Home

Taglist:

Allgemein
Hurricane
Interview

Bands
Blood Red Shoes
Clueso
Culcha Candela
Die Ärzte
Fettes Brot
Franz Ferdinand
Kings of Leon
The Wombats
Tomte

Locations
Eichenring



Datum: 19.06.2009

Das Hurricane Festival 2009

Scheeßel (ml)    Für alle großen Festivals wurden gerade im Monat Januar laufend Bandbestätigungen heraus gegeben. So auch für das Hurricane, bei dem jetzt unter anderem Die Ärzte, die Blood Red Shoes, Clueso, Culcha Candela, Fettes Brot, Franz Ferdinand, Kings of Leon, The Wombats und Tomte an den Start gehen.
Wir haben uns mit Marc Huelsewede, Mitveranstalter des Hurricane Festivals, getroffen, um mit ihm über die vergangenen Hurricane-Festivals und über das Hurricane 2009 zu reden.

Tickets für das Hurricane
Homepage vom Hurricane


Das Line Up

Nachdem nun auch die Frühbucherphase beendet ist, sollten sich Nachzügler beeilen. Wie in den Jahren zuvor, ist das Kartenkontingent auf 70.000 Tickets begrenzt und bisher läuft der Kartenvorverkauf fast so gut, wie im Jahr 2008.

Angesichts des Line Ups ist das auch kein Wunder. Wie uns bereits mitgeteilt wurde sind von den bisher bestätigten Bands natürlich ganz klar Die Ärzte als Headliner gesetzt, aber auch Kings of Leon können sich über eine Top-Position auf der Green Stage freuen. Natürlich kann sich auch das aus terminlichen Gründen noch ändern.
Da die Bandzusagen nicht nur von den Gagen, sondern auch von der Position und dem musikalischen Umfeld abhängen, ist es im Vorfeld ohnehin immer schwierig darüber Aussagen zu treffen. Nach aktuellem Stand werden zum Beispiel Fettes Brot direkt vor Die Ärzte spielen. Auch das lässt sich aus der Tradition ableiten, so haben Fettes Brot auch schon auf einer Tour des Hurricane-Headliners 2009 das Vorprogramm bestritten.

Schon 2003 haben abwechslungsreiche Line Up-Zusammenstellungen funktioniert. Seeed spielten vor Björk und den Abschluss machten Massive Attack. Die Veranstalter begründen das damit, dass sie möglichst viel variieren möchten. Sie sind übrigens auch der Meinung, dass fünf Rockbands direkt hintereinander langweilig werden. So fahren sie lieber ein breites, abwechslungsreiches Spektrum an Musik verschiedener Genres auf, anstatt nur die Rocker unter den Zuschauern zu bedienen.
Ein immer wieder ausverkauftes Festival (genauer: 1999, 2002, 2005, 2006, 2008) gibt dem Recht.


Keine Bestätigungen, bevor nicht alles unter Dach und Fach ist

Eine ganz klare Linie fahren die Veranstalter auch, wenn es um Bandbestätigungen geht. Aus gutem Grund möchten sie nicht sagen, mit welchen Bands sie derzeit in Verhandlungen stehen, da sie in der Vergangenheit schon negative Erfahrungen damit gemacht haben. Negative Erfahrungen, die andere Veranstalter noch immer machen. - Ohne daraus zu lernen.
Im Jahr 2000 haben Travis zu 99 Prozent zugesagt. O-Ton Marc Huelsewede: "Warum 99 Prozent? Da geht doch wieder irgen etwas schief."
In einem anderen Jahr wollten Incubus kommen. Die haben dann jedoch ihren Tourzeitraum verlegt. Zur Zeit des Hurricane Festivals, wollten sie lieber surfen gehen.
Mit Sicherheit gibt es hierzu auch noch weitere Geschichten zu erzählen. Aus zeitlichen Gründen sprechen wir jedoch lieber eines, der derzeit sehr oft diskutierten Probleme an:


Der Jugendschutz auf Festivals

Das "St. Gallen" macht es gerade mit einer Testphase vor. Über 18jährige können optional ein zusätzliches Bändchen nehmen, mit dem der Alkoholausschank in der Gastronomie auf dem Festivalgelände für sie kein Problem mehr ist. Ab 2010 soll das voraussichtlich Pflicht werden.
Beim Hurricane möchte man so etwas nicht nach machen. Die Veranstalter wollen nicht übermäßig kontrollieren und sie sind auch der Meinung, dass es sehr viele Minderjährige gibt, die weitaus vernünftiger mit Alkohol (und anderen Drogen) umgehen, als mancher der über 20jährigen. Da man das Problem ohnehin nicht beim Alkoholausschank auf dem Festivalgelände sieht, sondern bei dem selbst mitgebrachten Alkohol auf dem Campinggelände, müsste man konsequenterweise sogar sagen, dass Minderjährige keinen Zutritt mehr zum Festival haben und das finden sie unfair.


