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Konzertbericht

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Dropkick Murphys
Fiddler's Green

Locations
Schlossgarten



Datum: 10.08.2018

Schlossgarten Open Air mit den Dropkick Murphys

Ein Abendfestival, wie es sein sollte

Osnabrück (m2w)    Freitagabend, Sonnenschein, knapp über 20 Grad und dann noch jede Menge feine Musik auf die Ohren – Was kann man mehr vom Sommer wollen? Das dachten sich am Abend des 10. August 2018 knapp 8.000 Besucher und kamen in den Osnabrücker Schlossgarten um mit Fiddler's Green, den Donots und den Dropkick Murphys zu feiern.

Die Dropkick Murphys gehen auf Tuchfühlung mit dem Publikum. Foto: Bastian Sylvester

Um die Schlangen an den Eingängen zu entzerren, war Einlass zum Festivalgelände bereits ab 16 Uhr, und geübtes,
Fotos zum Konzert
Homepage der Dropkick Murphys
Homepage der Donots
Homepage von Fiddler's Green
ruhiges Personal sorgte für eine schnelle Abwicklung an der Einlasskontrollen. So kam kein Frust auf, niemand musste drängeln und das Gelände füllte sich stetig.

Man kann bei einer Band aus Franken ja nicht von preußischer Pünktlichkeit sprechen, aber Fiddler's Green nahmen ihre Aufgabe als Opener sehr ernst und fingen genau um 18 Uhr an um mit „The More The Merrier“ direkt von 0 auf 100 zu schalten und das Tempo für die nächsten 15 Songs nur wenig abzumildern. Leider überforderten sie dabei anscheinend die Technik ein wenig, die drei Lieder brauchte um die Erlanger auszupegeln. Doch der Funke sprang trotzdem auf das Publikum über, das seinen Gefallen am Speedfolk deutlich zeigte, mitsang, tanzte und klatschte. Bei allen Interaktionen mit dem Menschen vor der Bühne war der Showhöhepunkt des Auftritts die Bierbecherchoreografie auf der fix aufgebauten Theke zu „John Kanaka“, die schon bei der Accoustic Pub Crawl Tour begeistern konnte. „Folks Not Dead“ bewies der Auftritt von Fiddler's Green und bildete gleichzeitig nach einer guten Dreiviertelstunde den Abschluss des Auftaktes.

Die Umbaupause reichte gerade damit an den Bierbuden zum ersten Mal die Fässer vor Lieferung des Nachschubs bedrohlich leer werden konnten, dann begannen die Donots ihren Auftritt mit „Geschichten vom Boden“, einem noch sehr neuen Song der immerhin auch schon ein Vierteljahrhundert alten Band aus Ibbenbüren. Diese hatten reichlich Fans mitgebracht, wenn die Gewandung in Form von Bandshirts der verschiedensten Jahrgänge darauf Rückschlüsse zulassen darf. Die Donots spielten immerhin 17 Songs, es blieb ihnen aber noch mehr als reichlich Zeit für die Interaktion mit ihrem Publikum, dabei wurde von diesem jede vorgeschlagene Choreografie mitgemacht, ob fünf Circle Pits gebildet oder die Füße in die Lüfte gereckt werden sollten. Lediglich die anwesenden und deutlich zu erkennenden Junggesellenabschiede bekamen eher Spott als Ermunterung zu hören.
Mit dem Twisted Sister Cover „We're Not Gonna Make It“ und „So Long“ verabschiedeten sich die Punkrocker aus dem Münsterland nach über einer Stunde.

Eine Viertelstunde nach Sonnenuntergang ertönte dann Sinéad O'Connors Stimme mit „The Foggy Dew“ und diese Ballade vom Irischen Osteraufstand steigerte die Spannung des Menschen vor der Bühne, bis man sie fast knistern hören konnte. Mit dem letzten Ton fiel dann das schwarze Tuch, welches die Bühne beim Umbau verhüllt hatte, „Captain Kelly's Kitchen“ erklang und die lange erwarteten Dropkick Murphys nahmen die Bühne und das Publikum im Sturm. Die Jungs aus Boston hatten deutlich Lust auf dieses Open Air und gaben sich und ihren Fans in den nächsten 90 Minuten nur zweimal kurz Zeit Luft zu holen und Kraft zu sammeln, während sie auf Lieder quer durch die Alben und ihre Bandgeschichte zurückgriffen. Natürlich durften dabei Lieder wie „Blood“, „The Boys Are Back“, „Rose Tattoo“ und „Shipping Up To Boston“ nicht fehlen. DAawissen die Murphys einfach, was sie ihrem Publikum schuldig sind. Doch nicht nur bei diesen Liedern sang und feierte die Menge vor der Bühne ausgelassen, der Spannungsbogen fiel nicht ab und auch ein Rollstuhlfahrer wurde crowdsurfend vor die Bühne gebracht. Kein Wunder, dass sich Al Barr beim deutschen Publikum bedankte für die Begeisterung und gute Stimmung, mit der sich Dropkick Murphys seit mehr als 20 Jahren hier bei Ihren Konzerten konfrontiert sehen. Wer in Osnabrück dann auch glaubte nach 20 Liedern seien die Bostoner Folkpunkrocker bereits fertig, hatte sich getäuscht, es folgten weitere vier Lieder Zugabe, dabei als besonderes Highlight ganz am Ende ein Cover von AC/DC „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“, bevor die Dropkick Murphys dann endgültig zu Frank Sinatras „My Way“ die Bühne verließen.

Fazit: Der Freitagabend beim Schlossgarten Open Air in Osnabrück, der ganz im Zeichen des (Folk)Punkrock stand, war für alle Besucher ein echtes Vergnügen auf die Ohren und von den Verantwortlichen hervorragend organisiert.
Für die kuriosen Drogenträume der Architekten bei den Planungen von Tiefgaragen in der Osnabrücker Innenstadt sind die Verantwortlichen des Schlossgarten Open Air schließlich nicht zu belangen. Doch selbst die interessant zu nennende Wegführung in den Tiefgaragen war für echte Punkrockfans kein Problem, da diese zu den wenigen Menschen gehören, die Rücksicht nehmen und Reißverschlussverfahren im Straßenverkehr umsetzen können.