zu besuchen.

Mit Fingers In The Factories endete dann auch der Hauptteil des Konzertes. Das Publikum, jetzt völlig aus dem Häuschen, hat lautstark eine Zugabe verlangt.
Mit The Racing Rats kehrten die vier Musiker zurück auf die Bühne. Smokers Outside The Hospital Doors, die Hitsingle ihres aktuellen Albums, beendete dann ein, leider wie immer, viel zu kurzes aber auch geniales Konzert.

Alles in allem war es, trotz des Bielefelder Publikums, ein sehr schöner Abend mit vielen Höhepunkten und einem ebenso guten Support Act.