Die Sicherheit

Trotzdem machen sich die Veranstalter natürlich auch Sorgen um die Sicherheit der Festivalbesucher. 2005 wurde das Crowdsurfing-Verbot auf dem Hurricane eingeführt. Das möchte man auch so im Jahr 2009 fortsetzen. Die Zahlen sprechen für sich. So konnte durch dieses und durch das Glasflaschen-Verbot die Zahl der (schweren) Verletzungen erheblich reduziert werden. Eine erneute Feuerprobe wird es für das Crowdsurfing-Verbot jedoch beim Auftritt von Die Ärzte geben. Wenn eine Platzsperre, wie es sie derzeit auf wiederholtes Crowdsurfing gibt, erst kurz vor Festivalende ausgesprochen wird, interessiert diese gerade den Crowdsurfer nicht mehr allzu sehr, auch wenn er in Kauf nimmt den Auftritt der "besten Band der Welt" zu verpassen.
Das Problem am Crodsurfing ist, dass dabei zu viele Verletzungen entstehen, wie uns Marc Huelsewede mitteilt, vor allen Dingen auf Seite der Crowdsurfer. Wenn diese nicht richtig aufgefangen werden, oder mitten im Publikum zu Boden fallen, kann es zu Halswirbelverletzungen kommen. Querschnittslähmungen gab es bisher glücklicherweise noch nicht, aber auch in Zukunft möchte man sich solche ersparen.


Die Hurricane-Veranstalter sind auch kritikfähig

Zahlreiche Kritik zieht so etwas natürlich auch nach sich. Gerade im letzten Jahr gab es eine große Diskussion im Hurricane Forum darüber, dass die Securities an vielen Stellen, speziell an der Einlasskontrolle, übergründlich gearbeitet haben. Dies trifft zwar nicht die Sicherheitskräfte, die das Crowdsurfing-Verbot umsetzen, dennoch zieht das auf Seiten der Besucher einen faden Geschmack nach sich. Maßnahmen seitens der Veranstalter sind in Bezug auf die, im letzten Jahr zu harten Einlasskontrollen, übrigens schon angekündigt.
Für so etwas gibt es übrigens ein Nummernsystem. Jeder Sicherheitsmann ist mit einer eindeutigen Nummer gekennzeichnet, so dass man für den Fall der Fälle Beschwerde am Infostand einlegen kann.

Was sehr positiv angenommen wurde, ist das Hurricane Forum selber. Anfangs standen zwar Befürchtungen im Raum, dass die Plattform einen Nährboden für Störer bietet, diese haben sich aber nicht bestätigt. In dem Zusammenhang sei übrigens erwähnt, dass man David Hasselhoff erstmal noch nicht für das Hurricane buchen wird.


Aktuell: Die Wohnmobilplakette

Seit 1997 wird das Hurricane Festival nun schon in Scheeßel veranstaltet. 2009 ist somit das 13. Mal Hurricane Festival am Eichenring. Und obwohl die 13 ja nicht gerade für Erfolg steht, gab es bei der diesjährigen Festivalorganisation bisher keine Schwierigkeiten. Nur bei den Wohnmobilflächen musste improvisiert werden. Da dies in den letzten Jahren überhand genommen hat, weil viele Festivalbesucher mit umgebautem Kombi kamen und daneben noch Zelte aufbauten (was nicht erlaubt ist, aber locker gehandhabt wurde), musste eine Lösung her.
Bisher reichten die Flächen meistens nicht aus, wodurch Parkflächen improvisiert werden mussten, indem Dixie-Klos durch die Gegend geschoben wurden. Die fehlten dann woanders usw. Wie man merkt zieht so etwas also eine große Problemkette hinter sich her. Um dem endlich Einhalt gebieten zu können ist man nun dazu übergegangen für Wohnmobile eine, so genannte, Wohnmobilplakette zu fordern, die man sich im Vorfeld des Festivals zusätzlich zum Ticket bestellt. 20 Euro kostet diese und soll jetzt für einen Rückgang der, zu vielen Wohnmobilen oder Wohnwagen gehörenden, Zeltburgen sorgen. Außerdem für eine bessere Planung, so dass in Zukunft ausreichend solcher Flächen zur Verfügung stehen.


Kurioses

Bei einem Festival, was seit 1997 veranstaltet wird, gibt es natürlich auch zahlreiche Kuriositäten die vorfallen. Eine dieser Geschichten wollen wir euch natürlich auch nicht vorenthalten. Es trug sich 2003 zu, dass Björk während des Massive Attack-Auftrittes mitten ins Publikum gegangen ist, um sich diesen anzuschauen. Wie man Björk kennt war ihr Bühnenoutfit sehr extravagant. So war sie verkleidet, wie eine Elfe und stellte sich nun beim Massive Attack-Auftritt über einen Typen, der eingeschlafen ist. Als dieser nun aufwachte, blieb der Schreck nicht aus.

Das Hurricane-Festival ist eines der abwechslungsreichsten Festivals. Neben zahlreichen sehr bekannten Bands treten auch viele nicht allzu bekannte Bands auf. Aber auch genrefremde Musiker kommen dabei nicht zu kurz. Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der Rockmusik, sonst wäre das Hurricane kein Rockfestival, aber auch Hip Hop und Reggae funktioniert. Allein das bisherige Line Up für 2009 unterstreicht dies. Stehen so die eher unbekannten Blood Red Shoes im Line Up neben bekannten Musikern, wie Die Ärzte, Kings of Leon oder Franz Ferdinand. Mit Culcha Candela und Fettes Brot ist bisher auch für die musikalische Abwechslung gesorgt, oder möchte die irgendjemand ernsthaft mit den bisher aufgezählten Rock-Acts in eine Ecke stecken? Wie jedes Jahr bietet das Hurricane damit für fast jeden etwas.